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Das alte Betriebshof-Gelände am Seilerweg in Starnberg soll nach dem Willen des Landkreises neuer Standort der Fachoberschule werden.

Schulentwicklung

Landkreis legt Studie vor: „Die FOS ist am Seilerweg möglich“

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Das Raumprogramm für eine neue Fachoberschule (FOS) am Seilerweg steht. Ende des Monats soll auch die Grundstücksfrage endlich entschieden sein.

Starnberg – Das Ultimatum des Landrats war unmissverständlich. Bis zur Sommerpause will Karl Roth Klarheit in der Frage haben, ob und wenn ja zu welchen Bedingungen der Landkreis von der Stadt das ehemalige Betriebshofgrundstück am Seilerweg 14 bekommt. Wenn nicht, will er sich einen anderen Standort an der S 6 suchen (wir berichteten). Bekanntlich will der Landkreis dort die neue Fachoberschule (FOS) errichten. Dass das Vorhaben trotz beengter Platzverhältnisse auf dem Gelände funktioniert, legte Kreiskämmerer Stefan Pilgram am Donnerstagabend dem städtischen Bauausschuss dar. Die wichtigsten Daten im Überblick:

-Das Grundstück hat eine Größe von 3734 Quadratmetern.

-Laut Bebauungsplan dürfen auf einer Grundfläche von 1800 Quadratmetern insgesamt 6100 Quadratmeter Geschossfläche entstehen.

-Als maximale Wandhöhe eines vier- bis fünfgeschossigen Neubaus sind 16 bis 19 Meter erlaubt.

-Die Abstandsflächen zu den Nachbarn betragen mindestens drei Meter.

Der Landkreis geht von einem weiteren Wachstum der Schule in den nächsten Jahren aus. Hatte die Starnberger FOS im September 2015 mit 102 Schülern in den Fachrichtungen Sozialwesen und Wirtschaft gestartet, werden im neuen Schuljahr vermutlich 359 junge Menschen an der Schule unterrichtet.

Mit Inbetriebnahme des Neubaus soll auf jeden Fall eine dritte Fachrichtung dazukommen, vermutlich Internationale Wirtschaft. Ob auch eine vierte Fachrichtung in Starnberg angeboten wird, ist noch offen. Dabei könnte es sich um den Bereich Technik handeln. Der Schulentwicklungsplan für den Landkreis sieht nach Angaben von Bürgermeisterin Eva John ein Potenzial von 600 Fachoberschülern vor.

Maximal würden 22 Klassenräume gebraucht, dazu kommen auf jeden Fall Fachräume, Pausenräume und eine Cafeteria, erläuterte Pilgram. Die Grobplanung sieht insgesamt einen Bedarf von 6022 Quadratmetern Geschossfläche vor – also an der Grenze dessen, was höchstens erlaubt ist. Hinzu kommen 90 Stellplätze in einer Tiefgarage und 50 oberirdische Parkplätze. Pilgrams Fazit: „Auf Basis der aktuell vorliegenden und angenommenen Eckdaten ist die Realisierung einer Fachoberschule aus Sicht des Landkreises auf dem ehemaligen Betriebshofgelände möglich.“

Die Stadtspitze sieht den Standort dennoch kritisch. „Das Grundstück ist sehr klein“, sagte Stadtbaumeister Stephan Weinl. Erweiterungsmöglichkeiten seien dort nicht vorhanden. „Mit der FOS ist das Grundstück ausgereizt“, betonte John.

FDP-Fraktionschefin Iris Ziebart sprach sogar von einer „Aufbewahrungsanstalt“ statt einem zukunftsfähigen Schulcampus. Auch CSU-Fraktionschef Ludwig Jägerhuber äußerte Kritik: „Das ist der absolut falscheste Platz für die Neuerrichtung einer Schule.“ Gleichwohl gibt es Zwänge: So gilt der von John, Ziebart und auch Jägerhuber favorisierte Standort neben dem Creativ-Center an der Gautinger Straße aus Umweltschutzgründen und wegen der Qualität des Baugrunds als problematisch.

„Politik ist immer ein Abwägen“, entgegnete Professor Otto Gaßner (UWG). Natürlich sei das Grundstück am Seilerweg relativ klein, aber es sei sehr gut mit der S-Bahn zu erreichen und – vor allem – realisierbar. Bevor die FOS Starnberg wegen der ungeklärten Grundstücksfrage verlässt – als Alternativstandort ist bereits Gauting im Gespräch –, könne man nur dieses Areal nehmen. Gaßner pocht im Übrigen ebenso wie die Chefin der Parteifreien, Angelika Kammerl, auf eine Entscheidung in der Grundstücksfrage in der Sitzung des Stadtrats am 24. Juli. Nach aktueller Stimmungslage dürfte es in dem Gremium eine Mehrheit für eine Überlassung der Fläche an den Landkreis geben.

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