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Im Kaffeehaus fängt das ganze Chaos an (v.l.): Richard Labermeier, Ann-Sophie Hartlapp, Gabi Wießler, Thomas Müller, Anton Summer, Sophie Wießler und Hans Otto.
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Kolpingbühne Starnberg

Großer Coup mit einer Prise Lokalkolorit

Der Kolpingbühne ist mit „Pension Schöller“ wieder einmal ein genialer Coup gelungen. Am Donnerstag feierte das Starnberger Amateur-Theater-Ensemble mit der Komödie Premiere und erhielt dafür vom Publikum nicht enden wollenden Applaus.

Starnberg – Komödien sind die Königsdisziplin des Theaters. Wer sich da dran traut, ist größenwahnsinnig oder einfach nur genial, wie die Kolpingbühne mit Theaterdirektor Josef Hiebl. Der hatte schon lange mit dem Komödienklassiker „Pension Schöller“ geliebäugelt, sich aber nie getraut. „Ich habe mich immer gescheut wegen der aufwendigen Bühnenbilder“, erklärt er in der Premierenpause, noch leicht angespannt. Das Lampenfieber ist noch nicht ganz abgeflaut. Er strahlt erst, als der Vorhang gefallen ist und seine Truppe mit einem nicht endenden Applaus stürmisch gefeiert wird. Wieder einmal ist dem Ensemble ein großer Coup gelungen.

Das Stück, öfter schon verfilmt, legendär mit Willy Millowitsch oder Harald Juhnke, ist fest etabliert auf allen großen Bühnen. Auch die Starnberger Inszenierung bietet dank der Prise Lokalkolorit, grandioser Regieeinfälle, durchweg brillanter Schauspieler und spritziger, intelligenter Dialoge – „Jetzt verlaufen die Wüstenpläne im Sand“. Drei Stunden höchstes Vergnügen.

Die Leichtigkeit, mit der das alles rüberkommt, ist allerdings hart erarbeitet. 100 Stunden Probenzeit hat die Truppe hinter sich, für den genialen Hauptdarsteller Hans Otto, der von Anfang bis Ende auf der Bühne steht, der reine Wahnsinn. Zur Hauptprobe kam er sogar aus Berlin eingeflogen, wo er beruflich zu tun hatte. „Es wird immer schwieriger für die Laienbühnen“, klagt der Theaterdirektor, als er von den Herausforderungen erzählt. Der Aufwand aber lohnt sich. Für alle.

Das Publikum ist schon allein vom Bühnenbild (Werner Hanika) begeistert. Das mit roter Seide ausstaffierte Kaffeehaus verwandelt sich vor den Augen der Zuschauer im Nu in ein cremefarbenes Wohnzimmer im Wiener Barock und schließlich in ein Irrenhaus. Auch Maske und Kostüme sind fantastisch, die Kleider „zu 50 Prozent selbst genäht“ von vier Damen, die die Mode des 19. Jahrhunderts genau studiert und „ganze Ballen“ Stoff in Falten gelegt haben.

Abliefern müssen aber letztlich die Schauspieler und die wachsen alle über sich selbst hinaus. Irrwitzige Personen wirbeln über die Bühne, rasante Auftritte, furiose Abgänge, Tür auf, Tür zu, ein Irrenhaus eben, in dem ein Kracher den nächsten jagt. Den Großwildjäger und Weltenbummler Bernhardy färbt Oliver Schwab mit einer Prise Grandezza und Wildwest ein, die aufgedrehte Schriftstellerin Josephine gibt Cornelia Springer, immer schön beflissen und neugierig krakelt sie mit rosa Bommel am Stift ihre Notizen ins Heft, für den Major a. D. schlägt Norbert Kraxenberger die Hacken zackig zusammen und ballert die Sätze raus, während Florian Ranftl den Möchtegernschauspieler Alfred mit Sprachfehler fehlerfrei hinkriegt. Statt „L“ immer ein „N“ zu sprechen, aber Hanno, ist das schwer. Irgendwann landet er im Kleiderschrank, wird befreit, an seinem Hemdkragen hängt ein Kleid am Bügel. Situationskomik kriegen sie auch lässig hin.

Hans Otto in der Hauptrolle ist der Star, nicht der einzige, und immer mit den Nerven fertig. Nie rutscht er in Klamauk ab, taumelt aber zielsicher von einem Irrwitz in den nächsten. In den Nebenrollen glänzen Gabi Wießler, Sophie Wießler und Ann-Sophie Hartlapp, Angelika Wulff, Richard Labermeier, Franz Marschner, Gundula Kerler und Anna Stellmann, Chiara Hanika, Thomas Müller und Anton Summer, Claudia Altmann, Anja und Steffen Lebisch. Muss man sich anschauen. Es gibt noch Karten.

Weitere Vorstellungen

jeweils ab 20 Uhr am 10., 16., 17., 18. (18 Uhr), 22., 23., 24. und 25. November (15 Uhr).

ASTRID AMELUNGSE-KURTH

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