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Erneuerung in Sicht: Das große Polizeiboot am Starnberger See, die WSP 1 (hier bei einer Vermisstensuche im Jahr 2015), wird ab Herbst grundlegend überholt und neu aufgebaut – nur der Rumpf bleibt. 

Wasserschutzpolizei

Nach 32 Jahren ein fast neues Boot

Der Starnberger See bekommt im nächsten Winter ein fast neues Polizeiboot. Von der WSP 1 bleibt nur der Rumpf übrig, was die Wasserschutzpolizei auch so wollte. Nötig ist das Boot in jedem Fall, denn auf dem See gibt es allerhand zu tun, zeigt die Statistik für 2017.

Starnberg– Steter Tropfen höhlt den Stein, auch auf dem Wasser: Nach jahrelangen Bemühungen, das große Boot der Starnberger Wasserschutzpolizei erneuern zu lassen, können die Beamten einen Erfolg verbuchen: Im nächsten Winter wird die WSP 1 fast komplett neu gebaut. Der Bedarf für Streifenfahrten auf dem See nimmt nämlich mehr zu als ab.

Die WSP 1 aus dem Jahr 1986 ist älter als mancher Beamte, der auf ihr im Sommer Dienst versieht. Der frühere Inspektionschef Norbert Reller hatte schon ein neues, zumindest ein erneuertes Boot gewünscht, als er 2013 in den Ruhestand ging. Seither geht es jedes Jahr um die Frage, ob der Freistaat für den Starnberger See den Geldbeutel öffnet oder nicht. Heuer hat er: Derzeit laufen Ausschreibungen für einen Neuaufbau des Bootes, erklärte Inspektionsleiter Bernd Matuschek gestern bei der Jahrespressekonferenz. Voraussichtlich im Oktober wird die WSP 1 aus dem See gehoben und in eine Werft gebracht. Dort wird alles ausgebaut, nur der Rumpf bleibt erhalten. Das wollen die Beamten auch so, denn er ist aus Metall, nicht aus Kunststoff wie der moderner Boote. Zudem spart es Kosten, kein komplett neues Boot bauen zu lassen.

„Neue“ WSP 1 soll bis Frühjahr 2019 einsatzbereit sein

Das komplette Innenleben zwischen Motor, Steuerung und Kühlschrank wird erneuert. Details zur Motorisierung gibt es noch nicht, aber weniger als die derzeit 600 PS werden es nicht sein. Und: Es wird kein Elektroantrieb, weil die Polizei teilweise stundenlang auf dem See unterwegs ist und zwischendrin schlecht Pause zum Nachladen machen kann. Eine wichtige Neuerung ist der Steuerstand. Derzeit wird die WSP 1 auf klassische Weise gelenkt, nämlich mit einer Haspel (landläufig Steuerrad genannt). Nach dem Umbau hat das Boot einen Ein-Mann-Steuerstand, der dem Bootsführer alle wichtigen Systeme und Schalter in Griffweite beschert und einen Joystick zum Steuern.

Bis zum Start des Dienstes auf dem See im Frühjahr 2019 soll die WSP 1 wieder einsatzbereit sein. Bisher hielt die Polizei ihr Boot mit einigem Erfindungsgeist in Schuss. So bestellte man Ersatzteile schon mal in England oder gar Brasilien.

Stege und Bootshütten werden gekapert

Das große Boot der Wasserschutzpolizei trägt die Hauptlast des Streifendienstes, auch wenn es noch ein kleineres gibt. In der Sommersaison 2017 waren die Beamten 459 Stunden auf dem See unterwegs, bilanzierte Inspektionsvize Frank Brosch gestern. Es habe 91 Veranstaltungen – zumeist Regatten – auf dem See gegeben, von denen die Polizei 65 überwacht hat. 169-mal gab es Sportbootkontrollen, das Pendant zu Verkehrskontrollen an Land. 73-mal wurden Fischer und Angler kontrolliert, 99-mal Anlegestellen und Bootshäuser. 

Bei Letzterem geht es insbesondere um die Stege der Bayerischen Seenschifffahrt, die gerne und oft von Badenden genutzt werden oder in deren Bereich Schwimmer unterwegs sind – was verboten ist. Zudem gibt es eine Reihe von Fällen, in denen Stege und Bootshütten von Fremden gekapert werden, in dem sie einfach mit einem Boot hinfahren und sich in die Sonne legen. 54 Verstöße stellte die Wasserschutzpolizei im vorigen Jahr fest. Fast alle Zahlen sind geringer als 2016, was auch am verfügbaren Personal liegt. Auf dem Wasser hat es die Polizei mit ähnlichen Beschwerden zu tun wie an Land. So gab es Meldungen über zu schnelle Motorboote am Ostufer, die auch entsprechend Lärm machten.

Derzeit sind auf dem Starnberger See 250 Motorboote zugelassen, diese Zahl ist seit Jahren unverändert. Es gibt 2500 Segelboote und 1230 Elektroboote, zudem 398 Boote von Fischern, Wasserwacht, DLRG, Verleihern und dergleichen. Die Zahlen steigen – mit Ausnahme der Motorboote – seit Jahren an. So gab es vor fünf Jahren 2365 Segelboote und 993 Elektroboote. Letztere haben inzwischen hohe Leistungen und werden gerne genutzt, weil keine Motorboote mehr zugelassen werden.

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