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Gedränge auf dem Steg soll  es be i der Schifffahrt in Corona-Zeiten nicht geben. 

Starnberger See und Ammersee

Maske auf, Leinen los: Schifffahrt startet am Samstag

Die Schifffahrt ist eine der Attraktionen im Kreis, ruht aber wegen der Corona-Krise. Ab Samstag sollen Dampfer wieder ablegen können.

Starnberg/Stegen – Pfingsten statt Ostern: Der Saisonbeginn für die Bayerische Seenschifffahrt auf Starnberger und Ammersee findet in diesem Jahr mit mehrwöchiger Verspätung und stark eingeschränkt statt. Wie genau die Dampfer fahren werden und wie viele Fahrgäste sie aufnehmen, ist aber noch unklar. Erst diese Woche erwartet Geschäftsführer Michael Grießer die genauen Vorgaben des Freistaates fürs Schifferlfahren in Corona-Zeiten.

Bei der Schifffahrt wird an mehreren Modellen gearbeitet, wie die Saison zunächst ablaufen könnte. Das Rahmenkonzept wird bis Mitte der Woche erwartet – dann muss Grießer nur den entsprechenden Plan abrufen, und es kann losgehen. Geplant wird mit den gängigen Regeln: Mindestens 1,5 Meter Abstand, was zum Abbau oder der Sperrung von Sitzplätzen auf den Dampfern führen wird. Abstandsmarkierungen, Schutzglas, getrenntes Ein- und Aussteigen, Desinfizieren des Schiffes bei den Stopps, Maskenpflicht, wenn man nicht am Platz ist. Als sicher gilt, dass es anfangs keinen Linienbetrieb, sondern einen eingeschränkten Fahrplan mit kurzen, wohl einstündigen Rundfahrten ab Starnberg, Stegen und Herrsching geben wird. Tutzing bleibt erst einmal außen vor, da der Neubau des Steges dort noch nicht abgeschlossen ist. Er habe sich gezeigt, sagt Grießer, dass der verlängerte Steg leicht ins Schwanken gerät – Fahrgäste könnten seekrank werden, bevor sie auf dem Wasser sind. Deswegen werden Verstärkungen eingebaut. Bis Mitte Juni soll der Steg nutzbar sein.

Schifffahrt: ÖPNV oder Freizeiteinrichtung?

Entscheidend für den Betrieb wird sein, ob die Schifffahrt als ÖPNV eingestuft wird oder als Freizeiteinrichtung – Letzteres ist wahrscheinlich. In jedem Fall werden die Dampfer mit begrenzter Platzzahl auslaufen. „Auf den größeren Schiffen ist das einfacher. Der Infektionsschutz für die Fahrgäste geht einfach vor“, sagt der Schifffahrtschef. Beispiel: Der Katamaran „Starnberg“ kann 800 Fahrgäste aufnehmen, ist bei 500 aber schon recht voll. Deswegen sind eher 250 Plätze wahrscheinlich. Die „Bayern“ und die „Seeshaupt“ sind beinahe so groß; die kleinen Dampfer werden wohl im Hafen bleiben. Am Ammersee sind die Raddampfer „Herrsching“ und „Dießen“ die größten. Anfangs wird die Schifffahrt vorsichtig agieren, damit nicht durch Zustiege die Dampfer schnell übervoll werden. Zur Not wird ein zweiter eingesetzt.

Tickets wird es nur an Land geben; über eine Online-Buchung, die es derzeit nicht gibt, wird nachgedacht. Grießer baut auf die Vernunft der Fahrgäste, sich nicht an Stegen zu drängeln. Ob es Sondertarif für die Rundfahrten geben wird, ist noch nicht entschieden.

Vor allem von Touristikern wird der Start der Schifffahrtssaison sehnlich erwartet, weil die Dampfer ein wichtiger Grund für Ausflügler sind. „Die Leute wollen ja etwas unternehmen“, sagt Christoph Winkelkötter, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Tourismusgesellschaft gwt. Im vorigen Jahr hat die Schifffahrt rund 220 000 Passagiere auf dem Starnberger See und zwischen 280 000 und 300 000 auf dem Ammersee gezählt.

Ablegen werden zu Pfingsten mit vier Wochen Verzögerung auch die Fähren zur Roseninsel

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