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Die ersten neun der SPD-Liste für den Kreistag (v.l.): Petra Neugebauer, Tim Weidner, Angelika Wenisch, Manfred Walter, Christiane Kern, Elisabeth Fuchsenberger, Julia Ney, Claus Angerbauer und Jakob Stillmark. 

Bürgermeisterin von Wörthsee nicht mehr auf der Kreistagsliste

SPD setzt auf Kern, Erfahrung und junge Leute

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Die SPD im Landkreis Starnberg hat am Sonntag Christiane Kern offiziell zur Landratskandidatin gekürt. Auch die 60 Namen umfassende Liste für die Kreistagswahl wurde beschlossen. Die Bürgermeisterin von Wörthsee, Christel Muggenthal, fehlt darauf.

Landkreis – „Wir werden jünger, weiblicher und familienfreundlicher.“ Für SPD-Kreisvorsitzende Julia Ney ist die Kandidatenliste ihrer Partei für die Kreistagswahl im März 2020 gut gelungen. 60 Namen finden sich darauf, mit Ney selbst, Janina Schäfer und Veronika Schellhorn sind drei junge Mütter unter den ersten zwanzig Bewerbern, mit dem erst 25 Jahre alten Jakob Stillmark aus Feldafing belegt eine große Nachwuchshoffnung der Partei sogar den relativ aussichtsreichen Listenplatz neun. Ganz vorne, auf Position eins, befindet sich ebenfalls eine Neueinsteigerin: Christiane Kern, 46 Jahre alt und seit gestern auch offizielle Landratskandidatin der SPD.

39 von 43 anwesenden Delegierten kürten die Polizeibeamtin und Personalrätin im „Oberen Wirt“ in Gilching zur SPD-Bewerberin um den vakant werdenden Posten im Starnberger Landratsamt. Mit ähnlichen Ergebnissen wurde anschließend die Kreistagsliste in Zehner-Blöcken verabschiedet. „Die beste Liste taugt nichts ohne eine gute Spitzenkandidatin“, sagte Julia Ney. Die glauben die Sozialdemokratin in Christiane Kern gefunden zu haben, die bereits bei der Landtagswahl im Herbst 2018 in Starnberg angetreten war.

In ihrer Rede ging Kern vor allem auf fünf Punkte ein. Die größte Herausforderung sei es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, was sie unter anderem durch eine stärkere Zusammenarbeit mit Genossenschaften erreichen möchte. Darüber hinaus will Kern die Kinderbetreuung weiter ausbauen, die kommunale Daseinsvorsorge wie Krankenhäuser und Schulen in Landkreis-Hand festigen, den Flächenfraß reduzieren und einen runden Tisch für Pflege einrichten. „Im Landkreis soll sich jeder wohlfühlen“, sagte sie – auch solche, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Kreistagsfraktionschef Tim Weidner bezeichnete Kern in seiner Rede als „exzellente Kandidatin“. Sie sei bodenständig, nicht abgehoben und habe das Herz am rechten Fleck. „Sie ist in jeder Hinsicht eine wunderbare Nachfolgerin von Karl Roth“, betonte Weidner. der vor zwölf Jahren selbst gegen Roth angetreten war und mit 42 Prozent den Kürzeren gezogen hatte.

Weidner will als Nummer zwei der Liste Kern nach allen Kräften unterstützen. Mit Parteichefin Ney, Gilchings Bürgermeister Manfred Walter und Elisabeth Fuchsenberger folgen weitere SPD-Schwergewichte auf den nächsten Plätzen, ehe auf Position sechs mit Claus Angerbauer aus Weßling wieder ein Nicht-Kreisrat steht.

Von den aktuell neun Kreisräten finden sich zwei prominente Namen nicht mehr auf der Liste. Pöckings dritte Bürgermeisterin Amelie Erhard steht aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung. Und die Bürgermeisterin von Wörthsee, Christel Muggenthal, ist von der SPD nicht mehr berücksichtigt worden, nachdem sie angekündigt hat, bei der Wahl 2020 als parteiunabhängige Bewerberin für eine weitere Amtszeit in ihrer Gemeinde zu kandidieren – und nicht mehr als SPD-Kandidatin (wir berichteten).

Für die Sozialdemokraten waren die gestrigen Nominierungen der Auftakt in den Wahlkampf, wie Parteichefin Ney sagte. „Lasst uns einen guten und motivierenden Start hinlegen.“ Dass die bundespolitischen Vorzeichen für die SPD alles andere als gut sind, ist auch Ney klar. An ihrem Ziel für den 15. März 2020 ändert das nichts: „Wir wollen möglichst viel Rot im Landratsamt und in den Rathäusern hinkriegen.“  ps

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