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Nach Christkindlmarkt: Auch Starnberger Eiszauber fällt aus

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Von: Peter Schiebel

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Starnberger Eiszauber.
Ein Bild, dass es 2022 nicht geben wird: die Eisfläche auf dem Starnberger Kirchplatz mit Schlittschuhläufern. © Stefan Schuhbauer-von Jena

Neben dem Christkindlmarkt hat der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats am Montagabend auch den Eiszauber abgesagt. Als Ersatz soll es für Kinder möglichst im Frühjahr eine Alternative geben. Fürs ganze Jahr 2022 plant die Stadt mit mindestens sechs großen eigenen Veranstaltungen.

Starnberg – Wirklich überraschend kam die Entscheidung nicht mehr. Einstimmig hat der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats am Montagabend sowohl den Christkindlmarkt als auch den Eiszauber abgesagt. Bürgermeister Patrick Janik wollte erst gar keine Hoffnung aufkommen lassen, was das vom 14. Januar bis 6. Februar 2022 geplante Kufenvergnügen betraf. „Für wie wahrscheinlich halten wir es, dass sich die Corona-Situation in acht Wochen so signifikant verbessert, dass wir eine solche Veranstaltung organisieren können?“ Sogar Eismeister Markus Nirschl habe ihm gegenüber für eine Absage plädiert, sollte der Eiszauber nur unter 2G- oder 2G-plus-Regeln möglich sein, sagte Janik.

Katja Fohrmann (CSU) bedauerte die Absage zutiefst. Es sei „ätzend“, wenn es in Starnberg kein Angebot für Kinder gebe, sagte sie und forderte „ein Familienfest für Kinder“ im Frühjahr als Ersatz. „Und damit meine ich nicht eine Hüpfburg und Kinderschminken.“ Einstimmig beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, ein Konzept dafür auszuarbeiten. Mit ihrem spontanen Zwischenruf „Rollschuhe“ erntete Kerstin Täubner-Benicke (Grüne) durchaus Wohlwollen. „Warum nicht?“, erwiderte Fohrmann.

Mit einem wirtschaftlichen Schaden durch die Absage des Eiszaubers rechnet die Verwaltung übrigens nicht. Zwar habe die Planung bereits begonnen, „aktuell sind aber noch keine Verträge mit Dienstleistern und Firmen geschlossen“, hieß es in der Beschlussvorlage.

Tafel, „Wein am See“, „Starnberg bewegt“

Unabhängig davon sprach sich der Ausschuss ebenfalls einstimmig für mindestens sechs große städtische Veranstaltungen im neuen Jahr aus. Als erstes im Kalender steht das Faschingstreiben auf dem Kirchplatz am Faschingsdienstag, 1. März 2022. „Macht das Sinn?“, fragte Michael Mignoli (BLS) angesichts der Pandemielage und der Tatsache, dass Starnberg „ja keine Faschingshochburg“ sei. „Ich sehe die Wahrscheinlichkeit bei unter zehn Prozent“, gab Janik zu. Allerdings sei die Veranstaltung dank des Engagements der Faschingsgesellschaft Perchalla die für die Verwaltung unkomplizierteste.

Im Bucentaurpark, alternativ am Kirchplatz, soll es nächstes Jahr erstmals „Wein am See“ geben. Mit den Organisatoren des Pfälzer Weinfestes, das 2017 letztmals stattgefunden hat, seien bereits Gespräche geführt worden, teilte die Verwaltung mit. „Wein am See“ soll einerseits „Erbe des Pfälzer Weinfestes“ sein, andererseits aber auch eigene Akzente setzen, sagte Janik. Konzeption und Durchführung seien jedoch aufwendig. Im Vorfeld deutlich niedriger, am Tag der Veranstaltung aber personell sehr hoch ist nach Rathausangaben der Aufwand bei der Nacht der langen Tafel. Sie ist für Juli 2022 geplant und erstreckt sich möglicherweise diesmal rund um den Bahnhof See. Das schlug Annette Kienzle (Grüne) vor. Der Bereich soll ja bekanntlich für vier Monate umgestaltet werden, um ihn für Fußgänger, Radfahrer und Besucher attraktiver zu machen. „Es ist mein Bestreben, den Bahnhofplatz zu einem dreimonatigen Straßenfest zu machen“, sagte Janik am Montag.

Ein Comeback soll es für „Starnberg bewegt“ geben – auch ohne Marktsonntag. Die verkaufsoffenen Sonntage hat die City-Initiative für 2022 zwar abgesagt (wir berichteten), das Festival für Sportvereine und Unternehmen aus der Sport- und Gesundheitsbranche ist dennoch fest auf Kirchplatz und Wittelsbacherstraße geplant. Nach der erfolgreichen Premiere vor einigen Wochen sind zudem drei bis vier Schmankerlmärkte an Samstagen vorgesehen.

Schlossfest erst 2023, Stadtlauf beerdigt

Nicht auf dem Kalender der städtischen Veranstaltungen stehen das mittelalterliche Schlossfest, das erst wieder 2023 stattfinden soll, und der Starnberger Stadtlauf, der unter der damaligen Bürgermeisterin Eva Pfister erstmals 2018 und dann noch mal 2019 stattgefunden hatte. Der Organisationsaufwand für den Stadtlauf sei „enorm“, betonte die Verwaltung und zählte auf: „Festlegung der Strecke, Einholungen von Genehmigungen, Akquise von Teilnehmern und Sponsoren, Ausschreibung und Vergabe von Leistungen, Werbung etc.“ Am Tag selbst würden vom Check-in über die Absicherung der Strecke bis zur T-Shirt-Ausgabe weitere Kapazitäten benötigt. Selbst Sportreferent Winfried Wobbe (UWG) konnte mit der Absage gut leben. „Der Stadtlauf ist bei uns fehl am Platz“, sagte er. Starnberg habe keine Läuferszene.

Zusätzlich zu den städtischen Veranstaltungen dürfen zwei Höhepunkte im Kalender nicht fehlen: das Fünf-Seen-Filmfestival (FSFF) vom 24. August bis 4. September 2022 – und im Sommer erstmals nach fünf Jahren wieder das Prinzregent-Luitpold-Fischerstechen des Heimat- und Volkstrachtenvereins.

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