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Feldhasen sind zumeist erste Opfer der Hasenpest, auch der Mensch ist gefährdet. Foto: dpa

Ansteckungsgefahr

Landratsamt Starnberg warnt: Hasenpest gefährdet nicht nur Hasen

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Vor der Hasenpest warnt das Landratsamt Starnberg - auch weil nicht nur Hasen gefährdet sind.

Landkreis – Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit – was auf den ersten Blick nach einer normalen Erkältung aussieht, kann auch der Vorbote von etwas völlig anderem sein: Derzeit treten in Bayern vermehrt Fälle der so genannten Hasenpest, im Fachausdruck Tularämie genannt, auf. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung von Feldhasen, Wildkaninchen und wild lebenden Nagern, die auch auf den Menschen übertragen werden kann. Zwar waren bislang nur Tiere betroffen und der Landkreis Starnberg blieb noch komplett verschont – dennoch warnt das Starnberger Landratsamt vor der Krankheit, da für den Menschen eine große Ansteckungsgefahr besteht.

„Der Erreger ist für den Menschen hoch infektiös“, sagt Dr. Johannes März, Veterinär beim Starnberger Landratsamt. Übertragen werde die Krankheit auf Mensch und Tier über Haut oder Bindehäute durch Kontakt mit Blut oder Speichel infizierter Jagd- und Wildtiere. Gefahr bestehe insbesondere für Jäger beim Enthäuten und Ausnehmen erlegten Wildes. Auch durch Bisse oder Stiche blutsaugender Insekten wie Zecken oder Flöhen, die den Erreger in sich tragen, und durch den Verzehr infizierter Lebensmittel kann sich die Krankheit auf Mensch und Tier übertragen. Letzteres betreffe insbesondere frei laufende Hunde, die mit infizierten Hasen, Kaninchen oder Wildkadavern in Kontakt kommen.

Die Symptome treten nach zwei bis fünf Tagen ein

Im Falle einer Ansteckung kommt es nach zwei bis fünf Tagen bei Tieren und Menschen zu Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit. „Die Krankheit kann auch mit Haut- und Atemwegserkrankungen einhergehen“, erklärt März. Während die Krankheit für Tiere meist tödlich endet, ist das Risiko für den Menschen selbst ohne eine Behandlung bei einer Mortalitätsrate von vier bis sechs Prozent relativ gering.

„Unbehandelt dauert es etwa zwei bis drei Wochen, bis die Symptome abklingen“, sagt März. „Die vollständige Gesundung kann sich dann aber noch lange hinziehen.“ Mit Antibiotika lasse sich die Krankheit allerdings sehr gut behandeln – besonders wenn sie frühzeitig erkannt werde. März appelliert daher an Ärzte, die Hasenpest bei der Untersuchung und Diagnose von Patienten mitzuberücksichtigen.

39 Hasenpest-Fälle in Bayern

Da in den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech und acht weiteren Regionen in Bayern insgesamt 39 Hasenpest-Fälle aufgetreten sind, rät das Landratsamt zudem Jägern und Hundebesitzern, einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten: Hundebesitzer sollen ihre Schützlinge im Wald und in der Nähe von Feldern stets an der Leine führen. „Verendete Feldhasen oder Wildkaninchen sollen nicht berührt, der Fund dem Revierinhaber gemeldet werden“, heißt es in der Mitteilung.

Jägern empfiehlt die Kreisbehörde beim Umgang mit toten Hasen Einweghandschuhe und Mundschutz zu tragen sowie sich nach der Arbeit gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Treten nach dem Kontakt zu verendeten Feldhasen und Kaninchen unklare Symptome auf, sollte ein Arzt aufgesucht und auf die Hasenpest hingewiesen werden.

Mehr Infos

zur Hasenpest gibt es beim Landesamt für Gesundheit unter www.lgl.bayern.de.

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