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Mit Feuereifer waren die kleinen Darsteller von der Trachtenjugend bei der Aufführung des Krippenspiels dabei.

Krippenspiel im Trachtenheim

Weihnachtsgeschichte, diesmal herzerwärmend

Starnberg – „Karlis Herberge“ im Krippenspiel der Starnberger Trachtenjugend - die perfekte Einstimmung auf das Weihnachtsfest

Das Christkind geboren in einem kuscheligen Zimmer statt im Stall? Mit dieser höchst erfreulichen Variante der Herbergsuche erfreute Starnbergs Trachtenjugend am Sonntag die vielen Besucher im Trachtenheim - und gab Groß und Klein am Sonntag im einzigen öffentlichen Krippenspiel Starnbergs etwas zum Nachdenken mit auf den Heimweg.

Diesmal hatte Marianne Erhard „Karlis Herberge“ von Johannes Werle ausgesucht, ins Bayerische umgeschrieben und mit den 21 kleinen Schauspielern zwischen vier und 18 Jahren einstudiert. Der schüchterne Josef steckte bei der Herbergsuche in Lederhose und Joppn und hatte die hübsche Maria eingehakt, die unter ihrem Tuch selbstverständlich ein klassisches Dirndl anhatte.

Auch die munteren Hirten trugen Tracht und schlugen, nachdem sie mit großem Erstaunen in Gestik und Stimme den Stern entdeckt hatten, auf einem Schaffell beim künstlich-flackernden Feuer ein Nachtlager auf. Nur der arme Wirt musste im Nachthemd auftreten. Arm, weil keiner den bösen Herbergsvater spielen wollte. „Eine doofe Rolle“, tuschelten die Protagonisten im ersten Akt auf dem Pausenhof, als sie einen Dummen suchten, der bereit war, die werdenden Eltern so erbarmungslos zurück in die Kälte zu schicken.

Am dritten Advent präsentierte der Heimat- und Volkstrachtenverein dem Publikum also gewissermaßen ein Spiel im Spiel, in dem der „Dumme“ schnell gefunden war: Der Außenseiter Karli sollte das übernehmen. Einer, „der froh ist, wenn er überhaupt mitspielen darf“. Jener brillierte in der Generalprobe (Akt 2) tatsächlich, als das Heilige Paar übermüdet zur weiß verputzten Kulisse trippelten und am Fachwerkfenster anklopften.

„Nein“ schmetterte der Wirt die Bitte nach einem Dach über dem Kopf ab und knallte die Fenster zu. Gut bayerisch begleitet von dem Lied „schniwi schnawi schneibn“, das die hellen Kinderstimmen der Singgruppe von Barbara Pfaffinger sangen und den Musikern unter der Leitung von Rita Novak, mussten sie ihre Suche fortsetzten.

Dann kam Akt 3: der Auftritt. Wieder machten sich Maria und Josef bei Wind und Wetter auf und klopften beim Wirtshaus an – aber diesmal öffneten sich für sie die Türen. „Kommts nei! Für ei hob i no a Platz!“ Damit warf Karli das Krippenspiel wunderbar zeitgemäß und mit viel Herz um. In dieser Nacht flatterten also die bezaubernden Engel nicht zum Stall, sondern ins warme Wirtshaus, wo die Hirten gemeinsam mit den jungen Eltern und den Zuschauern das Traditionslied „Es wird scho glei dumpa“ anstimmten. Und als Belohnung besuchten nach dem Auftritt der Nikolaus mit Krampus die wackeren kleinen Darsteller und belohnte ihren Einsatz mit kleinen Säckchen Süßigkeiten. 

Michéle Kirner

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