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So schnell wie möglich werden Wohnungen gebraucht. Der Landkreis startet dazu einen Wettbewerb.

Wohnungsbau

Pfiffige Bau-Modelle gesucht

Landkreis - Mit einem europaweiten Wettbewerb will der Landkreis Starnberg die Wege für bezahlbaren Wohnraum ebnen. Die Regierung hat bereits eine Förderung signalisiert.

Kreisbaumeister Christian Kühnel ist guter Dinge. „Wir bekommen eine Förderung“, sagt er erfreut. Dabei geht es um einen europaweiten Wettbewerb, der die gravierende Wohnungsnot in der hiesigen Gegend lindern soll. Das Landratsamt will ihn voraussichtlich schon im März oder im April zusammen mit Kommunen und Zweckverbänden ausschreiben – „eine Besonderheit“, sagt Kühnel.

Nach seinen Worten sind die Starnberger mit so einem Projekt die ersten in weitem Umkreis. Mit der Regierung von Oberbayern wird alles abgestimmt – und sie hat eine Förderung angekündigt. Gesucht werden mit dem Wettbewerb pfiffige Lösungen für „standardisierten Wohnungsbau“, die günstig, schnell und trotzdem qualitativ hochwertig errichtet werden können.

Kühnel erhofft sich ideenreiche Vorschläge mit Standardbauteilen, aber auch mit einer gewissen Flexibilität. Die Module sollen also beispielsweise so gestaltet werden, dass im Fall des Falles ohne Weiteres Anbauten möglich sind. Wenn rundherum Fenster sind, ist das schwer. Es deutet sich an, dass mehrere Anbieter zum Zuge kommen könnten. Kühnel würde es auch für interessant halten, wenn vier bis sieben verschiedene Modelle angeboten werden, aus denen dann im Einzelfall ausgewählt werden kann: „Die eine Gemeinde bevorzugt vielleicht zweigeschossige, die andere dreigeschossige Gebäude.“

Kommunen, Wohnbau-Zweckverbände und private Investoren sollen also sozusagen die Wahl haben: Wie im Supermarkt-Regal sollen ihnen die verschiedenen Konzepte präsentiert werden. Dass verschiedene Anbieter zum Zuge kommen, hält Kühnel schon deshalb für sinnvoll, weil ein einziges Unternehmen schnell überfordert sein könne, wenn mehrere Kommunen gleichzeitig so eine Vorgehensweise planen.

Die Bereitschaft zur Mitwirkung hält Kühnel in den 14 Kommunen des Landkreises Starnberg für groß: „Ich glaube, dass alle Gemeinden mitmachen werden.“ Schließlich bekämen sie dadurch einen Vorteil. Wie konkret die finanziellen Regelungen aussehen werden, soll demnächst in einer Bürgermeister-Dienstbesprechung erörtert werden. Vorerst ist noch Vieles offen. Die Kreisstadt Starnberg beispielsweise ist bisher nach Angaben von Bürgermeisterin Eva John nicht beteiligt. Wo solche Bauten errichtet werden könnten, muss nun geklärt werden. Kühnel bezeichnet die Flächen als „Dreh- und Angelpunkt“. Er setzt auf gemeindeeigene ebenso wie auf private Grundstücke. Es stehen also auch viele Verhandlungen der Gemeinden mit Grundeigentümern bevor. Kühnel ist zuversichtlich: Schließlich soll über die Bauleitplanung Baurecht geschaffen werden, wo es bisher keins gab.

Zielgruppen: Anerkannte Flüchtlinge, einkommenschwächere Personen, Asylbewerber. Ob auch andere - etwa junge Familien – einbezogen werden, ist offen.

Die Kriterien für den anspruchsberechtigten Personenkreis soll jede Gemeinde – ähnlich wie beim Einheimischenmodell – selbst festlegen können.

Zahl der Bauten: Kreisbaumeister Kühnel wagt keine Prognose: „Da müsste ich prophetische Gaben haben.“ Vieles sei unklar, so die künftige Zahl der Flüchtlinge.

Regelungen: Vorgaben - etwa für Baustoffe - werden nicht gemacht. Die Einsparsumme könne sich „aus vielen kleinen Faktoren“ ergeben.

Entscheidungskriterien: Ausschlaggebend sein sollen beim Wettbewerb die drei Aspekte Planung, Kosten und Dauer bis zur Fertigstellung. Anbieter: Eingefordert wird eine Gesamtleistung - von Architekten und Bauunternehmen. Planer und Ausführende sollen also Teams bilden.

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