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Konjunktur verteuert Wohnbau-Projekte

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Der Verband Wohnen im Kreis Starnberg hat aktuell mit ganz ungewohnten Problemen zu kämpfen. Die gute Konjunkturlage hat nämlich zur Folge, dass Firmen höhere Angebote abgeben als vom Verband kalkuliert.

Landkreis – Der Verband Wohnen schafft Wohnraum – unaufgeregt, effizient und qualitativ hochwertig zu vergleichsweise günstigen Herstellungspreisen. In den kommenden vier Jahren baut der Verband für knapp 70 Millionen Euro rund 250 Wohnungen (siehe Kasten). Jetzt aber macht die Konjunktur dem Verband immer wieder einen Strich durch die Rechnung. „Die Submissionen (Öffnung und Sichtung der bei Ausschreibungen eingegangen Angebote, Anm. d. Red.) sind zum Teil so schlecht, dass wir sie aufheben und neu ausschreiben müssen“, sagte Verbandsgeschäftsführer Michael Vossen in der jüngsten Verbandsausschusssitzung.

Bauvorhaben für Betreutes Wohnen in Krailling teurer als erwartet

So wird das Bauvorhaben für das Betreute Wohnen in Krailling teurer als erwartet. Der Verband hatte mit 1,5 Millionen Euro für den Rohbau gerechnet. „Abgegeben wurden 2 Millionen Euro“, berichtete Verbandsmitarbeiter und Architekt Wolfgang Robl von der Ausschreibung. „Wir müssen sehen, wo wir bei diesem Projekt noch Einsparungsmöglichkeiten haben – wenn wir keine finden, müssen wir noch einmal ausschreiben.“ Angesichts der Differenz von einer halben Million Euro könnte sich die Bauverzögerung von drei Monaten dann durchaus lohnen. Das Projekt hat einen Kostenrahmen von insgesamt 5,8 Millionen Euro.

Ein weiteres Beispiel ist die Heizungsanlage, die die Verbandsgebäude Reineckestraße 18 und 25 in Herrsching bekommen soll. Beschlossen wurde im Oktober eine Anlage mit Einsatz regenerativer Energien durch eine Grundwasserpumpe. Der Verband rechnete mit Kosten von 445 000 Euro. Jetzt hat die Ausschreibung etwas ganz anderes ergeben, wie Verbandsmitarbeiter Alexander Hildebrandt berichtete. „Wir mussten die Submission aus wirtschaftlichen Gründen aufheben.“ Es habe nur ein einziges Angebot gegeben – für 574 500 Euro. „Jetzt wollen wir noch einmal ausschreiben und die Leistungsverzeichnisse in den Brunnen und die Heizungstechnik trennen.“ Dem stimmte der Ausschuss zu. „Wir hoffen damit auf mehr Interessenten – aber die guten Firmen sind ausgelastet, die haben kein Interesse“, stellte Hildebrandt fest.

Auch Neubebauung des alten Rathaus-Areals in Gilching läuft nicht nach Wunsch

Falls wieder kein passendes Angebot einläuft, ist der Verband Wohnen ermächtigt, eine konventionelle Erneuerung der Heizungsanlage in Auftrag zu geben. „Wir müssen die Heizung auswechseln, wir halten sie gerade so durch Hand auflegen am Laufen“, sagte Hildebrandt.

Auch die Neubebauung des alten Rathaus-Areals in Gilching läuft nicht so, wie es sich der Verband vorstellt. Bei der Ausschreibung der Architekten haben sich nur vier Büros gemeldet – europaweit. Mitarbeiter Robl: „Ein Büro hat zu wenig Unterlagen geschickt, da bleiben nur drei übrig – das ist sehr bedenklich.“ Zumal nur eins der drei Büros einen vernünftigen Vorschlag gemacht habe. „Das ist ein großer Aufwand, den wir mit der europaweiten Ausschreibung betreiben müssen, auch finanziell, und dann kommen nur ein paar Bewerber.“

Rubriklistenbild: © dpa

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