Trotz des verregneten Sommers ist Jana Schmaderer, Vorsitzende der Solidargemeinschaft Starnberger Land, zufrieden mit der Ernte der neun Sonnenäcker.
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Trotz des verregneten Sommers ist Jana Schmaderer, Vorsitzende der Solidargemeinschaft Starnberger Land, zufrieden mit der Ernte der neun Sonnenäcker.

Starnberger Land zufrieden mit Ernte

Kürbis, Apfel und Radieschen

  • Laura Forster
    VonLaura Forster
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Die Solidargemeinschaft Starnberger Land kann zufrieden sein. Trotz des durchwachsen Sommerwetters hat sich das Gemüse auf den neun Sonnenäckern, die im Landkreis verteilt sind, gut entwickelt. Rund 400 Pächter bauen auf den Feldern der Starnberger-Land-Bauern Gemüse, Kräuter und Blumen an. „So viele hatten wir noch nie“, sagt Jana Schmaderer, Vorsitzende der Solidargemeinschaft. Seit der Pandemie sind die Pächterzahlen deutlich gestiegen.

Landkreis - Vor allem der Kürbis sei mit dem schwierigen Sommer gut klargekommen, so Schmaderer, die selbst Gemüse anbaut. Auch den Zuchinis habe die Feuchtigkeit nichts ausgemacht. „Mäßig war die Ernte der Radieschen“, sagt die Vorsitzende. Viele Tomaten sind der Kraut- und Braunfäule zum Opfer gefallen. Schmaderer ist trotzdem zufrieden: „Die Ausbeute war extrem reichhaltig.“

Während auf den Feldern der Pächter schon einige Gemüsesorten abgeerntet sind, befindet sich die Apfelernte noch im vollen Gange. Die Vielfalt an heimischen Apfelsorten im Landkreis ist groß. „Alte und neue Sorten wie Boskop, Danzinger Kantapfel und Gravensteiner erfreuen sich großer Beliebtheit“, heißt es in einer Pressemitteilung des Starnberger Landes. Das regionale Obst der Hobbyapfelbauern schmeckt nicht nur gut, sondern hat auch eine große Bedeutung für ökologische und regionale Vielfalt. Die Streuobstwiesen, auf denen die Bäume stehen, sind ein wichtiger Lebensraum für Insekten, Vögel, Siebenschläfer und Fledermäuse. „Da diese Wiesen in der Regel nicht so oft gemäht werden, sind sie sehr artenreich“, sagt Schmaderer. Auf Streuobstwiesen mit rund 200 Bäumen seien oft bis zu 30 verschiedene Apfelsorten zu entdecken, die über Wochen blühen und somit für Insektennahrung sorgen. „Ein Baum kann bis zu 50 Jahre ertragsfähig sein“, sagt Schmaderer.

Da das Starnberger Land die Streuobstwiesen der Hobbybauern erhalten will, wurde das Projekt „Streuobstsammlung“ ins Leben gerufen. Apfelbaumbesitzer können ihre Äpfel abgeben und bekommen pro 100 Kilo 20 Euro ausgezahlt. Aus den Äpfeln macht das Starnberger Land einen Apfelsaft, der nur aus Früchten aus dem Landkreis besteht. Gepresst wird das Obst in der Kelterei Merk in Kitzingen. „Jede der vielen Sorten ist bei der Apfelsammlung willkommen, ob Elster, Berner Rosenapfel oder Goldparmäne“, heißt es in der Pressemitteilung. „Wir freuen uns schon auf das erste Glas frischen Apfelsaft in diesem Jahr.“

Wichtig ist jedoch, dass die Äpfel und der Anbau die Unser-Land-Richtlinien einhalten, denn sie sichern die hohe Qualität des Saftes. Das Obst darf nicht mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sein und muss von Streuobstbäumen aus dem Landkreis stammen. Eine Kontrolle findet nicht statt, jedoch bestätigen die Apfel-Anlieferer durch ihre Unterschrift die Einhaltung der Richtlinien. Auch faulige oder schimmlige Äpfel müssen abgewiesen werden, da ein fauliger Apfel rund 2000 Liter Saft verderben kann.

Die nächsten Anlieferungen finden am kommenden Samstag, 11. September, und am Samstag, 9. Oktober, jeweils von 9 bis 12 Uhr auf dem Hof von Magnus Ruhdorfer (Rausch 4, Herrsching) statt. Starnberger Land bittet alle Anlieferer darum, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

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