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Kinder und Erwachsene demonstrieren für den Klimaschutz: Im Mai gab es die erste große Demonstration auf dem Kirchplatz. Am Klima-Aktionstag am kommenden Freitag werden ebenfalls zahlreiche Schüler erwartet. 

Der Landkreis Starnberg beteiligt sich in mehreren Orten am Weltklimatag

Aktionstag am Freitag: Freibier fürs Klima, aber kein Streik

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  • Sandra Sedlmaier
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Das Fünfseenland beteiligt sich am globalen Klimastreik am kommenden Freitag mit mehreren Aktionen. Allerdings sprechen sämtliche Organisatoren lieber von einem Aktionstag als von einem Streik.

Landkreis – Am kommenden Freitag, 20. September, geht es ums Klima. Weltweit ruft die Organisation Fridays for Future am Weltklimatag zu einer globalen Klimaschutz-Demonstration auf. In München startet die große Demo um 12 Uhr auf dem Königsplatz. Im Fünfseenland werden ebenfalls zahlreiche Aktivitäten vorbereitet, bei denen viele junge Leute erwartet werden.Darunter auch Schüler – weshalb die Organisatoren lieber von Aktionen als von einem Streik sprechen. Die Wörter Demonstration oder gar Streik hören die Schulleiter im Landkreis nämlich gar nicht gern. Ein Aufruf zu Demo oder Streik widerspricht dem Neutralitätsprinzip, dem die Schulen unterworfen sind.

Dabei unterstützen die Pädagogen das Engagement ihrer Schüler grundsätzlich gern. „Der Klimaschutz ist ein extrem wichtiges Bildungsziel“, sagt der Direktor des Tutzinger Gymnasiums, Andreas Thalmaier. Deshalb beteilige sich seine Schule gerne am Weltklimatag und der in Tutzing geplanten Aktion.

Der Direktor unterstreicht aber auch: „Es handelt sich um einen Projekttag und nicht um eine Demo. Wir nehmen am Tutzinger Klimatag teil, den die Gemeinde Tutzing veranstaltet.“

Gestreikt werde nicht, sagt auch seine Kollegin in der Realschule, Angela Richter. „Es gibt schließlich eine Schulpflicht. Wir nutzen den Tag, um auf den Klimaerhalt und den Schöpfungsgedanken hinzuweisen.“

Alle Tutzinger Schüler beschäftigen sich am Weltklimatag am Freitag zunächst im Unterricht mit dem Thema. Um 10 Uhr treffen sie sich an der Realschule und marschieren zum Rathaus, wo Bürgermeisterin Marlene Greinwald um 11 Uhr eine Ansprache halten wird. Auch eine Podiumsdiskussion mit Schülern ist geplant. Für den Nachmittag sind weitere Aktionen wie Baumpflanzungen, Radtouren und eine Filmvorführung vorgesehen.

Ähnlich läuft es in Starnberg auf dem Kirchplatz ab. Für 10 Uhr erwarten die Organisatoren von „Starnberg for Future“ Bürgermeisterin Eva John, Grünen-Politikerin Martina Neubauer, Kreisjugendring-Chef Claus Piesch und Landesschülersprecher Joshua Grasmüller vom Landschulheim Kempfenhausen. Die Kirchplatz-Besucher könnten Bilder gestalten, was ihnen im Landkreis gefalle und was man unbedingt erhalten sollte, sagt Nadine De March von „Starnberg for Future“. „Wir legen auch Broschüren aus und informieren über unsere Petition zum Klimanotstand.“

Letzteres ist dem Gymnasium Starnberg zu politisch, deshalb werden dessen Schüler nicht dabei sein. „Die Schule wird nicht offiziell an einer politischen Veranstaltung teilnehmen“, sagt Schulleiter Josef Parsch. „Politische Werbung im Rahmen einer schulischen Veranstaltung ist nicht möglich, da ist das Schulrecht eindeutig.“ Er bedauert, dass es wenig Informationen im Vorfeld des Aktionstages gegeben habe. Der Klimaschutz ist trotzdem Thema in der Schule: „Wir sind langfristiger aufgestellt, haben immer wieder Projekttage und sind nun auch Fairtrade-Schule“, sagt Parsch.

Das Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching hält einen schulinternen Aktionstag ab. Im Rahmen des P-Seminars werden Plakate gestaltet. Auch Schulleiter Peter Meyer möchte den Begriff „Klimastreik“ für die Veranstaltung am Freitag keinesfalls verwenden. „Es wird natürlich nicht gestreikt“, betont er und bestätigt, dass Eltern sich diesbezüglich auch schon kritisch zu Wort gemeldet hätten. „Es handelt sich um eine gemeinsame Aktion der Schule. Niemand wird zur Teilnahme gezwungen“, stellt Meyer klar.

Das Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting hat eine elegante Lösung für den Klimastreik gewählt. Bis 10.30 Uhr geht es im Unterricht um das Thema Klima – dann ist Schulschluss, weil die Lehrer auf Personalausflug fahren. „Die Schüler können dann, wenn sie wollen, zur großen Demo nach München fahren“, sagt Schulleiterin Sylke Wischnevsky.

In Herrsching geht es am Freitagnachmittag vor dem Kurparkschlösschen ums Klima. Das offizielle Programm des Kulturvereins startet um 15 Uhr mit Kunst- und Kinderaktionen. Zum Beispiel wird ein Plastikbaum im Park wachsen. Um 19 Uhr gibt es ein Expertengespräch und um 20 Uhr einen Film.

In Aufkirchen lädt die überparteiliche Gruppe Berg for Future ans Oskar-Maria-Graf-Denkmal ein. Bei der Aktion „Auf ein Bier mit Oskar“ gibt es Freibier, Apfelsaft und Musik und ein – fiktives – Interview mit Autor Oskar Maria Graf. „Graf als Widerständler würde heute auch dabei sein“, ist Organisatorin Susanne Polewsky überzeugt. Beim „Bier mit Oskar“ geht es auch darum, was der Einzelne tun kann, um das Klima zu schützen.

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