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Der Ruhestand naht: Der Airbus „Starnberg“ der Lufthansa wird nächstes Jahr ausrangiert. Wann es wieder einen Jet mit dem Namen der Kreisstadt geben wird, ist offen.

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„Starnberg“ fliegt aus der Flotte

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Am Sonntagabend konnte man ihn als Punkt am Himmel über Starnberg erkennen: den Airbus A320-211 der Lufthansa mit dem Taufnamen „Starnberg“. Die Maschine flug auf einer Route von Frankfurt nach Belgrad in Serbien genau über seine Taufpatenstadt hinweg. Allzu oft wird das nicht mehr passieren.

Starnberg – Vor 27 Jahren war es etwas ganz Besonderes, dass die Lufthansa einen neuen Jet auf den Namen der Kreisstadt taufte. Mit Bürgermeister, Stadträten, Trachtenverein und vielem mehr fuhr eine Delegation seinerzeit zum Festakt nach München. Der Airbus wurde mit Seewasser getauft. Im Rathaus stand einige Zeit ein Modell des Airbus, das inzwischen allerdings anderswo gelandet ist – in Einzelteilen.

„Starnberg“ soll verkauft werden

Dieses Schicksal droht der großen „Starnberg“ im Laufe des nächsten Jahres aufgrund ihres hohen Alters auch – sie wird ausgemustert. Bis zu 156 Passagiere kann das Flugzeug transportieren; es hat 51 000 erfolgreiche Starts und Landungen hinter sich sowie bereits mehr als 65 000 Flugstunden. Die „Starnberg“ soll nun im Zuge einer Flottenerneuerung der Lufthansa außer Dienst gestellt werden – sie ist schon heute eine der älteren Maschinen der Fluglinie. Ob das Flugzeug verkauft oder nach Amerika zur Bauteilverwertung – also zum Recycling – geschickt wird, steht noch nicht endgültig fest. Doch nach Angaben der Pressestelle sind deutsche Flugzeuge auf dem Markt hoch angesehen, weshalb ein Verkauf ins Ausland naheliegt.

Die „Starnberg“, mit der Kennnummer D-AIPP – nach dem Fliegeralphabet „Delta-Alpha-India-Papa-Papa“ gesprochen – ist ein Kurz- bis Mittelstreckenflieger und absolvierte am 22. Juni 1990 den Jungfernflug in Frankreich, wo der Airbus gebaut wurde.

Bedeutender Teil der Luftfahrtgeschichte

Der Airbus A320 gilt als bedeutend für die Luftfahrtgeschichte, da zum ersten Mal in einem zivilen Flugzeug die so genannte Fly-by-Wire-Technik serienmäßig verbaut wurde. Sie ist für die elektronische Steuerung des Fliegers verantwortlich und spart ohne Hydraulik- und Drahtseilsysteme Platz, Gewicht und Logistikaufwand im Flugzeug. Auch optimiert das teilweise automatisierte System das Flugverhalten und die Flugsicherheit. Der Airbus A320 war Vorreiter – heutzutage ist das Fly-by-Wire-System in fast allen Flugzeugen Standard.

Wird es wieder einen Airbus mit Namen „Starnberg“ geben? Auf Anfrage gab die Pressestelle der Lufthansa an, dass in Zukunft ein neues Flugzeug den Namen der Kreisstadt bekommen werde, doch noch sind aufgrund einer wachsenden Warteliste für die Namensgebung Flugzeugtyp und Taufdatum noch unbekannt. Irgendwann geht Starnberg also wieder in die Luft.  mdu

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