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Das Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting will künftig verstärkt Laptops im Unterricht einsetzen - darunter auch die Geräte der Schüler selbst.

Schuljahresbeginn

Digitalisierung in den Gymnasien schreitet voran

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Nach der Grundschule wechseln die meisten Schüler im Fünfseenland traditionell auf die Gymnasien. Wie dort derzeit die Situation ist – der Starnberger Merkur hat die Rektoren befragt.

Landkreis -Wie ist die aktuelle Situation an Ihrem Gymnasium?

Sylke Wischnevsky (Oberstudiendirektorin, Otto-von-Taube-Gymnasium Gauting): Wir werden im neuen Schuljahr etwa 20 Schüler mehr haben, insgesamt dann 1089 Schülerinnen und Schüler, 161 davon in der Oberstufe. Sechs neue 5. Klassen werden gebildet mit 156 Schülern. Von der 5. bis zur 10. Jahrgangsstufe haben wir 33 Klassen. Hinzu kommen die Oberstufenkurse. Unser Kollegium umfasst 100 Lehrkräfte.

Alfred Lippl (Oberstudiendirektor, Ammersee-Gymnasium Dießen): Die Schülerzahl ist unverändert bei knapp 830 Schülerinnen und Schülern, die Zahl der Klassen liegt wie im Vorjahr bei 25 in den Jahrgangsstufen 5 bis 10. Die Lehrerzahl bleibt bei 78. Wie in den Medien bereits angekündigt, soll in diesem Schuljahr die komplette Fassade saniert werden. Dies wird sicherlich eine Herausforderung sein, da diese Arbeiten nicht vollständig außerhalb der Unterrichtszeiten erfolgen können.

Peter Meyer (Oberstudiendirektor, Christoph-Probst-Gymnasium Gilching): Im neuen Schuljahr liegt die Schülerzahl bei 1341, im Vorjahr waren es 1329. Sie werden in 39 Klassen unterrichtet, das sind fünf Klassen mehr als 2017/18. Es ist uns wichtig, keine allzu großen Klassen zu haben mit 30 oder mehr Schülern. Deshalb sind es aktuell mehr Klassen, aber auch wegen der acht 5. Klassen. Zum Glück haben wir derzeit keine anstehenden Baumaßnahmen, ausgenommen die Maßnahmen zur Digitalisierung.

Bruno Habersetzer(Oberstudiendirektor, Gymnasium Tutzing): Am Gymnasium Tutzing hat die Schülerzahl zugenommen: aktueller Stand sind 749 (Vorjahr 721). Das ist auch der Einführungsklasse zu verdanken, die es im neuen Schuljahr wieder gibt. Die Einführungsklasse ist eine besondere Klasse für begabte Realschüler mit dem Realschulabschluss, die auf die Oberstufe des Gymnasiums vorbereitet werden. Insgesamt sind es 23 Klassen – worauf wir besonders stolz sind: relativ kleine Klassen. Nur eine Klasse hat über 30 Schüler.

Uta Lechner(Ständige Vertreterin des Schulleiters, Gymnasium Starnberg): Gegenüber dem Vorjahr ist die Schülerzahl von 951 auf 929 gesunken, bei gleichbleibend 26 Klassen plus Kollegstufen. Es unterrichten aktuell 79 Lehrkräfte, im Vorjahr waren es 83. Erfreulicherweise hat die Stadt Starnberg den im Frühjahr verhängten Sanierungsstopp rückgängig gemacht. In den Sommerferien wurden einige Maßnahmen fortgesetzt beziehungsweise begonnen. Neben der Schaffung eines weiteren Klassenzimmers erhielt ein Gruppenraum einen neuen Bodenbelag und Wandanstrich. Malerarbeiten erfolgten auch in Schüler- und Lehrertoiletten im Gang zur unteren Turnhalle. Im Verwaltungstrakt, im Lehrerarbeitsbereich und im Raum der offenen Ganztagsschule wurden die Fenster erneuert. Begonnen wurden darüber hinaus der Umbau des Lehrerarbeitsbereiches und die Sanierung der Heizungsanlage.

Elmar Beyersdörfer(Oberstudiendirektor, Gymnasium Landschulheim Kempfenhausen): Die Schülerzahl ist um 50 auf 650 gestiegen.

-Sind die Zahl der Lehrkräfte und die räumliche Kapazität ausreichend?

Wischnevsky:Das Kollegium ist ausreichend besetzt, um den Unterricht geordnet ablaufen zu lassen. Auch räumlich sind wir auf der sicheren Seite.

Lippl: Die Lehrerkapazität ist ausreichend; die räumliche bislang auch, das G9 ist ja noch in den Anfängen. Raumbedarfe in Bezug auf das G9 werden erst mit der Zeit erwachsen.

Meyer:Die Zahl der Lehrkräfte und die räumliche Kapazität am Gilchinger Gymnasium sind ausreichend. Allerdings war es schwierig, Aushilfskräfte etwa für Schwangerschaftsvertretungen oder Beurlaubungen zu bekommen.

Habersetzer: Die Zahl der Lehrkräfte ist ausreichend, der Pflichtunterricht kann komplett abgedeckt werden, auch das Wahlkursangebot ist sehr vielfältig – zum Beispiel auch Segeln oder Lernen mit Hunden. Aber es war nicht leicht, sogenannte Aushilfsnehmer mit kurzfristigen Verträgen zu finden, hier macht sich die hohe Nachfrage nach Lehrern bereits bemerkbar.

Lechner: Die räumliche Kapazität ist derzeit noch ausreichend, zumal in den Sommerferien durch Zusammenlegung von zwei kleineren Räumen im Untergeschoss ein neues Klassenzimmer für Oberstufenkurse geschaffen wurde. Künftig werden jedoch insbesondere Fachräume für Chemie und Biologie benötigt, da der neue LehrplanPLUS verstärkt experimentelles Arbeiten im Unterricht fordert.

Beyersdörfer: Die Abdeckung des Unterrichts ist gesichert.

-Welche Herausforderungen gibt es für das neue Schuljahr?

Wischnevsky: Zwei Aspekte stechen heraus. Zum einen wollen wir den Unterricht weiterentwickeln. Das gilt vor allem für die Begabtenförderung in Regelklassen. In den zurückliegenden Jahren haben uns 40 Grundschulen Schüler für die Begabtenförderung zugeführt. Im neuen Schuljahr werden wir erstmals einen Impulstag anbieten, zu dem wir gezielt Grundschulen eingeladen haben. Zweiter Schwerpunkt ist die Digitalisierung, Stichwort BYOD – Bring your own device. Wir wollen, dass unsere Schülerinnen und Schüler ihre Smartphones oder iPads mitbringen und im Unterricht mit einsetzen – natürlich nur für den schulischen Gebrauch. Die TUM-Kollegiaten machen das schon, das wollen wir nun auf alle Oberstüfler ausweiten. Uns stehen iPad-Koffer mit jeweils 20 Geräten zur Verfügung, um den Bedarf gegebenenfalls abdecken zu können.

Lippl: Zentralen Einfluss auf den Schulbetrieb werden die Baumaßnahmen haben.

Meyer: Die Fortsetzung des Digitalisierungsprozesses ist eine Herausforderung im neuen Schuljahr. Die zweite ist die parallele Führung von acht- und neunjährigem Gymnasium. Und drittens wird uns auch die Umsetzung des Doppelstunden-Prinzips fordern.

Habersetzer:1.) Wir haben wieder etliche Studienreferendare zugewiesen bekommen – sechs, das ist relativ viel für eine Schule mittlerer Größe. Das sind junge Lehrer in Ausbildung, die sind zwar oft sehr motiviert und haben viele gute Ideen, sie müssen aber doch von Stammlehrkräften in „ehrenamtlicher“ Mehrarbeit betreut werden.2.) Die Umsetzung des schuleigenen Medienkonzepts im Rahmen des Masterplans Bayern digital. 3.) Die Diskussion um die Trägerschaft des Gymnasiums Tutzing. Die Gemeinde möchte die Trägerschaft an den Landkreis abgeben. Wie die Verhandlungen ausgehen, ist ungewiss. Uns wäre halt wichtig, dass die Turnhallen aus den 1970er Jahren endlich saniert würden. Am Sport sollte nicht gespart werden.

Lechner:Herausforderungen im neuen Schuljahr werden sicher auf uns zukommen. Wir sehen dem gelassen entgegen und stellen uns den Aufgaben.

Beyersdörfer:Herausforderungen: wie immer Umgang mit jungen Menschen, Um- und Ausbau der Schule im Hinblick auf die Anforderungen der digitalen Welt.

Zusammengetragen von
Stephan Müller-Wendlandt

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