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An einer Hauswand werden Styropor-Platten für die Dämmung befestigt. Bei der Entsorgung könnte es schwierig werden. 

Abfallwirtschaft

Behandeltes Styropor bleibt ein Problem

Der AWISTA lässt nur kleine Menge behandeltes Styropor zur Abgabe zu.

Landkreis – Für bestimmte Styroporarten kann der AWISTA auch in Zukunft keine Entsorgungsmöglichkeit für größere Mengen anbieten. Es geht um „gefährliches Styropor“, das mit der Chemikalie HBCDD behandelt wurde. Das gibt es vermutlich in vielen Haushalten, denn es wurde bis vor einigen Jahren in Bädern und an Fassaden verwendet. Seit 2016 ist das Mittel, das als Flammschutz diente, verboten. Für die meisten Landkreisbürger stellt die Entsorgungslücke allerdings kein Problem dar.

Dem AWISTA fehlen schlicht wirtschaftlich sinnvolle Entsorgungsmöglichkeiten, denn die Entsorgungsunternehmen nehmen HBCDD-belasteten Abfall nur in bestimmten Mischungsverhältnissen an. In den Abfallmengen darf demnach nicht mehr als ein Viertel der Menge aus belastetem Material bestehen; ist es mehr, nimmt die Verbrennungsanlage in Augsburg den Müll nicht mehr an. Es habe schon Fälle gegeben, in denen Entsorger Lieferungen aus dem Landkreis abgelehnt hätten, sagte Geschäftsführer Peter Wiedemann. Einige Spezialunternehmen außerhalb des Landkreises nehmen HBCDD-Abfälle aber an. In diesem Bereich herrscht zudem Verwirrung über die rechtlichen Grundlagen. Denn: Ende 2016 galten solche Abfälle als gefährlich, 2017 galt ein Moratorium.

In der Praxis bedeutet das, dass der AWISTA auf seinen Wertstoffhöhen kein HBCDD-belastetes Styropor annimmt und Wiedemann zufolge auch nicht darf, weil die Höfe dafür nicht genehmigt seien. Praktikabel wäre das auch nicht, denn der belastete Abfall müsste separat gesammelt und erst gewogen werden, damit die 25-Prozent-Regel eingehalten wird. Kleine Mengen, wie sie etwa bei einer Badsanierung anfallen, wenn die Badewanne ausgebaut wird, könnten über die Restmülltonne entsorgt werden. In der Gesamtmenge des Restmülls werden die Volumenangaben wieder eingehalten. Größere Mengen, beispielsweise von einer Fassadensanierung, müssten von den Hauseigentümern zu Spezialfirmen beispielsweise in Weilheim oder München gebracht werden. So hat es auch das Umweltministerium empfohlen, das bei größeren Mengen von einer gewerblichen Tätigkeit ausgeht.

Die Bürgermeister waren bei der jüngsten Verbandsversammlung wenig begeistert. „Äußerst unbefriedigend“ nannte Bergs Rathauschef Rupert Monn diese Lösung, die der Bürger nicht verstehen werde. Er fürchtet wie andere auch, dass bei diesem System mehr Styropor in der Landschaft illegal entsorgt wird. Wiedemann hingegen sieht mit der Option, kleine Mengen über die graue Tonne zu entsorgen, ein „Angebot an die Hauptzielgruppe“. Für Handwerksbetriebe könne man jedoch derzeit kein Angebot machen. Eine Annahme sei erst in den geplanten Wertstoffzentren machbar. Wann es die geben wird, ist allerdings unklar.

Die Verbandsversammlung stimmte der Regelung letztlich zu. Der AWISTA hat eine Übersicht der Entsorgungsfirmen zusammengestellt, die sich jeder über die Geschäftsstelle beziehen kann. 

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