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Gruppenbild mit Baum: die Wangener und ihr Maibaum.

Vorbereitungen in Wangen

Maibaumwache: „Da muss man halt mal durch“

36,5 Meter und Nachtwachen: Die Wangener Burschen haben ihren künftigen Maibaums in Dorf geholt. 

Wangen – Erwartungsvoll stehen viele Wangener am Samstag auf ihren Balkonen oder am Straßenrand. Musik der Blaskapelle Wangen-Neufahrn schallt durch den Ort – und dazwischen brummt der Motor eines Traktors, der den neuen Maibaum zu seinem Lagerplatz transportiert. Das ist Millimeterarbeit: An der Kurve vor dem Lagerstadl sind die erfahrenen Burschen gefragt. „Dieses Jahr ist es besonders schwierig, weil der Baum so groß ist“, erklärt Oberbursch Matthias Springer. Daher dauerte es auch eine ganze Stunde, bis der 36,5 Meter lange Fichtenstamm sein Ziel, die Wachhütte, erreicht.

Die Wangener Burschen zirkeln schließlich nicht so oft einen Baum durch den Ort. „Das ist alle fünf Jahre wieder eine Attraktion und verbindet die Menschen“, betont Andreas Ruhdorfer, der Posaune in der Blaskapelle Wangen-Neufahrn spielt. Auch freut er sich, dass sich viele Bewohner bei den Vorbereitungen auf das Maifest so tatkräftig beteiligen.

Bilder: Wangener Burschen holen Maibaum ins Dorf

Bereits Ende Dezember hatten sich die Burschen nach mehrtägiger Suche im Wald für den idealen Baum entschieden, den die Waldbesitzer Eleonore und Thomas Adam gestiftet haben. Nicht viele Exemplare eignen sich als Maibaum, sagt Maximilian Ritz, Schriftführer der Burschenschaft. „Der Durchmesser und die Höhe müssen stimmen, und gerade sollte er sein“, beschreibt der 25-Jährige die Anforderungen.

So laufen die Vorbereitungen für das Maifest schon lange vor dem 1. Mai. Die Tafeln vom alten Baum, mit denen auch der neue geschmückt wird, sind inzwischen nachlackiert. Die Tanzproben für die Aufführung zum Maifest haben bereits im Februar begonnen. Bis der Baum allerdings am 28. April aufgestellt wird, muss er noch glatt gehobelt und geschliffen werden. Ein bis zwei Wochen vor dem Aufstellen wird er dann schließlich bemalt.

Mindestens drei Mann halten Wache

Zu den Vorbereitungen gehört auch die anstrengende Maibaumwache, die am Samstag mit dem Einholen des Baumes startete. Mindestens drei Helfer sind für die Nachschicht eingeteilt und versuchen, einen Diebstahl zu verhindern. Den Anfang machten am Samstag, der Tradition entsprechend, die Altburschen. Es folgen weitere Wachen, die einem Motto gewidmet sind: Madl-, Musiker- oder Burgerwache.

Trotz des Bauwagens, in dem sich die Helfer aufhalten können, ist es nachts oft kalt. Aber „man ratscht, spielt Karten, hört Musik und trinkt ein Bier“, erklärt Ritz begeistert. Und daher sei es kein Problem, engagierte Burschen zu finden, die die Nachtwache übernehmen, sagt der 25-Jährige. Auch er stellt sich heuer wieder dieser Aufgabe, und das, obwohl der gelernte Handwerksmeister am nächsten Tag auch mal einen langen Arbeitstag vor sich hat. „Da muss man halt mal durch“, bemerkt er trocken.

Ein Teil des alten Maibaums wird derzeit zu Bänken verarbeitet. Der andere Teil kann bei einer Versteigerung am Tag der Aufstellung stückweise ergattert werden. Bis zur Aufstellung laden die Burschen immer am Freitag- und Samstagabend zum entspannten Beisammensein bei der Wachhütte ein. „Samstags wird auch gegrillt“, sagt Ritz. Am 1. Mai wird das Maifest mit Blasmusik und Tanz zünftig gefeiert.

Lilien Fährmann

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