Beim Thema Windkraft tut sich wenig.
+
Beim Thema Windkraft tut sich wenig.

Kommt die Energieagentur?

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
    schließen

Bei der Windkraft stockt es, die Solarkampagne könnte erfolgreicher kaum sein: Das geht aus dem Sachstandsbericht zum Klimapakt im Landkreis hervor. Der möchte nun eine Energieagentur gründen. Ob allein oder mit zwei Nachbarlandkreisen, ist noch offen.

Landkreis – Bekommt der Landkreis Starnberg nun doch wie vor einem Jahrzehnt angedacht eine eigene Energieagentur? Diese Möglichkeit stellte jedenfalls Josefine Anderer-Hirt von der Stabsstelle Klimaschutz im Landratsamt in Aussicht, als sie in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses des Kreistages Bericht über die aktuellen Klimaschutzaktivitäten erstattete. Außerdem erläuterte sie, wo der Kreis diesbezüglich steht.

Kein gutes Zeugnis zur Halbzeit seit Beschlussfassung stellte Anderer-Hirt dem Landkreis im Hinblick auf sein Ziel aus, bis 2035 keine fossilen Brennstoffe mehr zu verwenden. „Leider gibt es da noch nichts zu feiern“, sagte sie. Auch habe sie den Eindruck, dass es beim Thema Windkraft in den Gemeinden stocke. Viele Bürger seien im Prinzip dafür, vor der eigenen Haustür aber dagegen. Die allgemeine Abfrage bei den Landkreisbürgern zur Akzeptanz von Windkraft sei daher gestoppt worden und soll durch eine konkretere, ortsbezogene ersetzt werden.

Besser sehe es bei der Solarenergie aus. Zwar fielen die ersten Anlagen bald aus der Förderung heraus. Die an den Energiewendeverein delegierte Solarkampagne werde wegen der hohen Nachfrage aber über ihr ursprünglich angedachtes Ende in diesem Jahr fortgesetzt.

Energieagentur mit Nachbarlandkreisen geplant

Der Blick nach vorne nahm in Anderer-Hirts Sachstandsbericht weit mehr Raum ein als ihr Unmut darüber, dass in manchen Kommunen das Thema Klimaschutz schlichtweg unter den Tisch falle. Geklärt werde daher gegenwärtig, ob es sinnvoll und finanzierbar sei, zusammen mit den Nachbarlandkreisen Landsberg am Lech und Fürstenfeldbruck unter dem Titel „Energieagentur Oberbayern-West“ eine regionale Energieagentur zu gründen. Sie soll bei Klimaschutz- und Energiethemen beraten und unterstützen und ähnlich wie die Energieagentur Ebersberg-München funktionieren.

Falls der angedachte Zusammenschluss scheitert, könne man auch eine Agentur nur für den Landkreis gründen, stellte Anderer-Hirt in Aussicht, ebenso, dass das Thema den Ausschuss auch in den kommenden Sitzungen weiter beschäftigen werde. Mit Blick auf wenig erfreuliche Haushaltszahlen ergänzte Landrat Stefan Frey: „Wir müssen uns ehrlich überlegen, was wir uns im Landkreis leisten können und was nicht.“

Zukunftsaktien auch für den Landkreis Starnberg?

Eng an die Frage der Energieagentur gekoppelt ist laut Stabsstelle Klimaschutz auch die Frage, ob und wie der Landkreis in das Konzept der Zukunftsaktien einsteigen soll, „um sich im Klimaschutz etwas Freiraum zu verschaffen“, so Anderer-Hirt. Die Zukunftsaktien gibt es ab 2021 für den Landkreis München. Sie sind ein Förderinstrument, um CO2-Ausstoß auszugleichen. Eine Tonne gibt es für eine Aktie zu zehn Euro. Die Details und die Ausgestaltung sollen noch präzisiert werden, erklärte Anderer-Hirt. Schließlich hätte die oft günstigere globale Kompensation oft das „Gschmäckle“, man wolle sich von Umweltsünden über „grünen Ablasshandel“ freikaufen. Anderer-Hirt plädierte daher für mehr Investitionen in lokale denn globale Umweltschutzprojekte. 

Auch interessant

Kommentare