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VCD fordert Projektstopp: Lieber Rad- und Busspuren statt B2-Tunnel in Starnberg

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Von: Peter Schiebel

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So oder so ähnlich dürfte das Südportal des B 2-Tunnels aussehen – geht es nach dem VCD, wird der Tunnel gar nicht erst gebaut. DARSTELLUNG: OBERMEYER KOCH + PARTNER ARCHITEKTEN
So oder so ähnlich dürfte das Südportal des B 2-Tunnels aussehen – geht es nach dem VCD, wird der Tunnel gar nicht erst gebaut. © OBERMEYER KOCH + PARTNER ARCHITEKTEN

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert den B2-Tunnel für Starnberg und spricht sich für Verkehrswende aus.

Starnberg – Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) regt ein Aus des B 2-Tunnels in Starnberg an. Auch eine wie auch immer geartete Umfahrung lehnt der Verein ab. Stattdessen sei es sinnvoller, „den Umstieg auf Bus, Bahn und Rad beherzter zu fördern“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins aus Anlass der Stadtratssondersitzung zum Tunnel.

Darin erklären die Vorstände des VCD-Kreisverbandes Fürstenfeldbruck-Starnberg-Gauting, Heinrich Moser, Andrea Schmölzer und Gerhard Hippmann: „Tunnels und Umfahrungen sind Verkehrsplanungen von gestern. Sie sind eine sauteure Einladung, Auto zu fahren. Im Hinblick auf Effizienz, Klimaschutz und für unsere Gesundheit gibt es viel Besseres.“ Das Projekt gehe völlig am Ziel einer zukunftsfähigen Mobilität vorbei und belaste die öffentlichen Kassen und das Klima unverhältnismäßig.

Der VCD befürchtet, dass der Tunnel mehr Autofahrer aus Pöcking, Feldafing, Tutzing und Weilheim motiviert, durch Starnberg Richtung München zu pendeln. Er nennt das Kosten-Nutzen-Verhältnis „fragwürdig“ und vermisst kritisches Hinterfragen des Vorhabens. Auch die Kostensteigerungen auf weit mehr als 300 Millionen Euro sieht er kritisch – zumal wichtige Fragen des laufenden Betriebs wie zum Beispiel der Brandschutz noch ungeklärt seien. Zudem sind Moser, Schmölzer und Hippmann skeptisch, was die Verkehrsberuhigung in der Starnberger Innenstadt nach dem Tunnelbau anbelangt. „Verbindliche Beschlüsse oder gar Planungen zur Verkehrsberuhigung fehlen“, schreiben sie. „Im Gegenteil: Aussagen des Staatlichen Bauamts deuten darauf hin, dass eine Abstufung zur Gemeindestraße unrealistisch ist.“

Gegenvorschläge: Expressbus zur U 3, Verlegung des Autobahnendes

Statt Tunnel und Umfahrung spricht sich der VCD für eine Verkehrswende aus. Die Vorschläge beinhalten unter anderem eine Vorverlegung des Autobahnendes bis Percha, um die B 2 von dort zweispurig plus nötige Abbiegespuren weiter zu führen. Die zwei verbleibenden Spuren sollten zu Bus- und Fahrradspuren umgewidmet werden. Ein Expressbus zur U 3 im Münchner Süden mit eigener Fahrspur würde die ÖPNV-Anbindung Starnbergs verbessern. Und Zuläufe zu S- und DB-Bahnhöfen südlich von München inklusive P&R-Anlagen, Radabstellanlagen und Busverbindungen könnten den öffentlichen Nahverkehr weiter attraktiver machen.

Nach der Sondersitzung zog Andrea Schmölzer gegenüber dem Starnberger Merkur ein nachdenkliches Fazit. Zwar habe sie den Eindruck, dass Staatliches Bauamt Weilheim und Stadtverwaltung Starnberg sehr professionell und akribisch an dem Projekt arbeiteten, aber der Planungsaufwand sei enorm, die Kosten seien ein großes Fragezeichen und die CO2-Emmissionen durch den Bau für die öffentlichen Stellen kein Thema. „Würde mit nur annähernd ähnlichen Ressourcen für ÖPNV, Rad- und Fußverkehr gearbeitet, könnte ich abends entspannt am Sofa sitzen“, bilanzierte Schmölzer, die in Starnberg auch bei der STAgenda aktiv ist und jahrelang das STAdtradeln maßgeblich organisiert hat.

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