Phänomen „Homejacking“

Kripo warnt vor der Autoschlüssel-Bande

  • schließen

Nach dem zehnten Fall in drei Monaten schlägt die Kriminalpolizei Alarm. Sie warnt vor dem aktuellen Phänomen „Homejacking“ und gibt vor allem den Besitzern hochwertiger Autos Tipps.

Landkreis – Diese Summe muss man sich fast auf der Zunge zergehen lassen: 800 000 Euro. So hoch ist der Wert der Beute insgesamt, die eine vermutlich sehr gut organisierte Einbrecherbande in den vergangenen drei Monaten im Landkreis Starnberg und in zwei Gemeinden des Landkreises Landsberg gemacht hat. Dabei gehen die Täter immer nach dem gleichen Schema vor: Einfamilienhaus auskundschaften, nachts einsteigen, den Tiefschlaf der zumeist anwesenden Bewohner ausnutzen, die Autoschlüssel klauen und dann mit den Autos wegfahren. Auf andere Wertgegenstände legen sie überhaupt keinen Wert. „Homejacking“ nennt die Polizei diese Vorgehensweise.

Der jüngste Fall in dieser Reihe hat sich in der Nacht von Donnerstag, 7. Dezember, auf Freitag, 8. Dezember, ereignet. Tatort diesmal: ein freistehendes Einfamilienhaus in der Ahornstraße in Gauting. Die Täter bohrten ein Erdgeschossfenster des Anwesens auf, stiegen ein – und fuhren wenig später mit dem vor dem Haus geparkten Mercedes E 350 Bluetec Kombi im Wert von über 40 000 Euro weg. Eine Nacht zuvor wurden auf ähnliche Weise in Greifenberg ein weißer Porsche 911 Carrera S und ein grauer BMW X6 gestohlen. Von diesen Fahrzeugen fehlt bislang jede Spur. Ohnehin sind von der Beute bislang nur zwei Autos aufgetaucht – womöglich, weil es den Tätern nicht gelungen war, die GPS-Ortung schnell genug auszuschalten.

Die Häufung hat die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck zum Anlass genommen, eine Liste von Tipps zu veröffentlichen:

-Achten Sie auf fremde Personen und Fahrzeuge, die sich in der Nähe Ihres Wohnobjekts aufhalten.

-Seien Sie misstrauisch, wenn Sie auf Ihr Auto angesprochen werden; etwa, ob Sie es verkaufen wollen.

-Nutzen Sie grundsätzlich zum Abstellen Ihres Fahrzeuges vorhandene Garagen und sperren diese auch ab.

-Informieren Sie sich über technische Systeme, die nach einem Diebstahl die Ortung Ihres Fahrzeuges und gegebenenfalls ein ferngesteuertes Einwirken darauf ermöglichen.

-Informieren Sie sich kostenlos bei dem zuständigen kriminalpolizeilichen Fachberater, wie Sie sich und Ihr Heim vor Einbruch schützen können. Die Kripo FFB ist unter Telefon (0 81 41) 61 20 zu erreichen.

-Bei verdächtigen Wahrnehmungen wählen Sie die Notrufnummer 110!

Darüber hinaus bittet die Kripo um sachdienliche Hinweise oder sonstige verdächtige Wahrnehmungen, die mit den Einbrüchen in Verbindung stehen können.

Die Täter in den aktuellen Fällen dürften auf jeden Fall straff organisiert sein und arbeitsteilig vorgehen. Einige Mitglieder der Bande sind fürs Auskundschaften und die Einbrüche zuständig, andere dienen als Chauffeure und fahren das Diebesgut von einem vorher vereinbarten Parkplatz vermutlich nach Osteuropa. Dort werden die Wagen wiederum von anderen in Empfang genommen. Wo die Drahtzieher sitzen, ist unklar. Die Kripo ermittelt mit Hochdruck an dem für sie neuen Phänomen. „Eine solche Häufung hatten wir noch nicht“, sagte Hans-Peter Kammerer, der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, gestern gegenüber dem Starnberger Merkur.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Spitzengolf in Hadorf
Sommer, Sonne, Golf. Bei den diesjährigen Starnberg Open, die zum zweiten Mal ausgetragen werden, gibt es seit gestern auf der Anlage des GC Starnberg bei …
Spitzengolf in Hadorf
Ehrlicher Finder: 94-Jähriger bekommt 3600 Euro Bargeld zurück
Sichtlich erleichtert war ein 94-Jähriger am Mittwoch in Starnberg - eine verlorene Tasche mit 3600 Euro Bargeld wurde wiedergefunden.
Ehrlicher Finder: 94-Jähriger bekommt 3600 Euro Bargeld zurück
Täter beschädigt Wildkamera und hinterlässt klare Botschaft
Eine Wildkamera hinter Gut Ried wurde beschädigt - die Polizei geht von einem Gegner der waidgerechten Jagd aus. 
Täter beschädigt Wildkamera und hinterlässt klare Botschaft
Fahrer hat bei Polizeikontrolle noch „Glück“
Bei einer Verkehrskontrolle ist ein 37-jähriger Mann in Tutzing aufgefallen. 
Fahrer hat bei Polizeikontrolle noch „Glück“

Kommentare