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Guten Tag, Stelzenläuferin: Anett von einer Entertainment-Agentur in München war gestern den ganzen Tag auf Stelzen durch Starnberg unterwegs und verteilte Gutscheine. Dabei erregte sie vor allem beim Nachwuchs Aufsehen. 

Marktsonntag

Spendable Brüder und das übliche Chaos

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Flanierende Fußgänger auf den Straßen, bunte Marktstände, geöffnete Geschäfte und Dauerstau auf der Münchner Straße: Gestern war wieder Marktsonntag in Starnberg. Zum dritten Mal fand auch der Antiquitätenmarkt statt.

Starnberg – Roman Hindl strahlte über das ganze Gesicht. Der 74-Jährige ist gebürtiger Starnberger, lebt aber in Amberg. Dort hatte er auch bis vor kurzem ein Geschäft. Am Marktsonntag verkaufte er in der Maximilianstraße vor allem Handgeschmiedetes aus Eisen. „Das hab’ ich selbst gesammelt und nun verkauf’ ich es, damit meine Erben das nicht tun müssen“, sagte er und lachte. Er ist zum zweiten Mal beim Antik-Markt dabei und macht dies aus Spaß, „auch wenn es eine Menge Arbeit ist“. Das Geschäft gehe ganz gut, „die Menschen sind nett“. Und offensichtlich auch spendabel.

„Bei mir hat heute ein junger Mann für 580 Euro zwei Tischleuchten gekauft – für seine Schwester“, erzählte Sarah Kirschenbaum verblüfft. Die 65-jährige Antiquitätenhändlerin kommt aus München und war zum ersten Mal dabei. Zwischen den Profis hatten sich Anwohner mit Tischen platziert. Dort verkauften sie Sachen, „die wir übrig haben“, erklärte eine Starnbergerin. Auf einer Stange hingen Kleider, dazu gab es jede Menge Schuhe. Wenige Meter weiter hatte ein Ehepaar Einrichtungsgegenstände, ein bisschen Silber und Nippes auf einem Tisch verteilt. Nicht so toll fand das Corinna Herzog, die aus Baden-Württemberg angereist war. Sie bot Raritäten an wie beispielsweise ein Pferdegeläut. „Das ist hier kein Antiquitätenmarkt“, sagte sie verstimmt und fügte ein „einmal und nie wieder Starnberg“ an.

Während fast Gedränge herrschte auf der Maximilianstraße, verlief sich auf dem Starnberger Kirchplatz die Menge. „Es wäre besser, wenn hier mehr los wäre“, befand Andreas Denk, Vorstand der Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla. Vor zwei Wochen erst habe ihn Gerald Funk von der Cityinitiative gefragt, ob der Verein mitmacht – „und wir sind ja flexibel“, sagte Denk und grinste. Also verkauften die Mitglieder Grillwürstl – die gab es heuer statt französischer Spezialitäten, weil die Französische Woche abgesagt wurde (wir berichteten). Hungrige fanden auf dem Kirchplatz aber immerhin Crepes und Kaffeespezialitäten, und schon am Vormittag hatte beim eher schwach besuchten Frühschoppen das Starnberger Brauhaus Bier ausgeschenkt.

Die Gruppe Jugendlicher, die sich vor der Eiswerkstatt versammelt hatte, vermisste die Französische Woche aber schon. „Da war hier mehr los“, sagte Konstantin aus München. Der Familie Greiner aus Passau, eigentlich zu Besuch bei der Oma in Germering, gefiel es auch ohne: Die beiden Kinder standen staunend vor den großen Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr Starnberg, der achtjährige Kilian durfte sogar mit der Wasserspritze herumhantieren. „Nur die Parkplatzsuche war schwierig“, stöhnte Vater Bernd und verdrehte die Augen.

Überhaupt, der Verkehr: Immer wieder ignorierten Autofahrer die Absperrung zur Einfahrt in die Wittelsbacherstraße, weshalb sich Feuerwehrler Oliver Schwab zwischendurch breit auf die Straße stellte und diskutierte. Und spätestens als der Himmel seine Schleusen öffnete, herrschte das bekannte Chaos auf den Straßen rund um die Kreisstadt.

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