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Die Königsklasse im Rudersport: Ein Achter des MRSV auf dem Starnberger See.

MRSV-Ruderabteilung

„Wir sitzen alle in einem Boot“

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Diesen Satz würde Thomas Thallmair nie unterschreiben: Sport ist Mord. Der Starnberger weiß aus eigener Erfahrung: Sport, insbesondere Rudern, fördert Gesundheit, Fitness und noch viel mehr.

Starnberg– Als er 13 Jahre jung war, wurde Thomas Thallmair zum ersten Mal in ein Ruderboot gesetzt. Gegen seinen Willen. Denn die Leidenschaft seiner Brüder für diesen Sport teilte der junge Starnberger nicht. Es waren medizinische Gründe, warum die Eltern darauf bestanden, dass sich ihr Sohn an die Ruder setzt. Heute ist der „Noch-69-Jährige“ Trainer beim Münchner Ruder- und Segelverein (MRSV) – seit vielen Jahren, zudem aktuell Vorstand der Ruderabteilung.

Gesundheitssport wird beim MRSV groß geschrieben. Der Verein ist dafür zertifiziert. Die Betreuer und Trainer bilden sich eigens dafür aus. Sie machen sich kundig über die Anatomie des Menschen, kennen sich aus über das Herz-Kreislauf-System. Wenn ein Ruderer gesundheitliche Auffälligkeiten zeigt, können die Betreuer gleich eingreifen oder dem Sportler raten, einen Arzt aufzusuchen. Der MRSV arbeitet auch therapeutisch bei der Behandlung oder Rehabilitation von Kranken mit, zum Beispiel bei Krebspatienten, erklärt Thallmair. Um in Gesundheitsfragen auf dem Laufenden zu bleiben, steht der Verein in Verbindung mit dem Institut für Sportmedizin der Uni München. „Aktuell knüpfen wir Kontakte zum Klinikum Starnberg, die räumliche Nähe würde unsere Arbeit schon enorm erleichtern“, sagt der Rudertrainer.

Kein Ruderer kann allein ein Vierer-Schiff zu Wasser bringen

Rudern, Schwimmen und Skilanglauf sind die drei „höchstangesiedelten Sportarten“, erläutert Thallmair. Sie beanspruchen als Ausdauer- und Kraftsportarten schonend alle Gelenke des menschlichen Körpers und all’ seine Muskeln. „Selbst wer körperlich nicht auf der Höhe ist, kann sich mit Rudern fit machen. Weil der Ruderer sitzt, spielt sein Gewicht keine Rolle“, sagt Thallmair.

Rudern hat den Individualsportarten Schwimmen und Langlaufen eines voraus: die soziale Komponente. „Wir Ruderer sitzen alle in einem Boot“, verdeutlicht der Trainer. Kein Ruderer kann allein zum Beispiel ein Vierer- oder Achter-Schiff zu Wasser bringen, „dafür bedarf es des gesamten Teams“. Und wenn ein Teil des Teams fehlt, „ist das so, als wenn im Motor ein Kolbenfresser steckt, es geht dann nichts mehr zusammen“, erklärt Thallmair: „Ruderer lernen, nicht nur für sich, sondern für die gesamte Mannschaft Verantwortung zu übernehmen.“

„Wir trainieren im Winter auch beim Skilanglauf“

Wie hält sich der Ruderer im Winter fit? Die Saison geht üblicherweise vom ersten Aprilsonntag bis zum letzten Sonntag im Oktober. Weil heuer der erste Sonntag im April auf Ostern gefallen ist und der zweite Sonntag der Weiße Sonntag ist, der traditionelle Tag der Erstkommunion-Feiern, eröffnet der MRSV gemeinsam mit dem befreundeten Münchner Ruderclub die Saison mit dem Anrudern am Sonntag, 15. April, an der Starnberger Seepromenade. In der „wasserlosen“ Zeit halten sich die Sportler in Bewegung beim Trockenrudern, dafür stehen im Trainingsraum des MRSV-Vereinsheims 30 Ergometer zur Verfügung. „Wenn die Witterung und die Schneeverhältnisse es zulassen, trainieren wir im Winter auch beim Skilanglauf, das ist förderlich für den Bewegungsablauf“, erklärt Thallmair.

Der 1910 gegründete MRSV hat 2017 das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte erlebt – aus sportlicher Sicht. Denn etwa die Hälfte der 300 aktiven Mitglieder nehmen an Wettkämpfen teil. Dem Abteilungsleiter geht es aber weniger um Siege und Platzierungen. „Wer Leistung bei Wettkämpfen zeigen will, muss trainieren, und wer trainiert und sich dann dem Wettkampf stellt, tut etwas Wichtiges für seine Gesundheit“, stellt Thallmair den für ihn bedeutsamsten Aspekt des Rudersports heraus.

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