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Der Einsatz im Norden Starnbergs ging am Samstag weiter - unter Regie des THW. Mit Saugwagen (im Hintergrund) wurde der Pellets-Bunker geleert.

Kohlenmonoxid-Austritt

THW und Feuerwehr gegen sechs Tonnen Pellets

Mehrere Feuerwehren waren am Freitagnachmittag an der Gustav-Meyrink-Straße in Starnberg im Einsatz. Grund war ein Kohlenmonoxid-Austritt. Der Einsatz ging am Samstag weiter.

Starnberg - Einen langen Einsatz mussten rund 60 Feuerwehrleute am Freitag absolvieren – mehr als sechs Stunden. In einem Mehrfamilienhaus an der Gustav-Meyrink-Straße im Norden Starnbergs kam es zu einem Kohlenmonoxid-Austritt. Nach Angaben von Starnbergs Feuerwehrkommandant Markus Grasl waren die Konzentrationen teilweise so hoch, dass wenige Atemzüge tödlich hätten sein können. Der Einsatz ging am Samstag weiter.

Über die genaue Ursache herrschte am Freitagabend noch Unklarheit. In einem „Bunker“ für Pellets einer Heizung kam es offenbar zu einer Verbrennung, wohl einer unvollständigen. Dennoch: Dadurch entstand Kohlenmonoxid, ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das hoch gefährlich ist. Bei Eintreffen der Wehren wurden Werte von mehr als 25-Fachen der Grenzwerte gemessen. 

Langer, schwieriger Einsatz: Rund 60 Feuerwehrleute waren mehr als sechs Stunden im Einsatz, um einem gefährlichen Kohlenmonoxid-Austritt Herr zu werden.

Die Feuerwehrler mussten nach Angaben Grasls vorsorglich fünf Wohnungen gewaltsam öffnen, um nach Bewohnern zu suchen. Da als mögliche Ursache feuchte oder heiße Pellets in Frage kamen, versuchte Grasl zunächst, einen Lieferanten herzubekommen, der den „Bunker“, das Pellet-Lager, hätte leeren können – das klappte nicht so schnell. 

Nachdem die Werte nicht sanken, entschied Grasl, den Bunker mit Schaum zu fluten, die Verbrennung und damit die Gasentstehung so zu stoppen. Problem: Das Pelletlager war für die Löschmannschaften kaum zugänglich, die zudem immer mit Atemschutzgeräten arbeiten mussten. Im Raum stand auch, eine Wand am Bunker aufzubrechen, um an die Pellets heranzukommen. Das Haus wurde zudem ständig belüftet.

Im Einsatz waren die Wehren Starnberg, Percha, Leutstetten, Wangen, Söcking und Pöcking, zudem der Rettungsdienst. Neun Wohnungen in zwei Gebäuden waren unbewohnbar, die alle an dieser Heizung hingen – die wird einige Zeit nicht funktionieren. Die Bewohner kamen anderweitig unter.

Komplizierte Leerung des „Bunkers“

Am Samstag ab 8 Uhr waren Markus Grasl und seine Männer wieder vor Ort. Der „Bunker“ musste geleert werden. Die Situation hatte sich nur wenig verbessert, denn im Keller wurden nach wie vor lebensbedrohliche Werte gemessen. Deswegen musste Grasl weitere Feuerwehren nachalarmieren lassen, um ausreichend Atemschutzträger zu haben. Im Lauf des Samstages kamen Helfer aus Kempfenhausen, Allmannshausen, Perchting, Hechendorf, Feldafing und Krailling zum Einsatz. 

Die Einsatzstelle wurde vom Technischen Hilfswerk übernommen. Experten aus Weilheim untersuchten das Haus, denn in der Nacht hatten die aufquellenden Pellets eine Wand eingedrückt. Diese sei abgestützt worden, sagte Ortsbeauftragter Christian Wodarzcyk. In Abstimmung mit der Feuerwehr waren Kanalreinigungswagen angefordert worden, die nach und nach die Pellets aus dem „Bunker“ saugten. Die Arbeit zog sich bis zum frühen Abend hin. 

Kreisbrandrat Markus Reichart war am Samstag selbst vor Ort. Einen Fall dieses Ausprägung habe man noch nicht gehabt im Landkreis, sagte er.  

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