Auf dem Kirchplatz fand am Sonntag eine Kundgebung des Aktionsbündnisses Radwegbau im Landkreis Starnberg statt.
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Auf dem Kirchplatz fand am Sonntag eine Kundgebung des Aktionsbündnisses Radwegbau im Landkreis Starnberg statt.

Aktionsbündnis Radwegbau

Mehr als 60 Teilnehmer bei Radeldemo

  • Hanna von Prittwitz
    VonHanna von Prittwitz
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Das Aktionsbündnis Radwegbau im Landkreis Starnberg hat gestern in Starnberg eine Radeldemo veranstaltet. Mehr als 60 Radlerinnen und Radler legten für eine Viertelstunde den Verkehr lahm – unter den wachsamen Augen der Polizei. Die meisten Autofahrer trugen es mit Fassung.

Starnberg – Der Tunnelbau in Starnberg macht es möglich, die oberirdischen Flächen können neu verteilt werden. Damit Radler und Fußgänger bei der Planung nicht hinten runterfallen, hatte das Aktionsbündnis Radwegbau seine diesjährige Kundgebung im Rahmen des Stadtradelns nach Starnberg verlegt. Das Motto lautete: Verkehrsraum „fairteilen“. Die Forderung des Bündnisses: die oberirdische Stadtplanung am Menschen ausrichten, Verkehrsflächen verbindlich neu ordnen. Mehr als 60 Radler fanden sich für die Demo auf dem Kirchplatz ein.

An einem Tag wie gestern war das natürlich eine Show, denn rund um den Kirchplatz tobte der Ausflugsverkehr. Als sich die Versammlung dann per Rad in Bewegung setzte, von drei schweren Polizeimotorrädern und mehreren Mannschaftswagen eskortiert, ging kurz gar nichts mehr. Einsatzleiter Oliver Jauch von der PI Starnberg hatte entschieden, die Fahrbahnen in Fahrtrichtung der Radler jeweils komplett zu sperren. „Die Versammlung sollte nicht überholt werden, das ist zu gefährlich“, erklärte er. Klingelnd und winkend radelten die Demonstranten also fröhlich vom Kirchplatz über die Tutzinger-Hof-Kreuzung bis zum Landratsamt und dann nach einem U-Turn zurück. Für viele war das wohl das erste Mal auf dieser stark befahrenen Straße, dort traut man sich mit dem Rad sonst nicht hin. Viele Autofahrer winkten, reckten die Daumen in die Höhe. Bis auf einen. Der kurbelte das Fenster runter und brüllte laut und deutlich: „Arschlöcher!“

Die Spannungen zwischen den Verkehrsteilnehmern waren denn auch Thema der Kundgebung vorab und der anschließenden Diskussion. „Wir möchten einen Straßenraum, in dem alle die gleichen Rechte haben“, sagte Moderatorin Irmgard Franken von der Stagenda. Doch es fehlten eine Gesamtkonzeption und Mehrjahresstrategien. Eine Frage sei, mit wie viel Spuren in Zukunft die Radler in die Stadt geführt würden. „Wir brauchen einen neuen Ansatz. Wir sind nicht gegen Autos, aber wir brauchen mehr Respekt für die, die nicht im Auto sitzen.“ Anton Maier bekräftigte als ADFC-Kreisvorstand dessen Forderungen wie Tempo 30 innerorts und eine stärkere Werbung für den 1,50-Meter Mindestabstand.

Nach der Demo diskutierten Grünen-Bundestagskandidatin Martina Neubauer und Carmen Wegge, SPD-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Starnberg-Landsberg-Germering. Die beiden waren sich einig. Neubauer appellierte für eine Änderung der Straßenverkehrsordnung, „das ist Dreh- und Angelpunkt“. Oftmals bliebe es auch bei Lippenbekenntnissen. „Ich bin erst optimistisch, wenn alle bereit sind, das Thema ernst zu nehmen.“ Franken appellierte in ihrem Schlusswort an alle Verkehrsteilnehmer: „Es kommt auf jeden von uns an, egal, wie er unterwegs ist.“

Das Landkreiswetter

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