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Freuen sich auf den 1. Mai: Ab diesem Tag begrüßen Stefan Köhler (links) und Thilo Bischoff die Gäste im „Haus am See“ in Seeshaupt.

Hotels am Starnberger See

Klein, aber oft nicht fein genug

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Beim Wort „Starnberger See“ denken die meisten außerhalb des Landkreises an Luxus, Genuss und Prominente. Sucht man aber nach einer luxuriösen Herberge, ist die Auswahl bislang eher überschaubar.

Landkreis – Es gibt sie ohne Zweifel, die hervorragenden Herbergen rund um den Starnberger See. Aber was fehlt, ist dieses eine, legendäre Haus, das im Reigen des Plaza in New York, Adlon in Berlin oder Raffles in Singapur mitspielen kann.

Dabei bringt der Landkreis Starnberg eigentlich alles mit, was es braucht. Eine bezaubernde Landschaft, zahlungskräftige Bewohner, die unmittelbare Nähe zur Weltstadt München und – natürlich – den Starnberger See. Woran liegt es also?

Was wird aus dem Gasthof Schauer?

Eine Frage, die man sich unlängst auch in Pöcking stellte. Da kam die Sprache bei der Bürgerversammlung der PWG darauf, dass es kein wirklich erstklassiges Hotel direkt am Starnberger See gibt. Anlass war die Debatte darüber, was aus dem Gasthof Schauer in Possenhofen werden soll. Der befindet sich im Besitz der Gemeinde, liegt zwar nicht direkt am Wasser, aber wunderschön. Allerdings schwebt PWG-Chef Albert Luppart eher eine Nutzung als genossenschaftlich betriebenes Gasthaus vor. Da könne sich im Obergeschoss zwar ein Boutique-Hotel einquartieren, allerdings wäre das dann deutlich zu klein für ein erstes Haus am Platz.

Auch die beiden Hotels, die die IG-Metall-Tochter IGEMET in Niederpöcking errichten will, erfüllen den Wunsch nach einem repräsentativen Haus am See als Tagungshotels eher nicht. Die Hoffnungen der PWG ruhen deswegen auf dem Forsthaus am See, das seit einigen Monaten geschlossen ist und dem Vernehmen nach erweitert und umgebaut werden soll.

Es fehlen passende Grundstücke

Doch warum hat der Landkreis Starnberg, für den das Beste ansonsten oft gerade gut genug ist, so wenige wirklich hochklassige Hotels?

„Das größte Problem sind die fehlenden Grundstücke“, sagt Klaus Götzl, Cheftouristiker von der Gesellschaft für Wirtschaft und Tourismus (gwt) aus Starnberg. Er sieht klar einen Markt für hochwertige Hotelzimmer. „Wir haben immer wieder Anfragen. Nicht unbedingt nach fünf Sternen, aber in der Klasse Vier-Sterne-Superior.“ In diesem Bereich gebe es wenig Auswahl. Sicher, da ist das Vier-Jahreszeiten in Starnberg, aber das liegt halt auch mitten an der vierspurigen Schnellstraße und bald direkt an der Einfahrt des Tunnels.

„Die Urlauber haben heute andere Ansprüche an Lage, Service und erwarten vor allem einen Wellnessbereich“, so Götzl. Natürlich hätten einige Hotels rund um den Starnberger See auch Saunalandschaften. „Aber die Leute schauen nach Südtirol. Da haben vergleichbare Häuser Wellnessabteilungen, die sind 1000 Quadratmeter groß. Da muss man nicht die Masseurin oder Kosmetikerin anrufen, wenn eine Behandlung gefragt ist – die sind im Haus angestellt.“

Ehemalige Schön Klinik eine Option

Initiativen, ein solches erstes Haus am See zu errichten, gab es immer mal wieder, erinnert sich Götzl. Wenn sich dann wirklich mal ein geeignetes Grundstück wie der Seehof in Tutzing fand, „dann gibt es ein Bürgerbegehren dagegen und alles ist vorbei“.

Hoffnung macht ihm, dass derzeit das ehemalige „Lido“ in Seeshaupt zu einem luxuriösen „Haus am See“ mit Butlerservice, Restaurant und direktem Seezugang umgebaut wird. Und da ist auch noch die ehemalige Schön-Klinik in Kempfenhausen, auf einem Sahne-Grundstück direkt am Ufer gelegen. Das würde schon ein tolles Hotel abgeben, ist sich Götzl sicher. Ob allerdings die Eigentümer seine Meinung teilen, ist unklar: Sie hüllen sich in Schweigen, wie es mit der ehemaligen Klinik weitergehen soll.

Selbst wenn irgendwann besagtes Luxus-Ressort im Landkreis entstehen würde, müssen die Hoteliers im Landkreis nach Aussage von Götzl nicht um ihre Existenz bangen. „Ein neues Haus treibt natürlich immer die Mitbewerber an. Es zieht aber auch immer Neukunden an und bietet Möglichkeiten für Kooperationen, von denen am Ende auch die bereits bestehenden Betriebe profitieren würden.“ Der Traum vom Traumhotel am Ufer des Starnberger Sees – Götzl träumt ihn weiter.

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