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Zukunft noch offen: das teilweise ausgebrannte Haus an der Theresienstraße in Starnberg.

Nach Großfeuer in Starnberg

Mieter vor ungewisser Zukunft

Starnberg - Der Großbrand an der Theresienstraße in Starnberg ist fast drei Wochen her. Immer noch trägt Dagmar Schrade Tag für Tag Sachen aus ihrer Wohnung, die vom Löschwasser der Feuerwehr völlig eingeweicht wurden. Wie es weitergeht, weiß im Moment niemand.

„Ich habe den Geruch unterschätzt, der ist wirklich ekelhaft“, sagt Dagmar Schrade resigniert – und bemerkt: „Die Tage waren so voll mit Ausräumen, da hatte ich noch gar keine Zeit, mich bei der Caritas zu melden.“ Die hatte ein Spendenkonto für die 17 Brandopfer eingerichtet (wir berichteten). Bis heute sind dort 245 Euro eingegangen. Die Hilfe der Caritas besteht derzeit hauptsächlich darin, Sachspenden zu vermitteln und die Menschen zu beraten. Eine alleinerziehende Mutter mit Sohn bekommt zum Beispiel 300 Euro als Kaution für ihre neue Wohnung sowie Unterstützung beim Umzug.

Alle Brandopfer können im Sozialkaufhaus der Caritas außerdem kostenlos gebrauchte Kleidung, Möbel und Hausrat bekommen. „Die Betroffenen könnten eine zusätzliche Geldspende gut gebrauchen“, sagt Max Gerl, Geschäftsführer der Caritas in Starnberg. Die Spendenaktion ist deswegen noch nicht beendet. Die meisten Betroffenen haben über die Stadt Starnberg eine neue Wohnung oder ein Zimmer bekommen. Die Flüchtlinge wurden, wie berichtet, über das Landratsamt auf andere Unterkünfte verteilt. Zurzeit überprüfen die Betroffenen auch noch Ansprüche bei den Versicherungen. 

Dagmar Schrade hat das schon erledigt: „Leider waren wir etwas unterversichert.“ So zahlte die Hausratsversicherung nicht den ganzen Schaden, der sich nicht nur auf materielle Dinge beschränkt. Sie hatte viele Bücher, auch teure Bildbände, die nun verloren sind. Auch ihre Werkstatt für Kostüme und Innenausstattung stand unter Wasser. Die große Industrie-Nähmaschine hat das Unglück glücklicherweise unbeschadet überstanden. So wie eine andere Nähmaschine, aber eine dritte war nicht mehr zu retten. Ein paar Aufträge konnte die Selbstständige nicht mehr fertigstellen. Darunter auch ein Mittelalterkostüm aus dem 15. Jahrhundert, das ihr etwa 1500 Euro eingebracht hätte.

Dagmar Schrade ist mit ihrer Familie nun in einer Ferienwohnung in Söcking untergekommen und darf gegenüber in einem Raum der Pension Habbach weiterarbeiten. Hoffnung, wieder in ihre alte Wohnung zurückzukommen, hat sie nicht: „Ein Umbau würde zu lange dauern, wir wollen so schnell wie möglich wieder zurück nach Starnberg ziehen.“ Schon allein deshalb, weil die Tochter dort aufs Gymnasium geht. Die Eigentümer wissen bis jetzt auch noch nicht, wie es mit dem Haus weitergehen soll.

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