Radschutzstreifen Symbolbild
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Radschutzstreifen sollen für mehr Sicherheit auf Starnbergs Straßen sorgen. 

Breite Zustimmung für CSU-Antrag

Mehr Schutzstreifen und bessere Orientierung für Radler in Starnberg

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Der Radschnellweg von Starnberg nach München wird konkreter, und auch innerhalb der Kreisstadt sollen sich Radler künftig leichter tun. Ein Antrag der Starnberger CSU, die Radinfrastruktur in der Stadt zu verbessern, erfuhr zuletzt im Mobilitätsausschuss breite Zustimmung. Ein Überblick.

Starnberg - Fast alle der 21 kurz- und mittelfristig umsetzbaren Maßnahmen, die die CSU vorgeschlagen hatte, wurden im Mobilitätsausschuss einstimmig befürwortet. In manchen Fällen steht aber noch die behördliche Prüfung aus. Etwas knapper war die Entscheidung für einen Antrag der UWG, nach dem zwei Parkplätze an der Maximilianstraße für Radabstellbügel weichen sollen. Wesentliche Maßnahmen und Pläne zum Radverkehr im Überblick.

Radbügel statt Parkplätze

Mit 8:4 stimmte der Ausschuss für den Plan der UWG: Je vier Bügel, an die man sein Rad lehnen kann, werden auf bisherigen Parkflächen an der Maximilianstraße montiert – und zwar auf Höhe der Hausnummern 2 und 22. Zunächst für zwei Jahre sind die Bügel vorgesehen, um zu beobachten, ob sie von Radlern auch angenommen werden.

Schutzstreifen für Radfahrer

Die CSU wünscht sich Radschutzstreifen unter anderem an Possenhofener Straße, Würmstraße, Berger Straße und Buchhofstraße. Ob sie angelegt werden, muss aber noch das Landratsamt prüfen. Es ist zuständig, weil es sich um Staatsstraßen handelt. Für Streifen an Söckinger, Andechser, Riedesel- und Prinz-Karl-Straße läuft laut Stadtverwaltung noch die Prüfung – auch in Abstimmung mit dem Alltagsroutennetz des Landkreises. An der Prinz-Karl-Straße sei ein Schutzstreifen „aufgrund der Straßenbreite ausschließlich zwischen der Einmündung Andechser Straße und der Überleitung auf den straßenbegleitenden Geh- und Radweg“ möglich. An Söckinger und Andechser Straße hat die Stadt keine grundsätzlichen Bedenken, nur „in den bergabfahrenden Bereichen“ hält sie Markierungen nicht für sinnvoll – weil die Radler dort mit höherem Tempo gut im Verkehr mitfahren könnten.

Zu den mittelfristigen CSU-Vorschlägen gehört ein Schutzstreifen an der B 2, wenn der Tunnel fertig ist.

Schilder, Schranken und Markierungen

Zum Schutzstreifen an der Hanfelder Straße könnten Radler künftig über Blumensiedlung, Am Hochwald und Angerweidestraße geleitet werden. Das letzte Wort hat das Landratsamt. Genau wie beim allgemeinen Ausbau der Beschilderung, den die Kreisbehörde nun auf Antrag der Stadt prüft.

An der Einmündung des Buzentaurwegs zur Berger Straße werden Flächen für Radler rot markiert.

Die Verkehrssituation am Gehwegabschnitt am Alten Berg soll verbessert werden, genau gesagt „der neuralgische Punkt“ im Einmündungsbereich Alter Berg/An der Bohle. Dort soll wie schon an der Einmündung Alter Berg/Klenzestraße eine Schranke errichtet werden – damit die Anwohner der Adressen Alter Berg 23 und 23a weiterhin zu ihrem Grundstück fahren können. Der Anwohner erhält einen Schlüssel, um die Schranke im Bedarfsfall öffnen und schließen zu können.

Touren-Angebote und neue Routen

Auf Wunsch der CSU beantragte die Stadt bei der Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft gwt den Ausbau von Radtouren-Angeboten. Derzeit finden sich unter www.starnbergammersee.de lediglich sieben Routen-Vorschläge für den ganzen Landkreis.

Die CSU forciert in ihrem Antrag auch eine klarere Radverbindung zwischen Perchting und Hadorf. „Grundsätzlich bestehen gegen die Ausschilderung des Weges keine Bedenken“, hieß es in der Sitzungsvorlage. Vornehmen muss diese aber das Landratsamt. Das sieht sich nun auch mit dem Vorschlag eines begleitender Radwegs an der Kreisstraße konfrontiert. Einen Hinweis ans Straßenbauamt in Weilheim sendet die Stadt wegen eines weiteren CSU-Wunschs: ein Radweg von Starnberg nach Leutstetten.

In Frage kommt auch die Verlängerung des straßenbegleitenden Radweges entlang der Andechser Straße zwischen Kühtal und Bründelwiese. Sie steht laut Informationen der Stadt im Zusammenhang mit dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept für den Stadtteil Söcking. Im Frühjahr soll es dazu eine Bürgerbeteiligung geben.

Entschärfung von Gefahrenpunkten

An der Einmündung des Radwegs am Schiffbauerweg entlang der B 2 bestehen „ungünstige Sichtbeziehungen“. Daher schneidet der Bauhof Büsche zurück, das Schild „Vorfahrt gewähren“ wird erneuert, ein störendes Werbeschild entfernt.

Eine Querungsmöglichkeit für Radler über die Westumfahrung bei Gut Mamhofen steht nach wie vor auf der Agenda. Mit der Grundstückseigentümerin verhandelte die Stadt über eine Unterführung – bisher erfolglos. Man müsse aber dringend handeln, um eine Gefahrenquelle versiegen zu lassen: „Um auf Höhe von Gut Mamhofen die Westumfahrung queren zu können, fahren Radfahrer regelmäßig zunächst 200 Meter auf der Westumfahrung bis zur Einmündung des Waldwegs Richtung Unering“, so die Verwaltung.

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In gut 40 Minuten mit dem Rad von Starnberg nach München: Die vom Landkreis vorgeschlagene Schnellverbindung soll’s möglich machen. Mit der angedachten Route in Starnberg, für die 6,8 Millionen Euro investiert werden müssten, sind Stadt und Bürgermeister Patrick Janik nicht ganz zufrieden.

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