Lagerplatz Starnberger Tunnel.
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Imposante Hallen entstehen am Starnberger Ortseingang aus Richtung Pöcking - auf dem Lagerplatz für den Tunnelbau.

Lagefläche für den Tunnel

Lego-Boxen für den Boden - zum Schutz des Grundwassers

Die Arbeiten an der Lagerfläche für den Bau des B 2-Tunnels machen sichtbare Fortschritte, ein Teil ist bereits in Betrieb. Hintergrund für die aufwendigen Boxen und andere Maßnahmen ist der Schutz des Wassers und des Bodens. Die aktuelle Fläche ist erst der Anfang.

Starnberg – Viele staunen über das, was derzeit an der Weilheimer Straße kurz vor Neusöcking gebaut wird: Mehrere hallenartige Gebäude auf einer großen, asphaltierten Fläche. Es ist der erste Teil eines Lagerplatzes für den Bau des B 2-Tunnels, ein Teil davon wird für das derzeit an der Münchner Straße laufende Testfeld für ein Düsenstrahlverfahren auch schon genutzt. Die Fläche wird aufwendig abgesichert – zum Schutz des Grundwassers.

Dieser erste Abschnitt des Lagers, auch Technikfläche genannt, ist rund 10 000 Quadratmeter groß, etwa 8000 sind asphaltiert und mit einer in sich geschlossenen Entwässerung versehen, erklärt Raphael Zuber, zuständiger Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt Weilheim. „Geschlossen“ heißt: Alle Flüssigkeiten, ob Regen oder Wasser aus dort gelagertem Aushubmaterial, werden gesammelt und gelangen nicht in den Boden. Der ist dort durchaus ein sensibler Bereich, wie Barbara Beck vom Landratsamt erklärt: „In unmittelbarer Entfernung beginnt der Siebenquellenbach, der, wie der Name schon vermuten lässt, aus dem Grundwasser entsteht. Der Siebenquellenbach speist die nachfolgenden Fischteiche.“ Das Landratsamt hat dem Bauamt die strengen Auflagen gemacht.

Landratsamt macht strenge Auflagen

Derzeit werden Zuber zufolge dort fünf überdachte Boxen von je zehn auf 20 Metern Größe errichtet, dazu drei nicht überdachte. Und das ist kein Scherz: Sie bestehen aus rund 1000 Legosteinen. So werden Beton-Elemente genannt, die wie die Legosteine aus dem Kinderzimmer funktionieren, nur erheblich größer sind.

Fläche und Boxen sind für Aushub konzipiert – Aushub aus Baugruben für Notausstiege oder Düker, von Straßenflächen oder auch aus der Röhre selbst, wenn sich später die Bohrmaschine unter Starnberg hindurchwühlt. „Mit der Fläche ist es möglich, Aushubermaterial aller Belastungsstufen sicher zu lagern“, erklärt Zuber. Jeder Eimer Aushub muss gelagert und untersucht werden, bevor entschieden ist, wie man ihn entsorgt oder weiterverwendet – deswegen ist die Fläche auch so groß. Zwar rechne man nicht mit hoch kontaminiertem Aushub, erklärt Zuber, aber ganz sicher kann man nie sein. Bei Bodenuntersuchungen im Vorfeld seien verunreinigte Böden festgestellt worden, ergänzt Barbara Beck. Die Lagerfläche kostet übrigens 1,3 Millionen Euro.

Und sie wird noch größer werden. Im derzeit laufenden Planänderungsverfahren ist eine Ausweitung um ein Mehrfaches vorgesehen. Die Flächen sind nur nötig, erklärt Zuber, wenn die Bohrmaschine im Einsatz ist und dadurch große Mengen Aushub anfallen – und der muss gelagert und untersucht werden. Wie diese Fläche auf- und ausgebaut werden muss, sei noch mit dem Landratsamt zu klären. Beim Bohren fallen schätzungsweise 400 000 Kubikmeter Abraum an. Das ist übrigens genug, um das Starnberger Gewerbegebiet östlich der Gautinger Straße zweieinhalb Meter hoch aufzuschütten. Direkt nördlich des Lagers (in Richtung Edeka-Center/Aldi) wird später das Betriebsgebäude für den Tunnel errichtet.

Die Stellungnahme der Stadt zum Planänderungsverfahren ist am Montag, 17. August, Thema im Ferienausschuss (18 Uhr, Schlossberghalle).

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