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Sonderbare Warnung: Nach dem Fall hat das Staatliche Bauamt Schilder aufstellen lassen mit einem Verbot, Fische auszusetzen.  

Laichgewässer

Fremde im Tümpel

Eine goldige Geschichte: In einem Amphibienlaichgewässer unweit der Umgehung Ober-/Unterbrunn leben Goldfische. Einmal wurde schon abgefischt, alle wurden nicht erwischt – einige Zeit später waren es wieder viele. Nun sollen die Goldfische endgültig umziehen.

Unterbrunn – Das Staatliche Bauamt Weilheim schlägt sich seit mehr als einem Jahr mit ungewöhnlichen Bewohnern eines Amphibienlaichgewässers einige Dutzend Meter neben der Umgehung von Ober- und Unterbrunn herum – Goldfischen. Die Behörde muss die Fische aber umsiedeln, und das möglichst noch diesen Monat.

Es ist ein Novum für die Weilheimer Behörde. Marika Hoyer, Landschaftsplanerin in Diensten des Staatlichen Bauamtes: „Das ist bis jetzt unser einziger Fall.“ Irgendjemand muss sie ausgesetzt haben, und das sich vor mehr als einem Jahr. Das Amphibienlaichgewässer ist gar nicht so einfach zu finden, denn es liegt etwas abseits am Waldrand. Eventuell wusste der Fisch-Aussetzer nicht, dass es kein Teich im eigentlichen Sinne ist – in dem können Goldfische bekanntlich leben, wie viele Beispiele in Gärten zeigen.

Ein Naturschutzwächter des Landkreises hatte die ungewöhnlichen Bewohner entdeckt und das Weilheimer Amt informiert. Im vorigen Jahr habe man einmal den Miniteich abfischen lassen, aber nicht alle Goldfische fangen können. Zumindest ein Pärchen blieb drin – deswegen hat die Zahl der Goldfische inzwischen wieder deutlich zugenommen. Warum die Fische nicht bleiben können, wo sie sind? Das Gewässer ist nach Angaben von Marika Hoyer zu klein für Goldfische und Amphibien. Der eigens für die Amphibien angelegte Tümpel ist rund 20 Quadratmeter groß und maximal einen Meter tief – und „nicht für Fische“, sagt die Landschaftsplanerin. Inzwischen warnt ein Schild an dem Teich, dass dort keine Fische ausgesetzt werden dürfen – ebenso an anderen Laichgewässern wie an der Weßlinger Umgehung. Das Schild hat Karriere gemacht, denn inzwischen wird es auch in anderen Landkreisen eingesetzt; am Kramertunnel im Landkreis Garmisch-Partenkirchen etwa.

Noch in diesem Monat sollen die Goldfische gefangen werden. Die Zeit dafür ist theoretisch günstig: Das Gewässer ist wenig bewachsen, die Fische sind also besser zu erkennen. Zudem sind die Fische bei niedrigen Temperaturen nicht ganz so fit und schnell und damit leichter abzufischen. Derzeit allerdings ist das Gewässer fast komplett zugefroren, und nicht alle Goldfische haben den Winter überlebt. Die Weilheimer Behörde hat mit dem Kreisfischereiverein Kontakt aufgenommen und Helfer gefunden. Demnächst soll der Teich abgefischt werden; wo die Goldfische dann eine neue Bleibe bekommen, ist noch offen.

Der Goldfisch gehört zur Familie der Karpfen und stammt eigentlich aus China – dort wurde er vor rund 1000 Jahren gezüchtet. Er gilt als eines der ersten Haustiere, die nicht als Nutztiere gehalten wurden. Goldfische sind recht anspruchslos, aber gesellig und können auch hierzulande in der Regel in Gewässern und Gartenteichen überleben, wenn diese einen Meter tief oder mehr sind. Die meisten leben in Aquarien. Das klassische Goldfischglas übrigens gilt heutzutage als Tierquälerei.

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