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Landkreis Starnberg sucht weitere Unterkünfte für Geflüchtete aus Ukraine

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Von: Tobias Gmach

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Über den Münchner Hauptbahnhof (Foto) und das Ankerzentrum in Fürstenfeldbruck kamen einige geflüchtete Ukrainer auch in den Landkreis Starnberg.
Über den Münchner Hauptbahnhof (Foto) und das Ankerzentrum in Fürstenfeldbruck kamen einige geflüchtete Ukrainer auch in den Landkreis Starnberg. © Daniel Karmann/dpa

Die ukrainischen Kriegsflüchtlinge, die im BRK-Mehrgenerationen-Campus in Gauting und in der Jugendherberge Possenhofen untergebracht sind, werden nun gebündelt registriert. Unter ihnen gibt es einige Corona-Fälle. Außerdem sucht der Landkreis nach weiteren Unterkünften.

Landkreis – Registrierung, Gesundheitscheck, Corona-Quarantäne: Die knapp 200 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die der Landkreis am Sonntagabend mit vier Bussen aus dem Ankerzentrum in Fürstenfeldbruck abholen ließ, durchlaufen in den ersten Tagen ein ausführliches Ankunftsprozedere. Und der Landkreis sucht laut Landrat Stefan Frey „vordringlich“ nach weiteren Gebäuden zur Miete, um Menschen unterzubringen. „Wir haben einige im Blick, aber spruchreif ist noch nichts“, sagte er. Frey denkt an ehemalige Asylunterkünfte, die reaktiviert werden sollen, umfunktionierte Fabrikhallen, leer stehende Klinik-Gebäude oder auch Hotels und Pensionen. Turnhallen seien „der letzte Notnagel“. Frey rechnet auf lange Sicht mit etwa 1000 Geflüchteten.

Die Regierungsvizepräsidentin von Oberbayern, Sabine Kahle-Sander, hatte Frey kurzfristig um Hilfe bei der Aufnahme der Menschen gebeten. Der Draht war kurz: Die beiden waren Arbeitskollegen, bevor Frey Landrat wurde. Rund 100 Geflüchtete kamen im Mehrgenerationen-Campus des BRK in Gauting unter, 88 in der Jugendherberge Possenhofen. Letztere bekamen schon am Montag Besuch von Landratsamtsmitarbeitern. Die Registrierung sollte laut Frey bis Dienstagmittag abgeschlossen sein, weil dann schon der Gesundheitscheck im Klinikum Starnberg ansteht. Manche der Flüchtlinge, darunter etwa ein Drittel Kinder und Jugendliche, hätten medizinische Behandlung nötig. Auf Corona getestet wurden alle direkt nach ihrer Ankunft. Es gebe relativ viele positive Fälle, er habe allein aus Gauting von sieben gehört, sagte der Landrat. Die Infizierten würden von den anderen Menschen separiert, das gelte aber nicht für Familienverbände.

Geflüchtete aus Ukraine: Von „bürgerlicher Mittelschicht“ bis „bettelarm“

„Ein bunter Haufen“ habe den Landkreis erreicht, berichtete Frey – vom Säugling bis zur über 80-jährigen Frau. Es handle sich vor allem um Frauen, ukrainische Männer unter 60 dürfen wegen der Wehrpflicht nicht ausreisen. Die Aussage „bunter Haufen“ gilt auch für die Herkunft in der Ukraine – und für die gesellschaftliche Bandbreite. Manche der Geflüchteten entstammten der bürgerlichen Mittelschicht, andere seien „bettelarm“, so Frey. In Gauting seien die Menschen in freien Zimmern des Pflegeheims untergebracht, in Räumen mit maximal drei Betten und eigenem Bad.

Dem Landrat wäre es recht, die Jugendherberge in Possenhofen und den Mehrgenerationen-Campus in Gauting möglichst lange anmieten zu können. Wie lange diese Optionen bestehen, sei aber noch unklar. Die Herberge versuche, etwa Konfirmandenfreizeiten zu verschieben. Leiter Christian Burggraf hatte gegenüber dem Merkur signalisiert, er könne zu gewissen Zeiten etwa 60 bis 130 Betten zur Verfügung stellen. Wer Unterkünfte anbieten kann, kann sich per E-Mail an ukraine-hilfe@lra-starnberg.de an den Landkreis wenden. Bald soll es ein Formular auf der Landratsamt-Homepage geben.  

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