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Neue Klinik-Struktur

Krankenhäuser: Eine Mutter und viele Töchter

Der Landkreis gründet in den kommenden Wochen eine Krankenhaus-Holding und stellt damit die Kliniken unternehmerisch auf ein neues Fundament. Für Patienten bleibt das folgenlos, spart jedoch Kosten und erlaubt, weitere Kliniken anzudocken. Sitz des Konzerns ist Starnberg.

Starnberg – Knapp ein Jahr tüftelte Klinik-Geschäftsführer Dr. Thomas Weiler mit Landrat Karl Roth an der neuen Struktur der Krankenhäuser im Landkreis Starnberg. „Ein dickes Brett“, sagt Roth. Faktisch bekommen die kreiseigenen Krankenhäuser eine Konzernstruktur, die auch weitere Töchter ermöglicht. Die bisher privatisierte Krankenpflegeschule in Starnberg spielt dabei eine wichtige Rolle.

Bisher trug die Kreiskrankenhaus Starnberg GmbH die gesamte Last, das Krankenhaus Penzberg und die STAMED GmbH (Betreiberin der Edel-Patientenunterkunft Residence) waren Tochterfirmen. Mit der Aufnahme der Chirurgischen Klinik Seefeld in den Verbund erwies sich dieses Konstrukt als nicht mehr sinnvoll. Denn: Die Starnberger GmbH übernahm Verwaltungsaufgaben für die Töchter, was abrechnungstechnisch ein Albtraum ist und einen psychologischen Nachteil hat. Mitarbeiter der Töchter vermuten unterschwellig eine Bevorzugung Starnbergs.

Mit Billigung des Kreistages wird nun ein Krankenhaus-Konzern aufgebaut. Ein neues Unternehmen namens Starnberger Kliniken GmbH mit Sitz in Starnberg wird gegründet, gaben Weiler und Roth bekannt. Diese Holding GmbH befindet sich wie alle Unternehmen im 100-prozentigen Besitz des Landkreises. Das ist auch im Gesellschaftervertrag verankert.

Vier Töchter zum Start

Die Holding hat vier Töchter: das Krankenhaus Starnberg, das Krankenhaus Penzberg, die STAMED GmbH und die Chirurgische Klinik Seefeld. Diese Firmen bleiben Weiler zufolge nahezu unverändert; Seefeld wird einen neuen Namen bekommen. Möglicherweise lautet dieser Seefelder Klinik der Starnberger Kliniken GmbH. Die Holding wird ihren Sitz in jenem Verwaltungsbau haben, den das Krankenhaus anstelle des heutigen Parkdecks an der Oßwaldstraße in Starnberg errichten will. Sie soll 60 bis 80 Mitarbeiter haben und die komplette Verwaltung für alle Kliniken übernehmen, die sich damit keine eigenen Verwaltungen mehr leisten müssen. Beispielsweise bekomme die Klinik Seefeld damit Zugriff auf eine Infrastruktur, die es allein nie bezahlen könnte. Arbeitsplätze werden Weiler zufolge nicht wegfallen. Derzeit beschäftigt der Klinikverbund fast 1000 Mitarbeiter.

Die Holding hat noch andere Vorteile: Neue Mitarbeiter in einigen Bereichen, etwa der Küche, können in einem Pool bei der Holding angestellt und flexibel an allen Standorten eingesetzt werden. Die neue GmbH ist auch Träger der Krankenpflegeschule mit pro Jahrgang 30 Schülern, die derzeit ausgelagert ist. „Es ist wichtig, dass die bei uns ist“, sagt Landrat Roth. Denn: Die Schüler sind Angestellte und lernen im Klinikum Starnberg. Die Schule bringt auch steuerliche Vorteile.

Für Patienten ohne Auswirkungen

Für Patienten hat das alles keine Auswirkungen, erklärt Weiler. Die neue Struktur erlaubt jedoch eine flexible Kostenverteilung, da die Holding von den Töchtern nach Ertrag finanziert wird. Das heißt: Ist der Überschuss bei einer Klinik einmal geringer – aus welchen Gründen auch immer –, zahlt sie weniger für die zentrale Verwaltung. Die neue Struktur würde es deutlich einfacher machen, eine weitere Klinik anzudocken – dann wären es statt vier Töchter eben fünf. Auch wäre es – zumindest theoretisch – denkbar, einen privaten Investor in die Firmen zu holen. Das sei kein Hintergedanke gewesen, betont Weiler. Von einem Partner im Klinikkonzern will Roth nichts wissen.

Die neue Struktur soll bis Herbst umgesetzt werden. Die Regierung von Oberbayern als Aufsichtsbehörde hat zugestimmt. Die Struktur wechselt, der Chef nicht: Vorsitzender der Geschäftsführung bleibt Thomas Weiler.

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