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Gut beschirmt geht der Literarische Herbst in seine 18. Saison: Landratsamtssprecher Stefan Diebl, Dr. Gerd Holzheimer, Elisabeth Carr, Landrat Karl Roth und Kulturreferentin B arbara Beck (v.l.).

Literarischer Herbst

Geglückte Augenblicke

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Der Literarische Herbst, gegründet 20002 zum Landkreis-Jubiläum, geht in seine 18. Saison. Mit einem erneut spannenden Programm.

Landkreis– Es war nicht zu leugnen und auch nicht zu überhören. Bei der Vorstellung der 18. Auflage der Veranstaltungsreihe Literarischer Herbst im 17. Jahr ihres Bestehens schwang etwas Wehmut mit. Bei Landrat Karl Roth, weil er nach elf Jahren Schirmherrschaft den Schirm an seine Nachfolgerin bzw. seinen Nachfolger weiterreichen wird – bekanntlich tritt der Andechser bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr für eine weitere Amtsperiode an. Wehmut aber auch bei den künstlerischen Leitern des Kulturereignisses, Elisabeth Carr und Dr. Gerd Holzheimer, die sich von Roth als langjährigem Gefährten und „Türöffner“ zu manch ungewöhnlichem Veranstaltungsort verabschieden müssen. Es soll aber kein Abschied von der Kulturreihe sein, versicherte Roth, der den „unermüdlichen Machern“ in seinem Grußwort der Programmbroschüre wünscht, „dass ihnen die Ideen und die Freude am Suchen nie ausgeht“. Für die Fortsetzung des Literarischen Herbstes 2020 sei der „Pflock im Terminplan für seinen Nachfolger schon eingerammt“, sagte Roth.

Sein Versprechen, bald die Zeit zu haben, in Ruhe und Gelassenheit die Veranstaltungen zu besuchen, würde der scheidende Schirmherr bereits heuer gerne einlösen. Dazu müsste ihm aber ein gewaltiger Spagat gelingen. Denn ausgerechnet die Auftaktveranstaltung am Sonntag, 22.  September, im Schlaflabor des früheren Max-Planck-Instituts in Erling-Andechs fällt zeitlich zusammen mit dem Andechser Bierfest im Starnberger Partnerlandkreis Bad Dürkheim. Und dort möchte Roth sich ebenfalls von langjährigen Gefährten verabschieden. Noch hofft er, das vermeintlich Unmögliche möglich zu machen.

Damit interessierten Kulturfreunden keiner der sieben Programmpunkte durch die Lappen geht, empfiehlt sich umgehende Kartenreservierung bei KunstRäume am See, z (0 81 51) 55 97 21 oder der Tourist Information in Starnberg, z (0 81 51) 9 06 00.

Das Programm im Einzelnen:

Die innere Uhr

Der Schlaf als wissenschaftliche und literarische Performance; Sonntag, 22. September, 15 Uhr, ehemaliges Max-Planck-Institut, Von-der-Tann-Straße 3-7, Andechs.

An seiner einstigen Wirkungsstätte wird der Schlafforscher Professor Jürgen Zulley viel über seine Forschungsarbeit berichten – unser aller Schlaf. Laut Dr. Gerd Holzheimer ist Zulley nicht nur ein großer Wissenschaftler, sondern auch ein hervorragender Erzähler.

Ui, der Mond

Die bayerische NASA: im Zentrum für Luft und Raumfahrt. Donnerstag, 26. September, 17 Uhr, DLR, Münchner Straße 20, Weßling-Oberpfaffenhofen.

Professor Felix Huber, Direktor für Raumfahrtbetrieb und Astronautentraining wird durch das Zentrum mit seiner Kommandozentrale zu den im Weltraum forschenden Astronauten führen. Passend zum Thema wird auch der literarische Teil der Veranstaltung ausfallen mit Lyrik an den Mond von Goethe, Morgenstern, Hugo Ball und anderen.

Verbindliche Anmeldung und Kartenbestellung sowie Personalausweis zur Berechtigung des Eintritts sind unbedingt erforderlich.

Den Gedanken an seiner Form erkennen

Ein literarisches Erkundungswochenende am Starnberger See. Freitag, 27., 19 Uhr, bis Sonntag, 29. September, Haus Buchenried der VHS München, Assenbucher Straße 45, Berg-Leoni.

Es wird ein Wochenende der Begegnung mit dem Eisenbahnpionier Himbsel, der sich in Leoni eine Villa errichtet hat und viele Künstler um sich scharte. Und einige derer Werke werden die Teilnehmer kennenlernen, vorgestellt unter anderem von Peter Weiß und Anatol Regnier.

Unter der Sonne Homers am Ammersee

Homer und Perikles ziehen in den Schacky-Park in Dießen ein. Samstag, 5. Oktober, 14 Uhr, Schacky-Park, Vogelherdstraße, Dießen.

Statuen der beiden Vertreter aus der griechischen Antike werden an dem Veranstaltungstag im Park wieder aufgestellt. Das wird mit passenden Texten begleitet, vorgelesen von Hans-Jürgen Stockerl als Homer.

Ein Schutzengel, seine Kapelle und ein Atelier

Das wundersame Atelier des Bildhauers, Glasmalers und Künstlers Iring ten Noever de Brauw. Sonntag, 13. Oktober, 11 Uhr, Kapelle am Luigenkam, Münsing (östlich von Ambach).

Als Dank für die Genesung nach einem schweren Sturz hat der Bauer Georg Ruhdorfer eine Kapelle errichtet. Sie fasziniert auch wegen der bildstarken Glasfenster von Iring de Brauw. Nicht weit von der Kapelle befindet sich des Künstlers Atelier, in das er die Teilnehmer der Veranstaltung einlädt.

Sei duad’s was

Vom Wesen des Dialekts. Sonntag, 3. November, Museum Starnberger See, Possenhofener Straße 5, Starnberg.

Man muss nicht bairisch reden können, um an dieser Veranstaltung teilnehmen zu können, aber man sollte die bairische Sprache mögen. Judith Huber und Norbert Göttler werden ausgewählte Beispiele von Texten, die im Dialekt geschrieben sind vortragen und vergnüglich erläutern.

Dem Schirm sei Dank

Best of Literarischer Herbst. Freitag, 22. November, 19 Uhr, Galerie Geigerhof, Kirchstraße 3, Unterbrunn.

Das ist ein besonderes Dankeschön an den Türöffner und Schirmherrn Karl Roth – und soll eine Überraschung sein für ihn und das „wertgeschätzte und treue Publikum“. Ein Best of des Literarischen Herbstes in der besonderen Atmosphäre des Sammelsuriums, das Hermann Geiger in der Galerie seines Hofes in Unterbrunn zusammengetragen hat. Dort soll noch einmal das Motto der diesjährigen Veranstaltungsreihe zum Tragen kommen: Geglückte Augenblicke.

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