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Spitzensport und Spitzen-Rahmenprogramm will der Münchner Yacht-Club während der „Starnberger Segeltage“ Anfang Mai rund um den ersten Bundesligaspieltag bieten.

Segeln

MYC ruft Starnberger Segeltage ins Leben

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Der erste Spieltag der Segel-Bundesliga findet heuer am Starnberger See statt. Dieses Ereignis will Micky Liebl nutzen, um „die gesamte Region wachtzurütteln“. Der Teammanager des Münchner Yacht-Clubs ruft die ersten Starnberger Segeltage ins Leben.

StarnbergIm hohen Norden haben sie irgendwann festgestellt, dass man sich übers Segeln definieren kann. Dass sich die Stadt Kiel als „Sailing City“ bezeichnet, hat den Ehrgeiz der Skipper am Starnberger See geweckt. „Die deutsche Segelhauptstadt sind wir“, behauptet Micki Liebl. Seiner Meinung nach befindet sich die wahre Kapitale nicht an der Ostsee, sondern in Starnberg. Der selbstbewusste Anspruch der Kieler hat den Teammanager des Münchner Yacht-Clubs auf die Idee gebracht, über die eigenen Vorzüge und Stärken zu reflektieren. Das Ergebnis überrascht nicht, auch wenn es so noch nicht ausgesprochen wurde. „Wir sind eine Segelregion“, stellt Liebl klar, und zwar die Segelregion schlechthin.

Es hat lange gedauert, bis sie im Voralpenland verstanden haben, dass nicht nur die Berge ein bayerisches Pfund bedeuten, sondern auch die eigenen Seen. Schon als die Wittelsbacher das Land regierten, stand die Segelei hoch im Kurs. Als Geburtshelfer eines eigenen Selbstbewusstseins fungierte aber nicht das bayerische Herrscherhaus, sondern die Segel-Bundesliga. Der gemeinsame Wettbewerb mit den besten Clubs des Landes hat den Blick für die eigene Leistungsfähigkeit gestärkt. Keine Region in Deutschland hat auf so engem Raum so erfolgreiche Vereine zu bieten wie den Münchner und Bayerischen Yacht-Club sowie den Deutschen Touring Yacht-Club aus Tutzing.

Es hat ein bisschen gedauert, bis diese Erkenntnis in den ortsansässigen Clubs durchgedrungen ist. Inzwischen hält Liebl die Zeit für gekommen, „die gesamte Region wachzurütteln“. Die Starnberger Segeltage, die der MYC ins Leben gerufen hat, sollen als Schaufenster dafür dienen, was die Region sportlich und wirtschaftlich auf die Beine zu stellen vermag. Liebl betrachtet die Veranstaltung als große Herausforderung: „Eine Woche lang können wir dem ganzen Land zeigen, was wir zu bieten haben.“ Denn die mediale Aufmerksamkeit wird groß sein. Die Wettfahrten werden im Internet live übertragen, auch das Fernsehen hat sich schon angekündigt.

Offizielle Einweihung des neuen Bootshauses

Die Münchner schlagen dazu neue Wege ein. Den versnobten und elitären Ruf, der den Clubs am Starnberger See bisweilen anhaftet, will Liebl „ein bisschen aufweichen“. Um sich hartnäckig haltende Vorurteile abzubauen, öffnet der MYC vom 28. April bis 5. Mai seine Tore. Der erste Termin, die Einweihung des neuen Bootshauses, ist noch rein privat. Aber schon am 29. und 30. April erwarten die Münchner zahlreiche Gäste. Die Sailing Academy des Clubs lädt ein zu Fachvorträgen über Umweltschutz oder Sicherheit am See. Auch Praktiker kommen auf ihre Kosten. Schnuppersegeln und Knotenkunde für Kinder und Erwachsene finden ebenfalls Platz auf dem Stundenplan.

Segeln für Menschen mit Handicap wird wiederbelebt

Der 1. Mai steht ganz im Zeichen der Menschen mit Behinderung. Seit Christian Löhr vor einigen Jahren die Aktion „Segeln für alle“ initiierte, ist es ruhig geworden um das soziale Engagement des Clubs. „Wir wollen diese Tradition wieder aufleben lassen“, verspricht Liebl, sich in Zukunft wieder mehr um das Thema Inklusion zu kümmern. Dazu haben sich die Münchner die Unterstützung der anderen Segelclubs am See zusichern lassen. Über 100 Boote werden zum gemeinsamen Ansegeln erwartet, um alle Menschen mit Handicap sowie deren Betreuer an diesem Erlebnis teilhaben zu lassen.

Am Donnerstag bekommt die lokale Wirtschaft die Möglichkeit sich zu präsentieren. Liebl sieht den Tag der Sponsoren auch als Chance, sich als Unternehmen ins rechte Licht zu rücken und Segeln und Wassersport zusammen mit Kunden und Geschäftspartnern live zu erleben. Vor allem in Verbindung mit dem ersten Spieltag der Segel-Bundesliga, der von Freitag bis Sonntag vom MYC gemeinsam mit dem DTYC ausgerichtet wird, können die Firmen Werbung in eigener Sache betreiben. „Je mehr mitmachen, umso mehr können wir bieten“, sagt Liebl. Sein Organisationsteam hat noch zahlreiche Ideen im Köcher, die auf ihre Umsetzung warten.

Rennen können von der MS Berg aus beobachtet werden

Fix ist dagegen schon, dass die Rennen der Ersten und Zweiten Bundesliga von der aus MS Berg beobachtet werden können. Auch für die große Seglerparty am Samstagabend laufen die Planungen auf Hochtouren, bevor der Spieltag am Sonntag mit der Siegerehrung ausklingt. Und da wollen die Münchner zusammen mit ihren Nachbarvereinen und der gesamten Region auf dem obersten Stockerl stehen.

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