Führen die Investorengruppe an: Robert und Rudolf Houdek aus Starnberg.
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Führen die Investorengruppe an: Robert und Rudolf Houdek aus Starnberg.

Investoren glücklich nach Entscheidung

„Moosaik“ mit Klimafokus: Der nächste Schritt für neues Starnberger Quartier

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Der Starnberger Bauausschuss hat Ziele für das geplante urbane Quartier Moosaik beschlossen. Es soll im jetzigen Gewerbegebiet entstehen. Ein weiteres großes Firmengelände ist nun mit an Bord.

Starnberg – Die Planung des urbanen Quartiers „Moosaik“ im Starnberger Gewerbegebiet wird konkreter. „Drei arbeitsintensive Sitzungen“ habe der mit Fachleuten besetzte Gestaltungsbeirat hinter sich, sagte Stadtbaumeister Stephan Weinl am Donnerstag in der Bauausschusssitzung. Ohne längere Diskussion beschloss der Ausschuss eine Reihe von Zielen für das 30 000-Quadratmeter-Areal zwischen Petersbrunner und Moosstraße nördlich der Münchner Straße. Auffallend war: Viele der Ziele mahnen die Klimaverträglichkeit an.

Wie berichtet, startete die Starnberger Unternehmerfamilie Houdek die Initiative für ein zukunftsfähiges Quartier, in dem Arbeiten, Wohnen und Freizeitgestaltung möglich sein sollen. Rudolf Houdek ist nach der Sitzung wohlgestimmt: „Wir sind sehr angetan von der positiven Dynamik, die sich rund um das Projekt entwickelt hat“, wird er in einer Pressemitteilung vom Freitag zitiert. Cousin Robert Houdek ergänzt: „Gerade wenn man als Bauherr viele Hausaufgaben zu erledigen hat, ist die gemeinschaftliche Herangehensweise ein wichtiger Antreiber.“

Die Investorengruppe unter Leitung der Houdeks habe mittlerweile nicht nur zwei Nachbargrundstücke hinzukaufen, sondern auch die Familie Baasel mit ihrem ehemaligen Firmengelände als Projektpartner gewinnen können. Die Firma Baasel Lasertech hatte sich unter dem Label „Spitzentechnologie made in Starnberg“ einen Namen gemacht. Vor vier Jahren verließ das Unternehmen die Stadt in Richtung Gilching. „Wir freuen uns, dass wir Teil dieser schönen Entwicklung sein können, die eine große Chance für ein zukunftsfähiges Starnberg bietet – sowohl was die spannende Architektur betrifft als auch die vielseitige Nutzung“, so Susy Baasel.

Baureferent: „Das ist beispielhaft für jede Stadt in Deutschland“

Marc Fiedler (FDP), als Baureferent Teil des Gestaltungsbeirats, betonte im Ausschuss: „Das bringt Starnberg voran, wie wir das noch nicht gesehen haben. Das ist beispielhaft für jede Stadt in Deutschland.“ Auch die Bauverwaltung ist sicher, dass die Planungen eine „Anstoßwirkung“ für das ganze jetzige Gewerbegebiet bis zum Bahnhof Nord haben werden. Deshalb soll nun der Bebauungsplan aus dem Jahr 2000 aktualisiert werden.

Sämtliche Beschlüsse fielen einstimmig – so auch der zu den Planungszielen fürs Moosaik: Ansiedeln sollen sich auf dem Areal „innovative Gewerbebetriebe, Handwerker und Dienstleister, Gastronomie, Betreuungseinrichtungen, öffentliche Einrichtungen, Feuerwehr- und Rettungsdienste sowie Wohnungen“. Parken sollen die Nutzer überwiegend in Tiefgaragen, eine große Quartiersgarage kommt in Frage. Voraussetzung für die Genehmigung ist ein „klimagerechtes Mobilitätskonzept“, das Fuß- und Radwegeverbindungen verbessert. Das Stadtklima fördern soll eine „Durchgrünung des Quartiers“, klimagerecht solle auch die Gebäudegestaltung sein. Man werde „Handwerk und Hightech verbinden und auf Holz und Recyclingbeton setzen“, schreiben die Investoren in der Mitteilung.

„Moosaik“ soll optisch was hermachen, wenn man in die Stadt reinfährt

Architekt Klaus Kehrbaum freut sich, „dass der Beirat einhellig von dem Gesamtkonzept überzeugt ist.“ Dem hochkarätig besetzten Expertengremium gehört unter anderem Prof. Thomas Auer an, der an der Technischen Universität München den Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen inne hat.

Das Moosaik soll optisch was hermachen, wenn man nach Starnberg reinfährt. Wichtig ist Stadt und Experten aber auch, dass das Gebiet Richtung Innenstadt und See „höhenfrei“ angebunden ist. Ludwig Jägerhuber (CSU) merkte an, dass am Ende Platz für heimische Betriebe übrig bleiben sollte. Nun werden die Planungsarbeiten ausgeschrieben. Der nächste politische Schritt ist dann die Billigung der Planung im nächsten Jahr. Dabei werden Bürger und die Träger öffentlicher Belange beteiligt.  gma

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