Nur noch ein mickriges Rinnsal bahnt sie zurzeit seinen Weg durch das Bett des Maisinger Bachs (l.). foto: svj

Maisinger Bach kaum noch vorhanden

Starnberg - Die Folgen der ausbleibenden Niederschläge werden auch in Starnberg immer dramatischer. Der Maisinger Bach ist so gut wie ausgetrocknet.

Viele Fische haben ihren Lebensraum verloren, eine Art womöglich für immer: die FFH-geschützte Koppe. Der Kreisfischereiverein Starnberg hat getan, was er nur tun konnte: Alarmiert von einem Anwohner zogen die Mitglieder vor gut einer Woche so viele Fische aus dem austrocknenden Bach wie möglich. „Von der Brut haben wir einiges retten können“, sagt der zweite Vorsitzende des Vereins, Manfred Fischer, vor allem mit Blick auf die Forellen. Dennoch hat er wenig Hoffnung, ein größeres Fischsterben verhindert zu haben. Denn viele Fische habe man wegen überhängender Bäume und Wurzeln nicht erreichen können.

So schlimm wie in diesem Jahr sei es noch nie gewesen, berichtet der zweite Vorsitzende. Schuld sei nicht nur die aktuelle Trockenheit, sondern auch das sehr trockene Frühjahr. Für den Maisinger Bach ist das Gift: In großen Bereichen führt er überhaupt kein Wasser mehr. Vor rund einem Jahr war der im Normalfall friedliche Bach noch ein reißender Fluss. Das Hochwasser spülte gewaltige Massen Kies in ein Auffangbecken vor dem Starnberger Wasserwerk. Was viele ärgert: Bis heute ist das Becken randvoll mit Kies. Hätte man es rechtzeitig ausgebaggert, würde es den Fischen einen überlebenswichtigen Rückzugsraum bieten.

Walter Schramm, zuständiger Abteilungsleiter im Wasserwirtschaftsamt Weilheim, bedauert das. Die Arbeiten wurden ausgeschrieben, doch Angebote von Firmen gab es keine. Nun schreibe man erneut aus. Auf dem kurzen Dienstweg war offensichtlich nichts zu machen: Man könne nicht einfach Firmen abziehen, die woanders Wildverbauungen erstellen, meint Schramm. Zudem habe im Maisinger Bach auch geprüft werden müssen, ob Belastungen vorliegen. Zumindest in dem Punkt kann der Fischereiverein Entwarnung geben. Ein Vertreter vom Wasserwirtschaftsamt habe ihm versichert, dass es keine Belastungen gebe, erklärt der zweite Vorsitzende. So steigt die Hoffnung, dass das Kiesfangbecken bald frei ist.

Für eine Fischart könnte es dann aber schon zu spät sein: die Koppe. „Das wäre besonders ärgerlich“, sagt Dr. Michael Schubert vom Institut für Fischerei in Starnberg. Die Koppe sei ein FFH-Fisch und sehr standorttreu. Mit anderen Worten: Ist die Koppe einmal aus dem Maisinger Bach verschwunden, wird sie dort auch in Zukunft nicht mehr vorkommen. Die Koppe ist ein so genannter Grundfisch, der sich tagsüber zwischen Steinen und Wasserpflanzen verbirgt. Deshalb sei es auch kaum möglich, sie einzufangen, weiß Horst Priessnitz, Vorsitzender des Kreis-Fischereivereins. Er will sich dafür einsetzen, dass den Fischen im Maisinger Bach künftig mit Querverbauungen und künstlichen Schwellen geholfen wird. Sie sollen das Wasser aufwirbeln und dafür sorgen, dass Vertiefungen entstehen.

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