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Der geplante Anbau des Landratsamtes, auf diesem Bild oben links zu sehen, wird dramatisch teurer als ursprünglich angenommen. Das sorgt bei den Bürgermeistern der Gemeinden im Landkreis, die am Ende das Geld dafür aufbringen müssen, für einige Verstimmung. 

Landratsamt

Kritische Stimmen nach Kostenexplosion: „Ich bin nicht amüsiert“

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Landkreis Starnberg - Die drastische Verteuerung des Anbaus am Landratsamt in Starnberg stößt bei den Bürgermeistern der größeren Gemeinden auf wenig Verständnis.

Um 125 Prozent wird der Anbau des Landratsamtes teurer als ursprünglich geplant. Statt 6,5 Millionen Euro soll der Bau laut Architekturbüro nun 14,6 Millionen Euro kosten (wir berichteten). Nun stehen Gespräche zwischen Bauausschuss und Architekten an: Wo kann beim Anbau noch eingespart werden? Die Gemeinden im Landkreis werden dabei ganz genau hinschauen: Schließlich finanzieren sie die Arbeit des Landratsamtes über ihre Kreisumlage. Doch was sagen die Bürgermeister zur Kostenexplosion?„Das alleine wäre nicht das Problem“, erklärt Rupert Monn auf Nachfrage. Der Bürgermeister aus Berg sagt: „Die Gesamtverschuldung ist ausschlaggebend – das ist meine große Sorge.“ Wenn sich der Landkreis durch weitere anstehende Projekte verschuldet, müssen sich die Gemeinden an Kreditzinsen und -tilgung ebenfalls beteiligen. „Ich bin dennoch ein Befürworter des Anbaus“, sagt Monn.

Auch der Gilchinger Bürgermeister Manfred Walter wird dem Anbau „wohl oder übel zustimmen.“ Die nun aufgerufene Summe hält er für „exorbitant.“ Die Folge für Gilching? Wenn die Kreisumlage mehr und mehr steigt, „wird das dazu führen, dass wir immer weniger Projekte in Gilching durchführen können.“ Walter setzt nun auf die kommenden Gespräche zwischen Bauausschuss und Architekten: „Ich glaube nicht, dass der Bau alternativlos ist.“ In jedem Fall erwartet Walter Aufklärung über die Kostenexplosion: „Wie kann das sein? Da muss es Antworten geben.“

Das hätte man laut Monn „mit einer sorgfältigen Vorprüfung vermeiden können. Mir ist kein Fall bekannt, wo es eine so große Differenz gibt.“ Und doch glaubt Monn nicht, „dass man bewusst niedrig geschätzt hat.“ Er hofft nicht, dass es aus Kostengründen eine Planänderung gibt: „Der Anbau ist unstrittig erforderlich. Aber Auslagern wäre die schlechteste Lösung.“

„Ich bin nicht amüsiert“, meint unterdessen Pöckings Bürgermeister Rainer Schnitzler. Über viele Jahre war seine Gemeinde einer der größten Kreisumlagezahler im Landkreis. Und auch heuer überweisen die Pöckinger noch rund 6,5 Millionen Euro an das Landratsamt. Schnitzler sieht das Dilemma, in dem Landrat Karl Roth steckt: „Da hat er ein mit Architekturpreisen ausgezeichnetes Landratsamt. Und nun muss er es preisgekrönt erweitern.“ Das sei teuer. Schon beim Bau vor 30 Jahren hätte man dreigeschossig planen sollen, dann würden viele Probleme gar nicht bestehen. Er könne schon nachvollziehen, dass das so teuer wird: „Allein der Umstand, dass es sich um einen so genannten Sonderbau handelt, treibt die Preise nach oben. Zudem ist die Haustechnik ein unglaublicher Preistreiber“, meint Schnitzler. Deswegen mache ihm nicht die Preissteigerung beim Anbau des Landratsamtes Sorgen, wohl aber die sich fortsetzende „Explosion des Schuldenstandes des Landkreises.“ Denn den müssten im Zweifelsfall die Gemeinden abtragen.

Über die Kostenexplosion ist auch Gautings Bürgermeisterin Brigitte Kössinger „sehr erschrocken.“ Für sie ist die Diskussion um den Anbau ein „schwieriges Thema“, denn: „Ich verstehe, dass das Landratsamt aus allen Nähten platzt. Aber ich sehe auch, dass uns die Kreisumlage davon läuft.“

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