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Landratswahl im Kreis Starnberg: Die Stichwahl-Kandidaten-bei der Kommunalwahl 2020

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Bei der Kommunalwahl 2020 ist der Chefsessel im Landkreis Starnberg neu zu besetzen. Das sind die Kandidaten bei der Stichwahl am 29. März.

  • Der amtierende Landrat Karl Roth tritt bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr an.
  • Sechs Kandidaten gibt es für seine Nachfolge. 
  • Stefan Frey (CSU), Martina Neubauer (Grüne), Matthias Vilsmayer (FW), Christiane Kern (SPD), Cedric Muth (FDP) und Markus Becher (AfD).

+++ Ergebnisse Landratswahlen +++

+++ Ergebnisse Kreistagswahlen +++

Update vom 29. März: Im ersten Wahlgang der Landratswahl erreichte Stefan Frey (CSU) satte 42,3 Prozent der abgegebenen Stimmen - doch holt Herausforderin Martina Neubauer (Grüne), die immerhin 30,4 Prozent erhielt, bei der Stichwahl am 29. März 2020 auf? Wir halten Sie am Wahlabend in unserem Live-Ticker über alle Entwicklungen auf dem Laufenden.

Landratswahl im Kreis Starnberg: Kandidaten-Übersicht zur Kommunalwahl 2020

Wer folgt auf Landrat Karl Roth? Der CSU-Mann, der 2008 ins Amt gewählt und 2014 bestätigt wurde, will bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr antreten. Zwar dürfte der 65-Jährige nach der neuen Altersregelung für Landräte und Bürgermeister noch einmal Landrat werden. „Ich möchte diese herausfordernde Aufgabe aber in jüngere Hände legen“, begründete er seinen Verzicht auf eine mögliche dritte Amtszeit, an deren Ende er dann fast 72 Jahre alt wäre. Roth will sich mehr der Familie widmen, insbesondere seinen Enkelinnen.

Womit der Chefsessel im Starnberger Landratsamt ab Mai 2020 neu zu besetzen wäre. Die Wahl dürfte spannender werden als in früheren Jahren. Mit Stefan Frey (CSU) und Martina Neubauer (Grüne) gehen zwei politische Schwergewichte ins Rennen, die als Favoriten auf eine Stichwahl gelten. Bei der Landratswahl 2020 gibt es sechs Kandidaten, so dass eine Stichwahl ziemlich wahrscheinlich erscheint. 

Hier finden Sie alle Informationen zur Landratswahl 2020 im Kreis Starnberg. Aktuelle Nachrichten zur Wahl finden Sie im News-Ticker für den Landkreis Starnberg sowie in unserem Bayern-Ticker und München-Wahl-Ticker.

Stefan Frey (CSU) will bei der Kommunalwahl 2020 Nach-Nachfolger seines Vaters werden

Stefan Frey ist der Kandidat der CSU für die Landratswahl 2020 in Starnberg.

Auf Vorschlag des Noch-Landrats Roth votierte der CSU-Kreisvorstand im Februar 2019 einstimmig dafür, den Starnberger Stadtrat Stefan Frey (44), einen der Söhne von Altlandrat Heinrich Frey (80, amtierte von 1996 bis 2008), ins Rennen um die Landratskandidatur zu schicken. Stefan Frey war bei der Regierung von Oberbayern und der Obersten Baubehörde tätig und ist derzeit im Bayerischen Innenministerium ein enger Mitarbeiter von Minister Joachim Herrmann. Zudem war er viele Jahre CSU-Chef in Starnberg und Vize im Kreisverband.

Wie Frey dem Starnberger Merkur verriet, wurde er im Dezember 2018 gefragt, ob er für die CSU kandidieren wolle, worauf er sich mit seinem Vater sowie dem amtierenden Landrat besprach. Beide bestätigten ihn, worauf er seinen Hut offiziell in den Ring warf, Vor allem die Arbeit im Starnberger Stadtrat sieht er als gute Schule für den Chefsessel im Landratsamt.

Vor der Aufgabe hat er durchaus Respekt. „Das Amt des Landrats wird immer anspruchsvoller“, betonte Frey im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Die Bürger erwarteten von den Behörden „rasche Dienstleistungen“ und schnelle Problemlösungen. Dass er das leisten kann, davon ist Frey überzeugt. „Ich kann es mir vorstellen, und ich traue es mir zu.“

Als Landrat müsste er freilich auch mit Starnbergs Bürgermeisterin Eva John zusammenarbeiten, falls diese bei der Bürgermeisterwahl im Amt bestätigt wird. Das Verhältnis zwischen beiden gilt politisch als durchaus belastet. Persönliche Befindlichkeiten will Frey allerdings hintanstellen. „Ob es menschlich passt oder nicht, ist zweitrangig. Es muss immer um die Sache gehen.“

In seiner Bewerbungsrede bei der Aufstellungsversammlung der CSU im Juli 2019 gab sich der Starnberger kämpferisch. Schließlich ist die Kommunalwahl am 15. März 2020 keine „gmahde Wiesn“, wie es Amtsinhaber Karl Roth formulierte.

Frey, der sein Nachfolger werden möchte, hob in seiner Bewerbungsrede hervor, dass die CSU im Landratsamt gute Arbeit geleistet habe. Er sehe nicht, dass man Menschen und den Landkreis grundlegend verändern müsse. Vielmehr müsse man den Weg weitergehen, aber vernünftig, pragmatisch und frei von Ideologien. Frey hält Gewerbegebiete für erforderlich, aber nicht in sensiblen Bereichen. Er will eine Stelle für einen Ehrenamtskoordinator schaffen und bei Arbeitserlaubnissen für Flüchtlinge Spielräume nutzen. Integration funktioniere am besten über Arbeit, und die sei „besser, als in einer Unterkunft den Tag abzusitzen“.

In Verkehrsfragen positioniert CSU-Kandidat Stefan Frey sich als Gegenpol zu den Grünen. Er fahre gerne Auto, viele andere müssten das Auto nutzen, weswegen er „dieses Verkehrsmittel nicht in die Ecke stellen“ will. Der ÖPNV müsse ein besseres Angebot machen, nur dann werde er auch genutzt. „Mit Zwang erreichen wir nichts“, mahnte Frey. Neben dem einem besseren ÖPNV brauche es auch gut ausgebaute Straßen, meint er.

Bei einer Podiumsdiskussion der IHK zur Landratswahl brachte Frey zudem einen Regionalzughalt in Gauting ins Gespräch, damit Pendler schneller nach München kommen.

Der 44-Jährige verfolgt wie auch Roth beim Gesundheitswesen die Linie, kleine Kliniken zu erhalten. Beim Wohnraum möchte er die Gemeinden ermuntern, mehr Bauland bereitzustellen. Wohnungen in oder an Gewerbegebieten hält er für sinnvoll. Als Landrat will er mit Landwirten reden, um Flächen zum Beispiel in Erbpacht zu bekommen. Dabei sei Geschosswohnungsbau wichtiger als Einheimischenmodelle.

Grundsätzlich bekannte sich Frey zur Unterstützung der Landwirte, egal, ob Bio oder nicht. Man dürfe den Umweltschutz nicht einseitig den Landwirten, den „Bildhauern unserer Heimat“, aufbürden.

Zumdem will der CSU-Kandidat im Landratsamt einen weiteren digitalen Ausbau der Verwaltung, zügige Genehmigungen und „einen engen persönlichen Kontakt“ erreichen.

Martina Neubauer will 2020 Grünen-Landrätin in Starnberg werden

Martina Neubauer (rechts mit Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze) tritt für die Grünen bei der Landratswahl 2020 in Starnberg an.

Die erste grüne Landrat in Deutschland: diesen historischen Fakt kann bereits Wolfgang Rzehak, der Chef des Miesbacher Landratsamtes, für sich reklamieren. Aber Martina Neubauer aus Starnberg könnte nach der Kommunalwahl 2020 die erste grüne Landrätin in Deutschland werden. Bei einer internen Klausur des Grünen-Kreisvorstandes im Februar 2019 verkündete die Stadtrats-Kollegin von CSU-Bewerber Stefan Frey ihre Kandidatur um den Chefposten im Landkreis Starnberg.

„Die Zeit ist reif für eine starke grüne Fraktion und eine grüne Landrätin“, verkündete Neubauer bei der Aufstellungsversammlung der Landkreis-Grünen für die Kommunalwahl 2020. Und ja, sie habe „wirklich Lust, das zu machen“, erklärte sie mit Blick auf ihre Ambitionen als Landrätin.

Gute Chancen auf den Chefposten im Landratsamt hat sie allemal. Die Grünen sind - neben ihrem aktuellen bundespolitischen Höhenflug - auch im Landkreis Starnberg stark. Bei der Kommunalwahl 2014 landeten die Grünen dort bereits auf Platz zwei hinter der CSU. Neubauer verpasste bei der Bezirkstagswahl 2018 nur ganz knapp ein Direktmandat.

Neubauer sieht daher eine „Riesen-Chance“ für einen Erfolg der Grünen bei der Landratswahl 2020. „Wir haben zuletzt wahnsinnig gute Ergebnisse erzielt“, sagte sie nach Bekanntgabe ihrer Kandidatur dem Starnberger Merkur. Wie Neubauer außerdem hervorhob, verfüge sie im Landkreis über einen hohen Bekanntheitsgrad und über „die meiste kommunalpolitische Erfahrung“ der möglichen Gegenkandidaten.

Die Starnbergerin ist im Landratsamt München tätig und kann als Stadt-, Kreis- und Bezirksrätin jede Menge politische Erfahrungen vorweisen. Noch zu Anfang des Jahres wurde sie wieder als Bürgermeisterkandidatin für ihre Heimatstadt Starnberg gehandelt. Nun strebt sie bei der Kommunalwahl 2020 gleich nach Höherem. Der Grund: Neubauer hält einen Erfolg der Grünen im Landkreis für viel wahrscheinlicher als in der Kreisstadt mit ihrer zersplitterten Parteienlandschaft.

Einen mit harten Bandagen geführten Wahlkampf zwischen CSU-Mann Frey und Grünen-Frau Neubauer wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Wie Frey betont, verstehen sich beide bestens auf der persönlichen Ebene. „Es gibt in der Sache aber Unterschiede.“ Auch Martina Neubauer meint: „Das wird ein sehr fairer Wahlkampf auf Augenhöhe.“

Als Landrätin will sie für schnellere Bearbeitungszeiten im Landratsamt sorgen: „Es passt nicht zu einem modernen Dienstleister, dass man monatelang auf Antworten wartet.“

Im Einklang mit ihrer Partei lehnt die Grünen-Kandidatin die geplanten Gewerbegebiete Schorn (Starnberg) und Unterbrunner Holz (Gauting) ab. „Wenn wir so massive Eingriffe durchführen, ist das konträr zu unseren Klimaschutzzielen“, sagte Neubauer bei einer Podiumsdiskussion der IHK. Sie favorisiert stattdessen die Entwicklung bereits vorhandener Flächen etwa am Ortsrand von Gauting.

In der Wohnraum-Frage spricht Neubauer sprach sich dafür aus, wie in München Supermärkte oder eingeschossige Parkhäuser mit Wohnungen zu überbauen.

Im Hinblick auf den Verkehr will Martina Neubauer jeden Ort im Landkreis Starnberg von 5 Uhr morgens bis Mitternacht zumindest im Stundentakt an eine Buslinie anbinden.

Zur Kommunalwahl 2020: Wie geht eigentlich Kommunalpolitik?

Cedric Muth: Der FDP-Kandidat bei der Landratswahl 2020 in Starnberg

Cedric Muth (3.v.li.) tritt für die FDP bei der Landratswahl 2020 in Starnberg an.

Auch die FDP im Kreis Starnberg schickt mit Cedric Muth (43) einen eigenen Landratskandidaten in die Kommunalwahl 2020. Muth ist ledig, kinderlos und Mitinhaber einer Kanzlei in Gauting. Wie er betont, würden ihm seine juristische Ausbildung sowie ein verwaltungswissenschaftliches Ergänzungsstudium bei der Arbeit als Chef des Landratsamtes sicher zugute kommen.

Die FDP im Landkreis erlebt nach Aussage ihrer Kreisvorsitzenden Britta Hundesrügge gerade regen Zulauf. Von diesem Rückenwind, so hofft der Kreisvorstand, wird auch Cedric Muth bei der Landratswahl 2020 profitieren. Zunächst aber, das ist auch Muth klar, muss er sich bekannt machen. Denn bisher hatte er lediglich Parteiämter inne, noch kein Mandat.

Wie Muth aber bei der Aufstellungsversammlung der FDP im September betonte, sei er ein „alter Starnberger“ und bereits seit 1993 Mitglied der FDP, sagte der 43-jährige Muth. Er kenne die Themen des Landkreises, und er wisse, wie Politik funktioniert.

Seine Themen als Landrats-Kandidat reichen von der Pflegesituation über die Wirtschaft, Energiewende, Verkehr, Tourismusausbau bis zum Klimawandel. Nach eigenem Bekunden steht Muth für eine größere Bürgerbeteiligung. Und er wünscht sich für den Landkreis Starnberg ein „langsames, nachhaltiges Wachstum mit Bedacht“.

Bei einer Podiumsdiskussion der IHK sprach Muth das Problem von Immissionen an, das innerörtlich bestehe. Der Landratskandidat der FDP befürwortet sehr gut interkommunale Gewerbegebiete vorstellen, wie im Beispiel Inning/Wörthsee.

Im Hinblick auf den Verkehr befürwortet Cedric Muth einen S-Bahn-Ring sowie die Idee, die Schiffe auf dem Starnberger See in den Linienverkehr des MVV einzubinden.

Landratswahl 2020 in Starnberg: Christiane Kern tritt für die SPD an

Christiane Kern ist die Kandidatin der SPD für die Landratswahl 2020 in Starnberg.

Im Mai 2019 wurde Christiane Kern, die schon bei der Landtagswahl im Herbst 2018 angetreten war, vom SPD-Kreisvorstand einstimmig als Landratskandidatin nominiert. Sie will nach der Kommunalwahl 2020 auch in den Kreistag sowie in den Starnberger Stadtrat. 

Die Kriminalhauptkommissarin Kern hat durch ihre Landtagskandidatur den Landkreis lieb gewonnen und ist Anfang 2019 nach Starnberg umgezogen. Ihre kommunalpolitischen Ämter in München hat sie aufgegeben. Man habe sie zwar auch für die Stadtratsliste in München angesprochen, auf der sie wohl bessere Chancen als im Landkreis Starnberg haben würde, aber sie fühle sich im Landkreis wohler.

Trotz der Stärke von CSU und Grünen rechnet SPD-Kandidatin Kern sich durchaus Chancen auf das Amt der Landrätin aus. SPD-Kreischefin Julia Ney kündigte bereits ein „motiviertes Wahlkampfteam“ für die Kandidatin Kern an. 

Die SPD-Landratskandidatin will sich für mehr Klimaschutz einsetzen. Dabei denkt Christiane Kern, die selbst kein Auto besitzt, an Windkraft, aber auch an ökologische Antriebe für Busse und mehr Radwege.

Bei der Verkehrssituation fordert Christiane Kern bessere Taktverbindungen, Querverbindungen und eine Radwegevernetzung.

Bei der Bildung setzt die SPD-Kandidatin auf eine Übernahme der Schulen durch den Landkreis Starnberg, soweit gewünscht. Eine Übernahme sieht sie als Möglichkeit, die Digitalisierung zu meistern. Wohnen ist ein Schwerpunkt, und bei der Gewerbeentwicklung tritt die SPD etwas auf die Bremse, wenn es um Herausnahmen aus dem Landschaftsschutz geht. Die Daseinsvorsorge ist Punkt Nummer 4 im Wahlprogramm von Christiane Kern

Wie die anderen Kandidaten will Christiane Kern den Kreis Starnberg als wirtschaftsfreundlichen Landkreis zertifizieren lassen. „Da rennen Sie bei mir offene Türen ein“, sagte die SPD-Kandidatin bei der IHK-Podiumsdiskussion.

Im Hinblick auf Wohnraum bringt Kern die frei werdende Finanzschule in Herrsching für Azubi-Wohnungen ins Gespräch.

Kommunalwahl 2020 in Bayern: So funktioniert die Stimmabgabe

Matthias Vilsmayer: Der Kandidat der Freien Wähler für die Landratswahl 2020 in Starnberg

Matthias Vilsmayer tritt bei der Landratswahl 2020 in Starnberg für die Freien Wähler an.

Nach der Ankündigung von Noch-Landrat Karl Roth, 2020 nicht mehr zu kandidieren, wurde lange spekuliert, wen die Freien Wähler für die Landratsamt wohl aufstellen würden. Zwei Namen tauchten auf: Albert Luppart aus Pöcking und Kreisvorsitzender Matthias Vilsmayer aus Gilching

Ende Juni befasste sich der Kreisvorstand der Freien Wähler mit der Frage des Landratskandidaten. Und stellte sich hinter den Kreischef Vilsmayer. Eine Entscheidung, mit der nicht alle FW-Kommunalpolitiker glücklich waren. „Wir sehen die größeren Chancen mit Albert Luppart“, sagte etwa Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald. Luppart wagte im Juli eine Kampfkandidatur gegen Vilsmayer. Dabei setzte sich der Kreisvorsitzende knapp mit 17 zu 15 Stimmen durch. 

Landrats-Kandidat Vilsmayer ist 47 Jahre alt, verheiratet und Vater dreier Töchter. Er geht nach eigenem Bekunden nicht davon aus, dass es im März 2020 auf eine Stichwahl Stefan Frey (CSU) und Martina Neubauer (Grüne) hinausläuft. Er sei nicht unbekannter als die beiden, und die FW hätten seit Ende 2018 auch durch die Regierungsbeteiligung in München an Zustimmung gewonnen. Vilsmayer weiß aber auch, dass es schwierig wird: „Bis zur Stichwahl ist es noch viel, viel Arbeit.“

Wie die anderen Landrats-Kandidaten setzt auch FW-Mann Vilsmayer auf die Themen Wohnraum, Klimaschutz und Kliniken. Falls er denn gewählt wird, so will Vilsmayer im Landratsamt für „verlässliche Reaktionszeiten“ sorgen und „keine Verhinderungsbehörde zulassen“. In einer Podiumsdiskussion der IHK sprach er sich im Hinblick auf das Landratsamt dazu aus „in enger Kooperation mit der Wirtschaft das zu entwickeln, was nötig ist“.

Im Hinblick auf Wohnraum will er den Fokus zunächst auf eine Entwicklung in den Orten legen. Außerdem schlug er vor, „vielleicht kompakter und höher“ zu bauen und Parkplätze in Tiefgaragen zu verlegen.

Der Landratskandidat der Freien Wähler rechnet auch mit einem weiteren Anstieg der Immobilien- und Mietpreise in den kommenden zehn Jahren. „Dagegen hilft nur: mehr Bauland ausweisen, innerorts verdichten und schneller genehmigen“, sagte er bei der IHK-Veranstaltung. Gleichzeitig gab er aber auch zu bedenken, dass das für den errechneten Zuzug nicht reichen werde.

Bei der Jahreshauptversammlung der Freien Wähler im Januar 2020 wies Vilsmayer auf eine mögliche Verschuldung des Landkreises von 180 Millionen Euro durch Gymnasium, Krankenhäuser, andere Schulen und Anbau ans Landratsamt hinzuweisen. Da der Schuldendienst über die Kreisumlage finanziert werde, werde der Handlungsspielraum der Gemeinden herabgesetzt. Das Gymnasium in Herrsching sei „Lieblingsprojekt einiger Kreisräte“ und „Prestigeprojekt unter dem Deckmantel der Bildung“. Der Landratskandidat der Freien Wähler sieht die Bildung ohne die neue Schule in Herrsching nicht gefährdet. Man werde „genau auf die Kosten“ schauen, da das Projekt insbesondere durch das Grundstück einige Unwägbarkeiten berge.

Matthias Vilsmayer will außerdem das Schnellradwegenetz ausbauen, wie er bei der IHK-Podiumsdiskussion betonte. Auch befürwortet er den S-Bahn-Halt Weichselbaum.

Der Kandidat der Freien Wähler ist auch Vizepräsident des TSV Gilching-Argelsried und bei der Rumänienhilfe aktiv. Beruflich ist er Geschäftsführer eines bundesweit tätigen Beratungsunternehmens.

Kommunalwahl 2020: Welche Aufgaben hat der Kreistag?

Markus Becher: Der AfD-Kandidat will bei der Kommunalwahl 2020 Landrat von Starnberg werden

Markus Becher ist Kandidat der AfD bei der Landratswahl 2020 in Starnberg.

Er warf als letzter der sechs Landrats-Kandidaten seinen Hut in den Ring: Der Informatiker und Mathematiker Markus Becher (49) aus Krailling ist der Kandidat der AfD für die Landrats-Wahl 2020. Becher ist auch der Vorsitzende des Ortsverbands Würmtal der AfD, der erst Ende 2019 gegründet wurde. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder.

Becher ist seit 2013 Mitglied der AfD. Er will ehemalige CSU-Wähler (wozu er sich auch zählt) für seine Partei gewinnen. Becher spricht sich für eine direkte Demokratie mit Volksentscheiden nach Schweizer Vorbild aus. Insbesondere bei kostenintensiven kommunalen Vorhaben will er die Bürger befragen lassen. 

Der AfD-Kandidat fordert Investitionen in die Infrastruktur. Nach eigenem Bekunden steht Becher für den Breitbandausbau. Er möchte Lücken in bestehenden Mobilfunknetzen schließen und Radwege weiter ausbauen. Diese drei Maßnahmen dienten dazu, „Verkehr von der Straße wegzubekommen“.

Statt Sozialleistungen auszuzahlen solle der Staat die Leute lieber befähigen, wieder zu arbeiten. „Wir haben hohe Kosten durch illegale Masseneinwanderung, das verbrennt Geld.“ Der AfD-Kandidat würde diese Kosten gerne auf kommunaler Ebene transparent machen.

Im Hinblick auf die Umwelt hält Markus Becher einen menschengemachten Klimawandel für eine unbewiesene Behauptung. Gebe es den Klimawandel, biete dieser auch Chancen, wie beispielsweise zwei Ernten im Jahr, so der AfD-Kandidat.

fro

Kommunalwahl 2020 in Starnberg: Der Starnberger Merkur bittet die Kandidaten um das Bürgermeisteramt in der Schlossberghalle zur Podiumsdiskussion. Termin ist der 22. Januar.

Rubriklistenbild: © Andrea Jaksch

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