Martina Neubauer nach ihrer Wahl in den Landesauschuss der bayerischen Grünen.

Kandidatur verkündet

Martina Neubauer von den Grünen will Starnberger Landrätin werden

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Martina Neubauer will bei der Kommunalwahl 2020 für die Nachfolge von Landrat Karl Roth antreten. Die 55 Jahre alte Stadt-, Kreis- und Bezirksrätin aus Starnberg hat dem Kreisvorstand der Grünen am Sonntag offiziell ihr Interesse an der Kandidatur mitgeteilt.

Landkreis – Das Kandidatenkarussell für die Nachfolge von Landrat Karl Roth (CSU) nimmt Fahrt auf. Nachdem sich der CSU-Kreisvorstand bereis für Stefan Frey als Kandidat ausgesprochen hat, will nun auch Martina Neubauer (Grüne) zusteigen. „Sie hat uns ihr Interesse an einer Kandidatur mitgeteilt“, sagte die Sprecherin der Landkreis-Grünen, Kerstin Täubner-Benicke, gestern dem Starnberger Merkur.

Der Parteivorstand habe Neubauers Schritt in seiner Sitzung am Sonntag „begrüßt“. Eine Empfehlung für die Mitglieder werde der Vorstand in grüner Tradition aber nicht aussprechen. Vermutlich im März sollen die Mitglieder in einer Aufstellungsversammlung über Martina Neubauer als Landratskandidatin entscheiden – oder auch über andere Bewerber, falls bis dahin noch jemand Interesse signalisieren würde. „Ein bisschen Auswahl schadet nie“, sagte Täubner-Benicke.

Die gebürtige Starnbergerin Neubauer gilt als politisches Schwergewicht der Landkreis-Grünen. Die 55-Jährige ist Mitglied im Starnberger Stadtrat, im Kreistag und im Bezirkstag. Bei der Bezirkstagswahl im vergangenen Herbst verfehlte sie das Direktmandat gegen Harald Schwab (CSU) hauchdünn um 908 Stimmen. „Ich habe noch mal Glück gehabt“, hatte Schwab seinerzeit gesagt. Generell sind die Grünen im Landkreis die zweitstärkste politische Kraft nach der CSU.

Lesen Sie auch: Karl Roth kandidiert nicht mehr als Landrat

Neubauer sieht nicht nur deswegen eine „Riesen-Chance“ für einen Erfolg der Grünen bei der Landratswahl 2020. „Wir haben zuletzt wahnsinnig gute Ergebnisse erzielt“, sagte sie gestern dem Starnberger Merkur. Darüber hinaus verfüge sie im Landkreis über einen hohen Bekanntheitsgrad und über „die meiste kommunalpolitische Erfahrung“ der möglichen Gegenkandidaten. Neben ihren ehrenamtlichen Ämtern arbeitet Neubauer hauptberuflich beim Landratsamt in München und leitet dort das Referat „Chancengleichheit und gesellschaftliche Potenziale“, das Expertenwissen zu wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Themen im Landkreis München bündelt. Beim Thema Landschaftsschutz, Schulneubauten und Integration werde sie klare Positionen beziehen, kündigte Neubauer an, ohne gestern schon in Details gehen zu wollen.

Mit ihrer Entscheidung, das höchste politische Amt im Landkreis anstreben zu wollen, ist gleichzeitig eine Bürgermeisterkandidatur Neubauers in Starnberg ausgeschlossen. Darüber habe sie den Ortsvorstand der Starnberger Grünen bereits informiert. „Man muss sich im Leben entscheiden“, sagte Neubauer dazu. Sie habe zwar „ernsthaft überlegt“, in ihrer Heimatstadt gegen Amtsinhaberin Eva John anzutreten. Nicht zuletzt die Gespräche und Entwicklungen der vergangenen Monate hätten sie davon aber abgebracht.

Zum einen hält sie einen Erfolg der Grünen im Landkreis für viel wahrscheinlicher als in der Kreisstadt mit ihrer zersplitterten Parteienlandschaft. Auf der anderen Seite sieht sie die Chancen schwinden, dass sich die Mehrheitsfraktionen des Stadtrats auf einen gemeinsamen Kandidaten gegen Eva John einigen. Sollten die Starnberger Grünen einen eigenen Bewerber um das Bürgermeisteramt ins Rennen schicken, werde sie sich stark für dessen Erfolg engagieren.

Die Kandidaten schätzen einander

Mit Neubauer und dem designierten CSU-Kandidat Frey (43) ziehen damit zwei prominente Starnberger Politiker eine Karriere im Landkreis der in der Kreisstadt vor. Die beiden schätzen sich auch abseits des politischen Tagesgeschäfts, gehen manchmal gemeinsam Laufen. „Das wird ein sehr fairer Wahlkampf auf Augenhöhe“, sagte Martina Neubauer. Ähnlich hatte sich bereits Frey geäußert.

Von den anderen Parteien und Gruppierungen im Landkreis gibt es derweil noch keinen neuen Wasserstand. Zwar beschäftigte sich dieser Tage auch der Vorstand des SPD-Kreisverbands mit der Kommunalwahl 2020, nach Angaben der Vorsitzenden Julia Ney „fällt man so eine Entscheidung aber nicht in drei Tagen“. Der SPD-Kandidat für den Landratsposten werde erst im Spätsommer von einer Aufstellungskonferenz gekürt.

Wie berichtet, wird Amtsinhaber Karl Roth bei der Wahl 2020 nicht mehr antreten. Der 64-Jährige ist seit dem Jahr 2002 im Amt.

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