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Vision fürs Starnberger Gewerbegebiet: So könnte das „Moosaik“ eines Tages aussehen. Stadt und Eigentümer haben sich dafür hochrangige Experten als Berater geholt.

Visionen für die Stadt

„Moosaik“-Projekt in Starnbergs Gewerbegebiet - nun mit  Expertenrat

  • Peter Schiebel
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Das Projekt könnte ein Meilenstein in der jüngeren Geschichte Starnbergs werden: Unter dem Namen „Moosaik“ wollen die Cousins Rudolf und Robert Houdek mit anderen Grundstückseigentümern das Gewerbegebiet nördlich der B 2 großflächig umgestalten. Nun haben sich Eigentümer und Verwaltung auf ein Expertengremium geeinigt, das den Planungsprozess begleitet.

Starnberg – Diese sechs Fachleute sind keine Unbekannten: Es sind die Experten, die sich auch für das neue Gewerbegebiet Schorn ihre Gedanken gemacht haben. Dem Gremium gehört für den Bereich Architektur Prof. Markus Allmann an. Er ist Gründungspartner eines renommierten Münchner Architekturbüros, das unter anderem die Herz-Jesu-Kirche im Stadtteil Neuhausen und das Neubauprojekt Friends an der Friedenheimer Brücke entworfen hat. Zudem leitet er das Institut für Raumkonzeptionen und Grundlagen des Entwerfens an der Universität Stuttgart. Zweiter im Bunde ist Prof. Thomas Auer, der an der Technischen Universität München (TUM) den Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen inne hat. Für den Bereich Landschaftsarchitektur gehört Prof. Susanne Burger dem Gremium an, die an der Hochschule Weihenstephan lehrt. Als Stadtplaner ist Prof. Franz Pesch mit dabei, der lange Jahre an der Universität Stuttgart gelehrt hat. Bei ihm handele es sich um „eine Koryphäe, die in ganz Deutschland bekannt ist“, sagte Stadtbaumeister Stephan Weinl vor Kurzem in der Sitzung des Stadtrats, als er das Gremium vorstellte.

Dr. Hans-Michael Schober aus Freising ist als Experte für Ökologie in das Gremium berufen worden. Er sei auf seinem Gebiet „einer der führenden Fachleute in der Region“, sagte Weinl. Das halbe Dutzend voll macht der Verkehrsplaner Prof. Klaus Bogenberger, Inhaber des Lehrstuhls für Verkehrstechnik an der Technische Universität (TU) München. Weinl bezeichnete das Moosaik im Stadtrat als „Vision, hinter der noch viel Arbeit steckt.“

Stadt hat in Schorn gute Erfahrungen mit Experten gemacht

Bereits in Schorn habe die Stadt sehr gute Erfahrungen mit den Experten gemacht. „Wir haben dort einen Entwurf erhalten, der auch das hält, was er verspricht.“ Auch Bürgermeister Patrick Janik sprach von einem „gelungenen, qualitativ hochwertigen Entwurf“, der für Schorn gemacht worden sei. Das solle man respektieren, „auch wenn man das Projekt als solches ablehnt“. Komplettiert wird das Expertengremium von vier städtischen Vertretern: Patrick Janik, Baureferent Marc Fiedler (FDP) und den Referenten für Handel, Gewerbe und Tourismus, Rudolf Zirngibl (CSU) und Stefan Kandler (BMS). Stellvertreter ist Stadtplanungsreferent Prof. Otto Gaßner (UWG). Während die städtischen Vertreter vom Stadtrat einstimmig benannt wurden, gab es beim Expertengremium auch drei Nein-Stimmen, darunter die von Dr. Ursula Lauer (Grüne), die als Vorsitzende der Bürgerinitiative Schorn gegen das dortige Gewerbegebiet kämpft.

Wie mehrfach berichtet, soll zwischen Petersbrunner und Moosstraße nördlich der Münchner Straße bis stellenweise ans Moos auf rund 30 000 Quadratmetern Grundfläche ein zukunftsfähiges und hochwertiges Quartier für Arbeiten, Freizeit und Wohnen entstehen. Stadtrat und Verwaltung stehen einmütig hinter den Überlegungen. Die Planungen fürs „Moosaik“ laufen ungeachtet der Corona-Krise unvermindert weiter. Noch vor der Sommerpause wollen die Initiatoren den neusten Stand präsentieren. „Wir freuen uns sehr über die Zusagen aller von der Stadt angefragten Experten und auf die Zusammenarbeit mit diesem hochrangig besetzten Gremium gemeinsam mit der Stadt Starnberg. Ich bin zuversichtlich, dass durch das Zusammenwirken von internen und externen Perspektiven gelingen wird, das wirklich beste Ergebnis für das Areal zu erzielen. Das Projekt heißt ja nicht grundlos ,Moosaik – das verbindende Quartier‘“, erklärte Rudolf Houdek. Architekt Klaus Kehrbaum, der das Gremium angeregt hatte, erwartet sich eine große Bereicherung und eine stärkere Zukunftsfähigkeit des Projekts.

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