Verkehr

Straßenkreuz bei Oberdill?

Der Tunnelbeschluss in Starnberg weckt in Schäftlarn neue Hoffnung. Dort wird eine Umgehung geplant, drei Trassen sind noch im Rennen – eine führt durch den Wald direkt nach Schorn.

Schorn/Schäftlarn – Voraussichtlich im Sommer will sich der Schäftlarner Gemeinderat für eine Trasse einer Umgehungsstraße für Hohenschäftlarn entscheiden. Zwei Trassen betreffen Starnberg nicht, die dritte jedoch verläuft direkt nach Schorn. Der Beschluss für eine Prüfung einer Nord-Ost-Umfahrung und für den Tunnelbau haben die Bürgerinitiative „Initiative für Verkehrsentlastung Hohenschäftlarns bei Erhalt unserer Landschaft“ auf neue Ideen gebracht.

Drei Trassen werden seit einem Jahr genauer geprüft: eine ortsnahe auf freier Flur, eine so genannte Waldrandtrasse in größerem Bogen um den Ort und eben der Vorschlag der BI für eine Waldtrasse. Allen gemein ist der Beginn an der B 11 nördlich Hohenschäftlarn; die ersten beiden enden an der Starnberger Straße, dem Zubringer zur Autobahn. Die Waldtrasse führt – wie der Name andeutet – durch den Wald nach Schorn und sollte dort an die Autobahn angebunden werden. Wie berichtet, hat die Stadt Starnberg eine Zusage für einen Halbanschluss fürs Gewerbegebiet Schorn. Die Schäftlarner BI würde einen Vollanschluss, also Aus- und Auffahrten in beiden Richtungen, bevorzugen. Ein solcher war bisher nicht vordringlich ein Thema, müsste aber mehrere Kilometer nördlich des Autobahndreiecks entstehen – etwa dort, wo nach diversen Plänen eine Starnberger Nord-Ost-Umfahrung enden würde. Doch auch bei einem Halbanschluss habe die Waldtrasse Vorteile, findet die BI. Dr. Philipp Federspieler von der BI: „Da die Fraktionen im Starnberger Stadtrat sicher in nächster Zeit in den Planungsprozess der Nordumfahrung mit eingebunden sind, wollen wir mit diesen unsere Vorstellungen über den Vollanschluss Schorn mit der Anbindung einer Schäftlarner Ortsumfahrung in Richtung B11 diskutieren.“ An alle Stadträte hat die BI schon geschrieben.

Schäftlarns Bürgermeister Dr. Matthias Ruhdorfer sieht die Waldtrasse eher skeptisch, weil unter anderem Fachbehörden Naturschutzaspekte und die enorme Menge an Ausgleichsflächen als Hinderungsgründe sehen. Mit Starnberg habe man schon einmal über den BI-Vorschlag gesprochen und mit der Autobahndirektion, die ebenfalls ein Naturschutzproblem sieht. Ruhdorfer hat noch einen anderen Punkt auf der Liste: Die Gemeinde will die Umgehung in Sonderbaulast möglichst 2020/2021 bauen lassen. Wann ein Anschluss Schorn oder gar eine Nord-Ost-Umgehung Starnbergs fertig sein könnten, ist hingegen derzeit offen, auch wenn die Stadt es durchaus eilig hat. Die BI lässt die Natur- und Waldschutzargumente nicht gelten: „Das höchste schützenswerte Gut ist der Mensch und nicht die Natur. Die kommt nämlich erst an zweiter Stelle“, heißt es auf deren Internetseite.

Die Stadt wollte alles rund um das Gewerbegebiet Schorn im März im Stadtrat behandeln. Wie Bürgermeisterin Eva John diese Woche sagte, klappe das zeitlich nicht. Also dürfte es April werden. Für das Gewerbegebiet Schorn sind rund 400 000 Euro im Haushalt eingeplant. Für einen Halbanschluss reicht dies sowieso nicht.

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