Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

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Der Unfall vom September, bei dem ein Mädchen verletzt wurde. Es hatte alles richtig gemacht und wollte - ihr Fahrrad schiebend - bei Grün die Hauptstraße queren.

Nach Unfall

Länger Rot, Blitzer, Überweg – oder nichts: Was muss sich am Tutzinger-Hof-Platz tun?

Nach dem Unfall auf einem Überweg am Tutzinger-Hof-Platz sind nicht nur Eltern besorgt. Die Stadt will „geeignete Maßnahmen“ – etwa einen Blitzer, der Autofahrern die Unsitte abgewöhnen soll, die Kreuzung zuzustellen.

Starnberg– Andrea Schmölzer konnte am Montagabend im Stadtrat fast nicht an sich halten. „Ich empfehle vielen Menschen, Rad zu fahren, aber ich kann es nicht mehr ruhigen Gewissens machen, so lange die Situation am Tutzinger-Hof-Platz so gefährlich ist“, klagte sie in der Bürgerfragestunde und erinnerte an den Unfall vom 25. September. Damals war ein elf Jahre altes Mädchen auf dem Überweg an der Hauptstraße bei Grün von einem Lkw erfasst worden, der zunächst wegen Staus nicht hatte weiterfahren können (wir berichteten). Ist der Tutzinger-Hof-Platz eine Gefahrenstelle erster Klasse, der sofort entschärft werden muss? Darüber gehen die Ansichten auseinander.

Nach Angaben von Johannes Bauer, Verkehrssachbearbeiter der Starnberger Polizei, ist keine Häufung von Unfällen mit Fußgängern oder Radfahrern festzustellen. Bürgermeisterin Eva John sieht am Platz durchaus eine tägliche Gefahr – und dass viel Glück dabei sei, dass nicht mehr passiert. Eines der Grundprobleme ist sowohl, dass viele Autofahrer gerade im Berufsverkehr von der Münchner Straße in die Kreuzung einfahren, dann aber am oder auf dem Überweg Hauptstraße stehen, weil sich dort der Verkehr staut. John hält die Grünphasen für Fußgänger generell für zu kurz.

Dass Autofahrer nicht in eine Kreuzung einfahren dürfen, wenn sie sie nicht gleich wieder räumen können, lernt jeder in der Fahrschule. Das Phänomen ist aber an vielen Starnberger Kreuzungen anzutreffen, nur an einer auffälligerweise nicht: der Söckinger Kreuzung. Ein Grund dafür dürfte ein kleiner Kasten sein, ein Rot-Licht-Blitzer – der flößt Respekt ein. John könnte sich das auch am Tutzinger-Hof-Platz vorstellen. Generell wolle die Stadt „geeignete Maßnahmen“ beantragen, um die Sicherheit zu erhöhen. Denkbar wäre auch, sagt John, den Überweg Hauptstraße ein Stück nach Süden zu verlegen.

Christian Probst vom Staatlichen Bauamt Weilheim und Verkehrssachbearbeiter Bauer lehnen eine Lösung ab: eine Verlängerung der Rotphasen für Autofahrer, damit die Kreuzung und damit der Überweg geräumt werden kann. Das würde zu langen Rückstaus Richtung Autobahn führen. Gerade erst hat die Weilheimer Behörde die Grüne Welle überarbeiten lassen, um mehr Autos in kürzerer Zeit durch Starnberg schleusen zu können (wir berichteten). Der Testbetrieb lief aus Bauers Sicht nicht so reibungslos, weswegen es diese Woche Ortstermine mit dem Planer der Grünen Welle und den Behörden gab.

Ergebnis: Die am Tutzinger-Hof-Platz seit einigen Wochen geänderten Grünphasen haben sich bewährt und sollen nun auf alle Ampel an der B 2 zwischen Söckinger und Strandbadstraße ausgedehnt werden, erklärte Jacob Eberle vom Weilheimer Amt gestern auf Anfrage. An einigen Stellschrauben werde noch gedreht. Dass die Steuerung an den Ampeln derzeit unterschiedlich ist, ist übrigens der Grund, warum man manchmal keine Grüne Welle hat. Die Ampelsteuerung hält Eberle für nicht ursächlich für mögliche Gefahren an den Überwegen. Man habe auch das geprüft, die Zeiten für Fußgänger seien großzügig. Einen Blitzer gegen die Kreuzungsblockierer sieht er skeptisch: „Bei so was helfen nur Polizeikontrollen“.

Andrea Schmölzer sieht die Lage anders und spricht von „Lebensgefahr“ am Tutzinger-Hof-Platz. Zusammen mit einer Bekannten habe sie sich den Berufsverkehr eine halbe Stunde angeschaut. Ergebnis: „Fast alle fahren in die Kreuzung rein. Viele achten nicht auf die Fußgänger. Wir haben drei äußerst brenzlige Situation erlebt.“ Es sei grob fahrlässig, dort nichts zu ändern.       ike/ps

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