+
Der Waldkeller im Mühltal

Schülerpartys im Mühltal

Nach Polizei-Einsatz bei Party: Waldkeller-Kompromiss bröckelt

  • schließen

Mühltal - Rund zwei Jahre war es vergleichsweise ruhig am Waldkeller im Mühltal, die Schülerpartys dort verliefen im Rahmen. Jetzt bröckelt die fragile Vereinbarung zwischen Polizei, Stadt und Schülern.

Der Waldkeller im Mühltal ist einer der wenigen Orte, wo Jugendliche aus der Region ungestört Partys veranstalten können. Seit Jahren ist das Untergeschoss des Forsthauses Mühlthal Schauplatz von Oberstufenfesten von Tutzinger, Starnberger und Kempfenhauser Gymnasiasten. Als die mehr oder weniger öffentlichen Feiern immer häufiger entglitten, schlossen die Beteiligten – die Stadt als Genehmigungsbehörde, die Polizei und die Schüler – vor zwei Jahren einen Kompromiss (wir berichteten). Ziel: Die Polizei sollte nicht mehr regelmäßig ausrücken müssen, um Streits, Schlägereien oder Sachbeschädigungen zu regeln. Die Schüler sollten die Kontrolle behalten. Und die Stadt sollte in der Lage sein, die Veranstaltungen guten Gewissens zulassen zu können. Dafür sollten die Veranstalter vorab mitteilen, wer zur Party kommt. Damit auch tatsächlich der Charakter einer privaten Feier gegeben ist.

Das hat nun zwei Jahre relativ gut funktioniert. Am Freitag gab es massive Ausschreitungen bei einer Party (wir berichteten), die die Polizei zu einem Brandbrief an die Stadt veranlassen. „Wir haben Zweifel an der Einschätzung als Privatfeiern“, sagt der zuständige Polizeibeamte Kai Motschmann. Im Oktober gab es zwei Vorfälle nach Partys im Waldkeller: Gut Rieden meldete Sachbeschädigungen durch nach Starnberg ziehende Jugendliche. Am Freitag nun eine Körperverletzung durch Personen, die auf keiner Gästeliste standen, und eine so aggressive Grundstimmung, die die Polizei veranlasste, die Party zu beenden – trotz des professionellen Sicherheitsdienstes, den die Veranstalter organisiert hatten. Rein rechtlich seien den Beamten die Hände gebunden, weil die Feiern als privat gälten, sagt Motschmann. Er will in einem Brief an die Stadt als Sicherheitsbehörde seine Bedenken vortragen und eventuell das Landratsamt als übergeordnete Behörde informieren. „Mir tun die Kollegen leid, die da nachts rausfahren und mit betrunkenen Gymnasiasten verhandeln“, sagt er.

Bisher ist das Prozedere so: Wer eine Party im Waldkeller feiern will, zeigt dies rechtzeitig bei Stadt und Polizei per Anmeldeformular an und fügt eine Namensliste der Gäste bei. Da stehen laut Motschmann bis zu 600 Gäste drauf, allerdings zum Teil abgekürzt oder mit Spitznamen. Zudem gebe es immer wieder wechselnde Veranstalter.

Die Stadt will dies grundsätzlich weiter so handhaben, die Schülersprecher aber schriftlich mahnen, dass sie die Vorgaben einhalten. „Wir werden die Jugendlichen auf ihre Verantwortung hinweisen“, sagt Bürgermeisterin Eva John. Gleichzeitig legt sie ein klares Bekenntnis zum Waldkeller ab. „Das ist weit und breit die einzige Möglichkeit für die Jugend, Partys zu veranstalten. Es muss in unser aller Interesse sein, dass man das weiterführt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Würdigung einer echten Kämpfernatur
Christine Rieser wurde am Mittwoch am Starnberger Friedhof an der Hanfelder Straße beigesetzt. Dabei wurde ihr großes Engagement gewürdigt.
Würdigung einer echten Kämpfernatur
Züge zwischen Starnberg und Tutzing fahren wieder
Ein Lkw blieb in Garatshausen an einer Bahnbrücke hängen. Bis gegen 16 Uhr fuhren deshalb keine Züge zwischen Tutzing und Starnberg.
Züge zwischen Starnberg und Tutzing fahren wieder
Starnberger Kennzeichen-Not
George Rauscher liegt mit der Starnberger Zulassungsstelle im Clinch. Sein kleines Kennzeichen habe er nur widerwillig bekommen, sagt er und spricht von Nötigung und …
Starnberger Kennzeichen-Not
Stoppschild missachtet: Krankenhaus und 17 000 Euro Schaden
Als folgenschwer erwies es sich, dass ein Opel-Fahrer am Dienstagabend ein Stoppschild missachtet hat. 
Stoppschild missachtet: Krankenhaus und 17 000 Euro Schaden

Kommentare