Dienstagabend, 18 Uhr: Dr. Richard Aulehner demonstriert den ehrenamtlichen Helfern an BRK-Kreisbereitschaftsleiter Matthias Finke, wie die Schnelltests vorgenommen werden. Foto: Andrea Jaksch
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Dienstagabend, 18 Uhr: Dr. Richard Aulehner demonstriert den ehrenamtlichen Helfern an BRK-Kreisbereitschaftsleiter Matthias Finke, wie die Schnelltests vorgenommen werden.

Aktion von Ehrenamtlichen, damit Besuche in Senioren- und Pflegeheimen möglich sind

Kostenlose Tests für Angehörige: So geht’s

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Ehrenamtliche von BRK, Wasserwacht und DLRG werden an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen Angehörige von Bewohnern von Alten- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis Starnberg kostenlos auf das C Coronavirus testen - wenn diese einen Besuch planen.

Landkreis – Die Bewältigung der Corona-Pandemie läuft in diesen Tagen in vielen Bereichen auf Hochtouren, auch und gerade bei den Verantwortlichen des BRK-Kreisverbandes Starnberg. Da sind zum einen die Vorbereitungen für den Start des Impfzentrums, der für 27. Dezember vorgesehen ist. Zum anderen geht es um kostenlose Corona-Tests für die Angehörigen von Bewohnern in Senioren- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis. Sie brauchen einen negativen Test, um ihre Angehörigen an den Feiertagen besuchen zu können. Dafür sind an Heiligabend und an den beiden Weihnachtsfeiertagen im Landkreis Starnberg 60 Ehrenamtliche im Einsatz.

Federführend bei der Weihnachtsaktion ist das BRK. Es bietet in den Räumen der Bereitschaft Starnberg in der Kaiser-Wilhelm-Straße 4 den Service an. An allen drei Tagen können sich dort Angehörige mit einem Antigen-Schnelltest auf das Virus testen lassen. Geöffnet ist jeweils von 9 bis 15 Uhr.

Allerdings gibt es eine wichtige Voraussetzung: Wer sich testen lassen will, braucht einen bestätigten Besuchstermin in einem Senioren- oder Pflegeheim im Landkreis. Das teilt das Landratsamt mit. Wer diese Bestätigung hat, kann unter der Internetadresse www.brk-starnberg.de/weihnachtstestzentrum einen Termin vereinbaren. Die Tests haben eine Gültigkeit von drei Tagen, erklärt BRK-Kreisbereitschaftsleiter Matthias Finke gegenüber dem Starnberger Merkur. Die Kosten dafür übernimmt der Freistaat.

Finke rechnet mit insgesamt 3000 Tests, die das BRK vom Freistaat zur Verfügung gestellt bekommt. „Es werden pro Pflegeplatz drei Tests ausgeliefert“, erklärt er. Hintergrund: Da in den Heimen, wenn überhaupt, nur ein Besucher pro Bewohner und Tag erlaubt ist, könnten so bis zu drei unterschiedliche Personen an den drei aufeinanderfolgenden Weihnachtstagen zu Besuch kommen.

Bei den Tests handelt es sich um einen Nasen-Rachen-Abstrich. Der Test selbst sei innerhalb von drei bis vier Minuten erledigt, erklärt Finke. Das Ergebnis liege spätestens nach einer halben Stunde vor. Finke teilt die Ehrenamtlichen in zwei Schichten ein. Damit können an der Kaiser-Wilhelm-Straße bis zu 30 Personen pro Stunde getestet werden. Ob diese Kapazität ausreicht oder ob sie viel zu groß ist, kann derzeit niemand sagen. „Wir wissen nicht, wie groß der Andrang wird“, sagt Finke. „Wenn er aber zu groß wird, können wir noch eine dritte Teststraße aufbauen.“ Das würde die Kapazität um bis zu 15 Tests pro Stunde erhöhen.

Die Mitarbeiter sind gestern Abend in sechs Gruppen à zehn Leuten von dem Kraillinger Arzt Dr. Richard Auflehner geschult worden, der zugleich Ärztlicher Leiter des Impfzentrums des Landkreises ist. Die Ehrenamtler stammen von den BRK-Bereitschaften Gauting, Gilching, Herrsching, Seefeld und Starnberg, von einigen BRK-Wasserwachten sowie von der DLRG Pöcking-Starnberg, die bereits frühzeitig ihre Hilfe angeboten hatte. Er habe „viele Rückmeldungen“ von den Ehrenamtlern bekommen, erklärt Finke. Dennoch sei die Weihnachtsaktion in der Kürze der Zeit „eine organisatorische Herausforderung“ gewesen.

Landrat Stefan Frey zeigt sich dankbar. „Ich danke den Ehrenamtlichen, dass sie sich schnell und unbürokratisch für diesen Einsatz an den Feiertagen zur Verfügung gestellt haben.“ In den Senioren- und Pflegeheimen würden die Hochrisikopatienten der Pandemie leben. „Die Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus mit der starken Einschränkung der persönlichen Kontakte ist schmerzhaft. Die kostenlosen Schnelltests sollen für die Angehörigen wenigstens eine kleine Erleichterung schaffen.“ Auch Frey unterstreicht, dass die Aktion ausschließlich für Angehörige gedacht ist.

Einige Altenheime bieten an den Feiertagen auch eigene Schnelltests an, wenn es der Betrieb zulässt. Dies sind nach Angaben des Landratsamtes das Caritas-Altenheim Maria Eich in Krailling, das Waldsanatorium Planegg in Krailling, das Rotkreuzhaus Gilching, die Seniorenresidenz „Haus am Pilsensee“ in Widdersberg, das Pichlmayr Senioren-Zentrum Gilching (pro Tag maximal sieben Tests möglich), das Caritas-Marienstift in Gauting, die Alternative Altenhilfe in Breitbrunn und das Haus der Freunde in Berg.

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