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Die Böschung kommt weg: Wer von Söcking nach Perchting radelt, muss eine abschüssige Kurve nach der neuen Brücke bewältigen. Die Sicht auf den weiteren Weg soll noch verbessert werden. 

Söckinger Kreisverkehr

Nachbesserung am Radlweg

Wer von Söcking nach Perchting radelt, muss beim Kreisverkehr der Starnberger Westumfahrung eine abschüssigte Kurve nach der neuen Brücke bewältigen. Das Staatliche Bauamt will nun die Böschung entfernen, damit die Sicht auf den weiteren Weg verbessert wird.

Söcking/Perchting – Das Staatliche Bauamt Weilheim wird am Kreisverkehr am Südende der Starnberger Westumfahrung demnächst Veränderungen vornehmen und damit auf Kritik des ADFC teilweise reagieren. Der Radfahrer-Verband hatte den Radweg auf der Südseite des Kreisels als „neu gebaute Unfallgefahr“ tituliert.

Hans-Georg Martin, der selbst Tausende von Kilometern pro Jahr auf dem Rad sitzt, hatte am Rand der ADFC-Jahresversammlung die Radwegeführung scharf kritisiert. Der Weg sei zu eng, schräg und zu steil. Im Protokoll der Versammlung ist von „Fehlplanung“ die Rede.

Das Staatliche Bauamt hat sich die Lage vor Ort angesehen und kommt nun dem ADFC in einem Punkt entgegen – den Sichtweiten. Der neue Weg ersetzt den bisherigen entlang der Staatsstraße Söcking-Perchting, da die heutige Einfahrt aus Richtung Maxhof an den Kreisel verlegt wird und daher auch ein neuer Radweg gebaut werden muss. Der Weg macht nun eine größere Schleife nach Süden, führt über eine neugebaute Brücke und dann in einer weiten Kurve wieder zur Staatsstraße Richtung Perchting zurück. Speziell um dieses letzte Teilstück geht es, denn der Weg muss binnen weniger Meter vom Niveau der Brücke wieder aufs Niveau der Straße.

Für den Radwegbau, erklärt Rainer Pittrich vom Weilheimer Amt, gebe es Vorgaben. Die Steigung – oder das Gefälle, je nach Fahrtrichtung – entspreche mit sechs Prozent diesen Vorgaben. Der ADFC hatte die Neigung des Radwegs zur Seite bemängelt, die jedoch ebenfalls den Vorgaben entspreche. Diese sehen vor, dass ein Radweg zwecks Entwässerung zu der Seite leicht geneigt sein soll, auf der Niederschlagswasser abgeleitet wird. Das heißt nicht, dass es die Innenseite einer Kurve ist. Bei Straßen, sagt Pittrich, sei dies anders. Die Neigung soll nach den Vorgaben mindestens 2,5 Prozent betragen, das heißt: Bei zwei Meter Breite sind es fünf Zentimeter. Am Weg wird Pittrich zufolge noch eine Absturzsicherung für Radfahrer angebracht – derzeit stehen dort Baken.

Die Radweg-Vorgaben beinhalten auch Radien für Kurven, die allerdings nach der Geschwindigkeit der Radfahrer bemessen werden. Bei 20 km/h seien es zehn Meter, bei 30 km/h 20 Meter. Die Kurve nach der Brücke hat einen Radius von 13,5 Meter, was nach Ansicht des Staatlichen Bauamts für 25 km/h ausreicht. Allerdings ist die Kurve für Radfahrer nicht so gut einsehbar. Basis für die Berechnung nach den Vorgaben ist der Anhalteweg für Radfahrer bei nasser Fahrbahn. Bei 20 km/h werden 15 Meter angesetzt, bei 30 Sachen 25 Meter und bei 40 km/h 40 Meter. Von der kritisierten Stelle nach der Brücke Richtung Perchting haben Radler nach Messungen der Weilheimer Behörde eine Sichtweite von 30 Metern. Um diese zu verbessern, werde man die Böschung abflachen – dann können Radfahrer früher erkennen, ob jemand entgegenkommt oder es ein Hindernis gibt.

Enge Kurven und dergleichen seien zumeist dem Platzbedarf geschuldet, erklärt Pittrich. Größere Radien oder flachere Wege erfordern mehr Grund, und den zu erwerben, stellt die Straßenbauer oft vor Hindernisse. Mindestwerte zu verwenden, sei oft der einzige Weg, überhaupt einen Radweg realisieren zu können.

Dass Forderungen des ADFC erst jetzt berücksichtigt werden, liegt am Verfahren: Der Radweg wurde mit der Westumfahrung 2012 planfestgestellt, damals lagen die Unterlagen aus. Einwendungen gab es nicht, was vielleicht daran lag, dass es damals keine ADFC-Ortsgruppe in Starnberg gab, die erst 2015 gegründet wurde. Der ADFC hat auch nicht den Status wie beispielsweise der Bund Naturschutz, der bei Planungen frühzeitig einbezogen werden muss. Das Staatliche Bauamt will ungeachtet dessen den ADFC künftig früher als bisher in Planungen einbeziehen.

Das wertet der ADFC als Teilerfolg, sagte dessen Vorsitzender Anton Maier auf Anfrage. Die Abflachung der Böschung komme den Anforderungen der Radfahrer nach freier Sicht entgegen, sagte er, auch wenn sich die Radlerlobby freilich mehr wünschen würde. Allerdings habe man sich seinerzeit eben nicht am Genehmigungsverfahren beteiligen können.

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