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Der vor einem Jahr angelegte Weg durch den Hochwald wird von Bäumen gesäumt, auf die weiße Kreuze gemalt wurden. Wie stark die Schäden sind, ist noch immer unklar.

Ein Jahr nach dem Wegebau

Das lange Warten auf Erkenntnis im Starnberger Hochwald

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Starnberg - Der umstrittene Wegebau im Hochwald lässt einige Anwohner auch ein Jahr danach nicht ruhen. Sie mahnen nun die Vorlage zweier Gutachten an.

Die großen Kreuze an den Bäumen entlang des Weges durch den Hochwald wirken verstörend. Denn krank oder gar dem Tod geweiht schauen die Buchen nicht aus. „Man sieht auch nichts“, sagt Otmar Maier von der Bürgerinitiative Am Hochwald. „Aber die Schäden führen zum Siechtum und letzten Endes zum Tod der Bäume“, befürchtet der 88 Jahre alte Bauingenieur. „Ich kann es nicht verstehen, dass man so mit hundert Jahre alten Bäumen umgeht.“

Der Umgang, von dem er spricht, hat sich Ende Februar vorigen Jahres zugetragen. Wie mehrfach berichtet, hatten Arbeiter seinerzeit den Waldweg auf einer Länge von 400 Metern zwischen Hofbuchet und Hanfelder Straße angelegt. Ein über fünf Meter breiter Streifen wurde gerodet, anschließend eine 30 Zentimeter dicke Kiesschicht sowie ein Mineralbeton aufgebracht. Der Weg sei als Fuß- und Radwegeverbindung erforderlich, hatte es im Rathaus geheißen.

Bürgermeisterin Eva John ist vom Ergebnis nach wie vor überzeugt: „Wenn der Weg nicht da wäre, würde er da hingehören“, sagte sie gegenüber dem Starnberger Merkur. Sie würde immer wieder positive Rückmeldung bekommen.

Die Frage, die dabei über allem steht: Wurden die Bäume durch die Arbeiten massiv geschädigt, wie es Otmar Maier und seine Mitstreiter befürchten – oder eben nicht? Zwei Gutachten hat die Stadt zu genau dieser Fragestellung eingeholt: eines vom Gautinger Sachverständigenbüro Tree Consult, ein weiteres von einem Fachmann, den die Anwohner vorgeschlagen hatten. Bloß: Die Ergebnisse liegen noch nicht vor. In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses konnte das Thema noch nicht behandelt werden, es ist nun für den 26. Juni vorgesehen.

Maier sieht darin eine Verzögerungstaktik des Rathauses. Während der Wegebau in einer „Nacht- und Nebelaktion begonnen und im Höchsttempo durchgezogen“ worden sei, lasse sich die Verwaltung nun bei der Aufarbeitung jede Menge Zeit. „Dabei sind die verursachten Schäden zwischenzeitlich auch an der Spitze unserer Stadtverwaltung erkannt worden.“ In den Gutachten würden diese als „leichtfertig herbeigeführt“ bezeichnet.

Außerdem spiele die Zeit gegen die Bäume. Je länger die Schäden nicht dokumentiert und behoben würden, umso irreparabler würden sie, sagt Maier. „Die Schäden haben sich schon jetzt wesentlich stärker eingenistet als vor einem Jahr.“ John bittet derweil um Verständnis. Die Vorlage der Gutachten müsse gewissenhaft vorbereitet werden.

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