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Einsatz unter Atemschutz: Fürs Training soll in dem geplanten Zentrum eine Atemschutzübungsstrecke eingerichtet werden. 

Für Ausbildung und Logistik

Landkreis plant Feuerwehr-Zentrum bei Frieding

Der Landkreis Starnberg will für alle Feuerwehren in Frieding ein Ausbildungs- und Logistikzentrum errichten. Dafür soll eine einst als Flüchtlingsunterkunft gekaufte Halle verwendet werden. Wann das Zentrum fertig sein wird, ist noch offen.

Landkreis/Frieding – Ausbildung, Lager, Fahrzeuggarage, Übungsgelände – die Feuerwehren im Landkreis sollen südlich von Frieding ihr eigenes Zentrum bekommen. Der Kreisausschuss stimmte dieser Tage auf Vorschlag von Landrat Karl Roth einer Kostenermittlung zu, beschlossen ist noch nichts. Ein mehr als drei Hektar große Areal hat der Kreis erworben.

Die Idee entstand vor mehr als einem Jahr, als der damalige Kreisbrandrat Markus Reichart einen Plan B für das Katastrophenschutzlager – heute untergebracht auf dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen – forderte. Denn: Die Halle ist eigentlich zum Abriss vorgesehen, wie lange der Kreis sie noch nutzen kann, ist offen. Zudem sucht der Kreis eine Nutzungsmöglichkeit für eine Halle, die er einst als Asylbewerberunterkunft angeschafft hatte, die aber nie aufgebaut worden war. Sie ist derzeit in Kaufbeuren eingelagert und auch nicht komplett – das Dach fehlt. Seit Mitte 2017 hatte Roth nach einem Grundstück gesucht. Schließlich fand er es südlich von Frieding an Scheuertal- und Hartstraße.

Dort soll nach Roths Vorstellungen die 20 mal 50 Meter große Halle aufgebaut werden. In ihr soll das Katastrophenschutzlager untergebracht werden, es soll auch einen Übungsplatz geben. Eine Atemschutzübungsstrecke der Feuerwehren, in der jeder Atemschutzträger einmal im Jahr seine Tauglichkeit beweisen muss, soll ebenfalls dort Platz bekommen. Die aktuelle Strecke im Keller des Landratsamtes ist bereits jenseits ihrer Lebensdauer, sie musste schon einmal teuer modernisiert werden. „Wir wollen sie aus dem Landratsamt rausbekommen“, sagt Roth. Aus drei Gründen: Zum einen sind die Bedingungen im Keller nicht ideal, zum anderen muss die Übungsstrecke sowieso erneuert werden – und zum dritten braucht der Landkreis den Keller für eigene Zwecke. Der Anbau ans Landratsamt, mit dem in den kommenden Wochen begonnen werden soll, hat nämlich aus Kostengründen keinen. Außerdem will der Kreis auf dem Stützpunkt einige seiner Katastrophenschutzfahrzeuge stationieren.

Was das alles kosten soll, sollen nun Fachleute ermitteln. Roth möchte Fördermittel beantragen. Konkretes zum jetzigen Zeitpunkt will er noch nicht sagen: „Wir müssen jetzt erst mal schauen, ob wir Geld bekommen.“

Kreisbrandrat hofft auf mehr Möglichkeiten

Kreisbrandrat Peter Bauch erwartet sich viel von dem Zentrum: „Dort wäre eine sehr gute Ausbildung machbar.“ Eine neue Übungsstrecke ließe sich um wichtige Elemente erweitern, etwa den Einsatz unter Atemschutz mit Leitern. Im Landratsamt ist das wegen des fehlenden Platzes nicht möglich. Die Strecke könne dann auch für Taktikübungen verwendet werden. Einen Übungsturm oder andere Teile will Bauch nicht – alle denkbaren Szenarien könne man dort nicht üben, weil man sonst eine Feuerwehrschule wie in Geretsried bauen müsste. Ausbildungen in den Feuerwehren kann das Zentrum ebenfalls nicht ersetzen.

Das Logistikzentrum ist für die mehr als 40 Feuerwehren dringend nötig. „Einige kommen an die Grenze ihrer Lagerkapazitäten“, sagt Bauch. Der Landkreis will seine Sachen daher in Frieding konzentrieren, wozu auch Sandsackfüllanlage und dergleichen gehören könnten. An Fahrzeugen sollen dort vor allem Transport-Lkw für den Notfall stationiert werden. Die Wehren hätten zwar Versorgungslastwagen, doch in einem Katastrophenfall – etwa Unwetter wie derzeit in Italien – bräuchten sie die selbst oder könnten sie erst mit Verzögerungen zum Lager schicken.

Gemeinde plant nebenan neues Gerätehaus

Der Landkreis strebt eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde Andechs an. Diese plant auf einer Fläche nebenan an der Scheuertalstraße ein neues Feuerwehrhaus für die Feuerwehr Frieding, das wohl ab 2020 gebaut werden könnte. Das alte ist noch übergangsweise nutzbar. Die Landjugend soll ihren Platz bekommen, sagt Bürgermeisterin Anna Neppel. Der heutige Bolzplatz soll in den Süden verlagert werden. Der nötige Bebauungsplan werde Thema in einer der nächsten Sitzungen sein, der Flächennutzungsplan wird gerade geändert. Falls der Landkreis das Projekt konkreter verfolgt, muss er baurechtliche Grundlagen in Zusammenarbeit mit der Gemeinde schaffen. Neppel liegt dazu noch keine Anfrage vor.

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