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Winterdienst

Leise rieseln die Scheine

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Landkreis Starnberg - Zeit für eine erste Bilanz: Das war kein Winter, das war ein grau angemalter Frühling in den vergangenen Monaten. Zumindest die Finanzer der Gemeinden im Landkreis freut das allerdings.

Rainer Schnitzler, Erster Bürgermeister der Gemeinde Pöcking, ist ein Fan des milden Winters. Da lässt er keinen Zweifel dran aufkommen. „Super“, meint er, sei die Witterung der vergangenen Monate gewesen. Und das aus ganz vielen unterschiedlichen Gründen. So hätte man kaum etwas vom eingelagerten Streusalz benötigt, um die Straßen eisfrei zu halten. Es seien auch kaum Frostaufbrüche und Schlaglöcher zu beklagen. „Dadurch muss weniger Geld zum Löcherflicken verwendet werden und wir können einige Straßenoberflächen von der Prioritätenliste zusätzlich erneuern“, so Schnitzler.

Da die Streuwagen so wenig ausrücken mussten, liegt der Dieselverbrauch der Gemeinde deutlich niedriger als in den Vorjahren. Und weil an Streuwagen, die nicht fahren, auch niemand am Steuer sitzen muss, ist die Zahl der Überstunden bei den Mitarbeitern des Bauhofs, die sonst im Frühjahr schwindelerregende Höhen annimmt, in diesem Jahr sehr überschaubar. Dazu kommen noch die niedrigen Heizkosten, weil es zwischen November und Ostern kaum Tage mit wirklich knackigem Frost gab. Wie viel das am Ende ausmacht, lässt sich in Pöcking nicht genau beziffern, aber man geht schon von deutlichen Einsparungen durch den milden Winter aus. 

Straßenbauamt streute trotzdem

Wesentlich weniger eingespart, als man denken würde, hat indes das Staatliche Bauamt, das für den Winterdienst auf den Bundes-, Staats- und Kreisstraßen im Landkreis Starnberg zuständig ist. Einen „gänzlich durchschnittlichen Verbrauch“ attestiert der Sachgebietsleiter für den Straßenbetriebsdienst, Walter Lehner, dem zu Ende gegangenen Winter. „Wir haben im Landkreis Starnberg rund 2000 Tonnen Streusalz verbraucht“, berichtet er. Aber wofür? Es hat doch kaum geschneit... „Bei solchen Rechnungen wird immer gern vergessen, dass wir seit Anfang Januar eigentlich immer nachts Temperaturen von null Grad oder darunter hatten“, erklärt Lehner. Und in solch kalten Nächten gebe es eine so genannte „Präventivstreuung“ – will meinen, dass Salz auf die Straßen geworfen wird, um zu verhindern, dass sich Eis bildet. Auch wenn es nicht schneit.

Ein bisschen Schnee und Eis hätte es für Christel Muggenthal, die Bürgermeisterin der Gemeinde Wörthsee, dann doch sein dürfen. „Die Kinder konnten nicht Schlittschuhfahren und auch unser Rodelberg war kaum in Betrieb“, sagte sie gestern. „Rein finanziell gesehen, war der Winter aber sehr gut für uns“, berichtete sie. Zwar habe man noch keine Schlussrechnung erstellt, aber es sei absehbar, dass einiges an Geld in der Kasse bleibt, was man in harten Wintern für Salz und Heizung ausgeben müsste. Muggenthaler lacht: „Wie man das Geld anderweitig ausgeben kann, da fällt uns aber bestimmt etwas ein.“

Starnberg: Zeit für Frühjahrsarbeiten

Auch in Starnberg knallen die Korken. Ein bisschen. „Der städtische Betriebshof hatte rund 1800 Tonnen Salz auf Lager. Verbraucht wurden bis jetzt ungefähr 500 Tonnen. Das restliche Salz wird eingelagert und im nächsten Winter zum Einsatz kommen“, teilte die Stadt-Pressesprecherin Lena Choi auf Anfrage mit. Beim Winterdienst habe man nicht nur Budget, sondern auch Personalstunden einsparen können: „Dadurch war es dem Betriebshof möglich, schon einige Aufgaben vorzuziehen, die sonst erst im Frühjahr oder Sommer eingeplant werden konnten. Darunter beispielsweise die Schaffung eines barrierefreien Fuß- und Radwegs am Rummelsberger Stift“, so Choi. Die Gemeinde Gauting indes rechnet noch: In zwei Wochen könne man Auskunft geben, hieß es.

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