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Mit dem Radl zu den Lesern: So organisieren sich die Buchhandlungen im Lockdown

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Schwingen sich aufs Rad und bringen ihren Kunden neuen Lesestoff: Catherine Velte, Peter Neuner, Karina Trübner und Christiane Gruber (v.l.) von der Bücherinsel Herrsching.
Schwingen sich aufs Rad und bringen ihren Kunden neuen Lesestoff: Catherine Velte, Peter Neuner, Karina Trübner und Christiane Gruber (v.l.) von der Bücherinsel Herrsching. © Andrea Jaksch

Weihnachtszeit ist Lesezeit. Wegen des Lockdowns sind die Buchhandlungen im Landkreis jedoch zu. Wie sie sich in der Krise organisieren und welche Bücher sie für die Feiertage empfehlen: ein Überblick.

Landkreis – Weihnachten ist die wohl wichtigste Zeit für den Buchhandel. Der Lockdown während der Vorweihnachtszeit ist deshalb ein herber Schlag für die Branche. Der Starnberger Merkur hat sich bei Buchhandlungen im Landkreis umgehört, wie sie die Situation meistern.

Die Buchhandlung Rupprecht in Starnberg ist weiterhin telefonisch, per E-Mail und über ihre Homepage erreichbar, zu den Öffnungszeiten ist immer mindestens ein Mitarbeiter vor Ort, um Bestellungen anzunehmen. „Wir senden die Bücher per Post zu“, erklärt Filialleiterin Heidrun Dannecker. „Allerdings scheint die Post zurzeit ziemlich überfordert und nicht besonders zuverlässig zu sein.“

Die Buchhandlung Bücherjolle, ebenfalls in Starnberg, hat sich daher etwas einfallen lassen. Sie lässt liefern, „wobei wir selber das schnellere Porto bei DHL zahlen. Das Buch bleibt für die Kunden portofrei“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Bartelmann. Für einen Cent Aufpreis wird das Buch außerdem weihnachtlich verpackt.

Manche liefern selber aus

Die Bücherinsel Herrsching bietet einen Lieferservice im Lockdown an. Zwischen 9 und 14 Uhr werden die Bestellungen telefonisch und per E-Mail entgegengenommen. „Am Nachmittag liefern wir aus“, sagt Mitarbeiterin Christiane Gruber. Das Team um Chefin Karina Trübner ist rund um Herrsching, Breitbrunn, Andechs, Hechendorf und Seefeld unterwegs – wenn es die Witterung zulässt mit dem Fahrrad und dem E-Lastenrad.

Wie im ersten Lockdown möchte auch die Buchhandlung Kirchheim aus Gauting die bei ihr bestellten Bücher selber mit dem Fahrrad oder Auto ausliefern. Die Buchhandlung ist telefonisch und per E-Mail erreichbar. Auch in der Buchhandlung Held in Tutzing kommen die Kunden weiterhin an ihre Bücher. Telefonisch und per E-Mail zu erreichen ist sie werktags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Die Lieferungen im Umkreis übernimmt sie selbst, „das hat sich bewährt“, sagt Geschäftsführerin Susanna Held – eine Erfahrung, die ihr Team aus dem Lockdown im Frühjahr mitgenommen hat.

Beim Thema Lockdown und dessen Ausgestaltung scheiden sich die Geister: Bücherjolle-Geschäftsführer Bartelmann sieht die Schließung des Einzelhandels als problematisch an. „Wir haben nicht mehr die Möglichkeit, unsere Kunden richtig zu beraten“, sagt er. Marc Schürhoff von der Buchhandlung Kirchheim hingegen bezeichnet den Lockdown als „ärgerlich, aber notwendig“. Susanna Held von der gleichnamigen Tutzinger Buchhandlung hält den Lockdown für eine Buchhandlung ihrer Größe für existenzbedrohend. „In der Vorweihnachtszeit lassen die Kunden sich gerne inspirieren und stöbern gerne. Das ist jetzt natürlich nicht mehr möglich.“ Was ihr nicht einleuchten will: Warum die Abholung von Speisen, nicht jedoch die von Büchern möglich ist.

Lesetipps der Buchhändler

Um sich Lockdown und Feiertage etwas zu versüßen, haben die Buchhandlungen natürlich ein paar Lesetipps: „Ein verheißendes Land“ von Barack Obama, „Ohne Schuld“ von Charlotte Link, „Sieben Richtige“ von Volker Jarck, „Ich bleibe hier“ von Marco Balzano, „Die Gespenster von Demmin“ von Verena Kessler, „Sapiens – der Aufstieg“ von Yuval Noah Harari, „Olympia“ von Volker Kutscher, „Glasflügel“ von Katrine Engberg, „Bretonische Spezialitäten“ von Jörg Bong, „Was Nina wusste“ von David Grossman, „Die Sommer“ von Ronya Othmann, „Die Dame mit der bemalten Hand“ von Christine Wunnicke, „Herzfaden“ von Thomas Hettche, „Männer in Kamelhaarmänteln“ von Elke Heidenreich, „Offene See“ von Ben Myers, „Mopsa“ von Charlotte Habersack und „Joseph Stieler: Der königlich-bayerische Hofmaler“ von Sonja Stil.

von Stefanie Pfleger und Katja Brenner

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