Der Dachstuhl trägt das Datum 1752 und ist teils so marode, dass er die Seitenwände der Kirche auseinandertreibt. 

Neue Kostenberechnung

Kraftakt: Sanierung von Söckinger Kirche kostet mindestens eine Million

Die Sanierung der Kirche St. Stephan in Söcking wird voraussichtlich mehr als eine Million Euro kosten. Das hat eine neue Kostenberechnung ergeben. Ob bereits 2020 begonnen werden kann, ist offen. Für die Kirchenstiftung St. Ulrich bedeutet die Sanierung einen Kraftakt.

Söcking – Die Sanierung der Kirche St. Stephan wird deutlich teurer als erwartet. Der renommierte Architekt Martin Spaenle errechnete als Kosten für die Außeninstandsetzung 799 000 Euro, für das Kircheninnere 286 000 Euro – zusammen also 1,085 Millionen Euro. Zunächst war man von rund 750 000 Euro ausgegangen. Die beiden Posten wären denkbare Bauabschnitte, erklärte Eugen Hartmann, Sprecher der Kirchenstiftung St. Ulrich. „Und vermutlich auch zwanghaft notwendig“, sagt er.

Hauptproblem ist der Dachstuhl. Als Risse in den Wänden auftauchten, ließ die Kirchenstiftung die Statik überprüfen – mit beunruhigenden Ergebnissen. Würde man nichts tun, könnte das Gotteshaus in wenigen Jahren einsturzgefährdet sein. Der Dachstuhl, der das eingeritzte Datum 1752 trägt, ist teils marode und drückt die Wände nach außen. Betroffen ist nur das Langhaus, der Chor ist vor Jahren schon verstärkt worden. Der Dachstuhl hat die höchste Priorität. Er soll mit speziellen Verstrebungen in Form gehalten werden. Sorgen machen Kirchenpfleger Wolfgang Wittmann, Hartmann und den anderen Mitgliedern auch die Elektroanlage, da teils alte Kabel auf Holz verlegt sind. 

Die Balken sind so trocken, da wäre nichts zu retten

Nicht erst durch den verheerenden Brand in Notre-Dame in Paris hat der Brandschutz an Bedeutung gewonnen – würde der Dachstuhl von St. Stephan brennen, wäre wohl nichts zu retten, so trocken sind die Balken. Hartmann denkt mit Schaudern an Brände, die wohl durch Elektroanlagen ausgelöst wurden – dazu zählt auch ein Feuer vor einigen Monaten in Rottenbuch. Deswegen plant die Kirchenstiftung neben einer neuen E-Anlage auch Sicherheitsmaßnahmen wie eine Abtrennung von Turm und Kirche. Der Turm ist ebenfalls nicht so gut in Form – oben ist der Putz abgeblättert, dem Glockenstuhl ist das Alter anzusehen.

Innen will die Kirchenstiftung unter anderem den Brandschutz verbessern.

Vermutlich wird die Sanierung in mehreren Abschnitten erfolgen. „Derzeit liegen die Kosten beim Projektmanagement der bischöflichen Finanzkammer in Augsburg zur Prüfung bzw. Budgetberatung für das Jahr 2020 oder später“, sagt Hartmann zum Stand. Eventuell könne es nächstes Jahr erste Arbeiten geben. „Die Eigenmittel der Kirchenstiftung sind nach der Sanierung von St. Ulrich vollständig aufgebraucht“, erklärt Hartmann – eventuell bleibt bei der anderen Kirche sogar ein Minus. Deswegen ist die Kirchenstiftung St. Ulrich auf Spenden angewiesen, da sie voraussichtlich rund 40 Prozent der Kosten selbst aufbringen muss. Deswegen wurde ein Spendenkonto eingerichtet: Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, IBAN DE75 7025 0150 0029 0825 00. Die Stiftung hofft auch auf Zuschüsse der öffentlichen Hand und von anderen Stiftungen.

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