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Kritische Infrastruktur: Gerüstet – auch wenn’s kritisch wird

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Von: Tobias Gmach, Laura Forster

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Drei Vertreter der kritischen Infrastruktur: Sebastain Buhr (l.) und Habibullah Sultani vom Starnberger Wertstoffhof mit AWISTA-Vorstand Christoph Wufka. In Pandemie-Zeiten achten die Mitarbeiter darauf, dass nicht zu viele Leute gleichzeitig ihren Müll in die Container werfen.
Drei Vertreter der kritischen Infrastruktur: Sebastain Buhr (l.) und Habibullah Sultani vom Starnberger Wertstoffhof mit AWISTA-Vorstand Christoph Wufka. In Pandemie-Zeiten achten die Mitarbeiter darauf, dass nicht zu viele Leute gleichzeitig ihren Müll in die Container werfen. © Andrea Jaksch

Feuerwehren, Wasserwerke, Abfallunternehmen und Altenheime bereiten sich auf die Omikron-Welle vor. Hygienekonzepte und getrennte Schichten sollen Corona-Fälle vermeiden. Und im Ernstfall müssen die Mitarbeiter ran, die noch gesund sind.

Landkreis – Neben den Feuerwehren und den Rettungsdiensten im Landkreis (wir berichteten) haben sich in den vergangenen Wochen noch weitere wichtige Einrichtungen und Unternehmen auf die Omikron-Welle vorbereitet. Sei es mit zeitversetzten Schichten, unterschiedlichen Gruppen, Homeoffice oder Impfaktionen. Alles, damit die Infrastruktur bei möglichen massenhaften Krankheitsfällen und Quarantänemaßnahmen nicht zusammenbricht.

Beim Wasserwerk der Stadt Starnberg wird seit dem Jahreswechsel nur noch in drei kleinen Teams gearbeitet. „Sie gehen sich aus dem Weg“, berichtet Werkleiter Thomas Rami. Wenn ein Team ausfällt, könne das andere übernehmen. Die Trennung der Kollegen auf dem Betriebsgelände und auf Außenterminen habe es bereits in vorherigen Corona-Wellen gegeben. Die vier Verwaltungskräfte haben laut Rami Einzelbüros, fürs Homeoffice fehle die technische Ausstattung. „Aber da wäre ein Ausfall noch verschmerzbar.“

Rechnungen und Bestellungen würden dann eben etwas auf sich warten lassen. Wird ein Rohrbruch oder eine defekte Pumpe nicht repariert, besteht dagegen die Gefahr, dass ein ganzer Stadtteil ohne Wasser ist. „Wir sind es bei der Personalplanung ja gewohnt, an 365 Tagen einsatzbereit sein zu müssen“, beruhigt Rami. Und selbst wenn alle ausfallen sollten, sei vorgesorgt. Das Wasserwerk hat seit Pandemiebeginn ein Notfallabkommen mit dem Kommunalunternehmen AWA-Ammersee in Herrsching. Man würde sich also gegenseitig aushelfen.

AWA-Ammersee fühlt sich gut vorbereitet für Omikron-Welle

Die AWA-Ammersee fühlt sich gut vorbereitet für die Omikron-Welle. „Wir haben die 48 Mitarbeiter in drei Teams getrennt“, sagt Vorstand Maximilian Bleimaier. Und alle, die im Homeoffice arbeiten können, sollen zu Hause bleiben. „Die Monteure dürfen die Fahrzeuge mit nach Hause nehmen und von dort aus direkt zum Einsatzort fahren.“ Sollte doch einmal ein Projekt mit mehreren Mitarbeitern anstehen, müssen sich alle zuvor testen lassen und während der Arbeit eine Maske tragen. „Bisher sind wir verschont geblieben“, sagt Bleimaier und hofft, dass es auch in Zukunft so bleibt. „Falls es jedoch einen Ausbruch gibt, müssen größere Vorhaben verschoben werden. Die Wasserversorgung der Gemeinden ist jedoch immer gesichert“, versichert der Vorstand.

Der Abwasserverband Starnberger See hat Anfang des Jahres seinen Kurs gewechselt. Statt in mehrere Schichten wurden die 80 Mitarbeiter in zwei Gruppen eingeteilt. „Das ist eine Art Notfallplan“, sagt Geschäftsleiterin Dr. Stephanie Rapp. „So hoffen wir, dass immer ein Team einsatzfähig ist.“ Zwar sei die Umstellung ein zeitlicher und organisatorischer Aufwand, „einen Corona-Ausbruch hatten wir jedoch noch nicht“, so Rapp.

Das Kommunalunternehmen AWISTA sieht sich gut aufgestellt für den weiteren Pandemieverlauf. „Wir sind bisher gut durchgekommen“, sagt Vorstand Christoph Wufka. 25 der 30 Verwaltungsmitarbeiter seien regelmäßig im Homeoffice. Auf den Wertstoffhöfen reduziere man schon seit Langem die Kontakte. Ampeln sorgen dafür, dass nicht zu viele Leute gleichzeitig ihren Müll in die Container werfen. Ältere, vom Virus besonders gefährdete Kollegen würden eingesetzt, wenn weniger los ist, erklärt der Vorstand. Besonders gefreut habe ihn die hausinterne Impfaktion Anfang Januar, an der sich zwölf Mitarbeiter beteiligt hätten, sagt Wufka.

BRK-Seniorenheime mit Maßnahmeplänen für Ernstfall

In den drei Senioreneinrichtungen des BRK im Landkreis sind über 90 Prozent der Mitarbeiter geimpft. Dies schütze jedoch nicht vor Ausbrüchen. „Wir haben verschiedene Maßnahmepläne“, sagt der zuständige Bereichsleiter Marcus Wicke. Mit Dienstverlängerungen, Urlaubsänderungen und Unterstützung der Heime untereinander soll der Betrieb am Laufen bleiben. Außerdem ist jeder Mitarbeiter im Haus einem bestimmten Bereich zugeteilt. „So können Kontakte reduziert werden“, sagt Wicke.

Ähnlich handhabt es Edith Maruska, Leiterin der Einrichtungen des Rummelsberger Stifts in Starnberg und Söcking. „Sollte es doch zu einem größeren Ausbruch kommen, greift ein Notfallplan.“ Zwölfstundenschichten und extra Arbeitstage stehen dann auf dem Programm. „Das Personal kann sich aber kurz darauf wieder frei nehmen.“ Trotzdem sei der Arbeitsalltag derzeit eine große Belastung. lf/gma

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