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Der sichtbare Start der Marke war die Vorstellung des Logos vor zweieinhalb Jahren mit Landrat Karl Roth, der damaligen Regionalmanagerin Lena Hüttl, gwt-Geschäftsführer Christoph Winkelkötter und Strategiebeiratschef Bernhard Sontheim (v.l.), Flyern und dem neuen Regionslogo (im Hintergrund).

Landkreis mit Lebensgefühl

Marke StarnbergAmmersee: „Die Mühe und das Geld haben sich gelohnt“

Sie soll mehr sein als ein Marketing-Instrument mit schönem Logo: die Marke StarnbergAmmersee. Nach 30 Monaten ziehen die Initiatoren eine erste Bilanz.

Landkreis – Mancher hielt den Markenprozess für eine teure Nebensächlichkeit und den Namen für die Region, nämlich StarnbergAmmersee, für Unfug. 30 Monate nach dem mehr oder minder offiziellen Start der Marke mit Vorstellung des Markenlogos hört man das nicht mehr. Bei den Beteiligten herrscht Zufriedenheit über den aktuellen Stand. Bernhard Sontheim, Vorsitzender des Strategiebeirats: „Die Mühe und das Geld haben sich gelohnt.“

Die Marke Region StarnbergAmmersee mit ihren Kernwerten (märchenhaft, geistreich, privilegierte Lage, traditionsreich, naturgesund, erfinderisch und erstklassig) und der erst mal wenig bescheidenen Zielstellung „Wir wollen der hochwertigste Lebens- und Wirtschaftsraum in direkter Nachbarschaft einer Weltstadt sein“ soll nicht allein ein Marketinginstrument sein mit einem schönen Logo, sondern quasi eine Lebenseinstellung der Region transportieren. Die Marke soll auch die Identität stärken – und das klappt, wie Markenmanagerin Kathrin Kollmann von der Wirtschaftsfördergesellschaft gwt bilanziert. Ab diesem Jahr solle die Marke stärker nach außen getragen werden, jedoch: „Wichtig ist, dass die Menschen nicht nur das Logo sehen, sondern was dahintersteckt.“ Das ist eben der Einklang mit den Kernwerten. So sieht es auch gwt-Geschäftsführer Christoph Winkelkötter: Die Werte müssten in die Köpfe der Politiker und der Bürger, nicht nur das Logo. Langfristig denkt er auch daran, Markenwerte bei Ansiedlungen zu berücksichtigen – etwa, dass bestimmte Branchen eher weniger zum Landkreis passen.

Mitmachen darf nur, wer zu den Kernwerten passt

Firmen und Vereine können sich darum bewerben, die Marke führen zu dürfen und damit auch das Logo. 23 Lizenznehmer waren es 2017 und 2018, 21 waren sowieso dabei (Gemeinden, Landkreis, gwt-Gesellschafter) – und 2019 kamen 23 weitere hinzu. Fünf warten auf die Zusage, weniger als eine Handvoll wollten mitmachen, durften aber nicht – weil sie nicht zu den Kernwerten passen. Nicht alle fanden das toll. Sontheim findet, dass die Markenteilnehmer die Region gut repräsentierten – die Marke bringe ihnen einen Mehrwert, und die Firmen der Region. Sontheim war überrascht, dass sich so viele Firmen von selbst bewarben; Aquise betrieb die gwt bisher nicht. „Ich hatte erwartet, dass wir mehr Arbeit in die Identifikation mit der Marke stecken müssen“, sagt er.

Landrat Karl Roth war anfangs skeptisch. „Es war ja Neuland, aber ich bin heute froh, dass wir es gemacht haben“, sagt er über den Markenprozess, der zwar schwach angelaufen sei, aber inzwischen zufriedenstellend laufe. „Und es geht ja weiter“, meint Roth, „es ist ein ständiger Prozess.“ Dass sich viele Firmen beteiligten, sei ein gutes Zeichen für die Identifikation. Der Prozess sei auch nicht so teuer geworden, wie manche befürchtet hatten.

Identifikation der Bevölkerung mit der Marke soll gestärkt werden

In der breiten Öffentlichkeit kommt die Marke nicht so oft vor, dabei arbeitet die gwt konsequent am Ausbau. So erwartet Kathrin Kollmann eine Zusage für eine Stelle aus einem Förderprogramm „Regionale Identität“, über die die Außenwerbung und Markenaktionen intensiviert werden sollen. Die Aktionen, sagt sie, sollen die Identifikation der Bevölkerung mit der Marke stärken, damit der Landkreisbürger von sich sagt: „Wir sind die Region StarnbergAmmersee.“ Beispiel: ein Einkaufsführer für Einheimische, der Markenwerte berücksichtigt. Wasser bleibt ein Schwerpunkt mit Veranstaltungen, weil Wasser in der Region allgegegenwärtig ist.

Tourist-Info in Herrsching wird „Flagship-Store“ der Marke

Augenfällig soll das in der Tourist-Info in Herrsching werden, die bis Mai umgebaut wird und „Flagship-Store“ für die Marke werden soll. Heißt: Ausstattung und Möbel folgen Markenfarben, alle Kernwerte kommen vor. Die Blaue-Couch-Kampagne bei Veranstaltungen soll fortgesetzt werden – auf ihr reden Menschen über die Marke. Plakataktionen, ein Instagramm-Account und einheitliche Kleidung für gwt-Mitarbeiter sind weitere Projekte.

Kathrin Kollmann ist mit dem Gedeihen der Marke zufrieden, zumal sie ja noch jung sei. Der Aufwand habe sich „auf jeden Fall“ gelohnt, die Wirkung könne man nicht bare Münze umrechnen. Mehr zur Marke im Internet unter www.starnbergammersee.de

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